Home
Home

 

Weitere Teile dieser Story

» Start: Unfall und Operation in Chur

» Reha in der Klinik Valens

» Back Home

» Raus mit den Schrauben und zurück auf die Skis

» Diagnose im Januar 02: Dritte Operation nötig

» April 2002: Nieder mit der Eminenz

» November 2002: Die Gelenkputzete

» Sommer 2005: Eine Korrektur mehr

» Mai 2007: Das Metall kommt raus

 

 

Echo und Feedback

Falls jemand seine eigene Story mit Beinbruch und Genesung (nach Wunsch auch anonym) veröffentlichen will, nur zu - es sollen möglichst viele Leute von solchen Berichten profitieren können. In diesem Forum sind die Reaktionen zu lesen.

 
 

Wichtiger Hinweis

Ich bin nicht Arzt, sondern Patient. Da jeder Unfall, jede Krankheit anders ist und die Heilung und Behandlung individuell verlaufen, sind diese Seiten keinesfalls als Beratung oder der Weisheit letzter Schluss zu verstehen. Ich warne auch davor, Teile auszudrucken, damit zum Arzt zu rennen und zu sagen "aber hier liefs doch so und so, machen sie das bitte auch" - bitte auf gar keinen Fall! Diese Seiten sollen allenfalls Denkanstösse und grobe Vergleiche liefern, ersetzen aber keinesfalls das fundierte Urteil von Fachpersonen, die eure Geschichte und Allgemeinzustand kennen. Darum beantworte ich auch allfällige Anfragemails nur äusserst zurückhaltend. Erste Ansprechperson ist eurer Arzt bzw. eure Ärztin. Auf diesen Seiten wird allein meine persönliche Meinung dargestellt. Meine Ärzte haben Kenntnis von dieser Seite, der Inhalt ist aber nicht mit ihnen abgesprochen oder von ihnen gutgeheissen.

 
 

Weitere Berichte rund um Gebrechen

Morbus Bechterew kann ganz schön mühsam sein - besonders wenn noch ab und zu eine Iritis dazu kommt.

 

Teil 2: Klinik Valens, 2.-23. Mai 2001

Nette Lage, frisch renoviert: Ein Bijou von Klinik - zwar im hintersten Krachen gelegen und nur über eine kurvige Strasse erreichbar, aber (gerade bei Sommerwetter) die Idylle pur. Am 2. Mai räumte ich das Zimmer in Chur, um in eine bislang unbekannte Gegend am Ende der Welt abzutauchen...

Unterdessen - zweieinhalb Wochen nach dem Unfall - kam ich mit den Krücken schon ganz gut alleine zurecht, also verfiel ich schon fast wieder dem weltlichen Luxus: Der anfängliche Ärger über die Teilung eines Fernsehgerätes mit Zimmergenossen, die meistens andere Sachen sehen wollten, oder den Tagesplan, der schon mitten in der Nacht (7.30 Uhr!?) Trainings vorsah, verflog schnell, denn hier war ich an einem guten Ort gelandet, an dem geniale Sachen vollbracht werden.

Es mag zynisch tönen, aber auch die Tatsache, dass einem den ganzen Tag weitaus schwerer Fälle als man selbst begegneten, trug dazu bei, dass es einem Wohl war in seiner Haut . Das anfängliche Gefühl eines Militärlagers ("Tragen Sie im Essenssaal bitte angebrachte Kleidung" - wie zum Henker sollte ich denn bei meiner Schiene bitte nur schon Jeans anziehen?!) wich schnell einem Gefühl, hier gar nicht mehr weg zu wollen.

» Was läuft hier so alles? Viel! - Website der Klinik Valens

Der Mann mit den Krücken wohnt im Hoteltrakt, der im 2. Stock eine Spitalabteilung hat. Links im unteren Bild das Thermalbad...



... das auch öffentlich zugänglich ist. Die Therapien finden allerdings in einem abgetrennten Therapiebad statt.

Im Tamina-Tal wurde das Thermalwasser schon vor Jahrhunderten genutzt - die Badegäste wurden damals in Körben zum schier unzugänglichen Bad hinuntergelassen. Aus dem Info-Prospekt der Klink Valens: "Über zehn Jahre strömt das Wasser durch die gewaltigen Naturkräfte im Inneren der Berge. Auf dem Weg durch das Dunkel des Gesteins baut es seine Heilwirkung auf und erblickt schliesslich als Quelle von Pfäfers in der Taminaschlucht das Licht der Welt. (...) Verbürgt ist, dass Johann II. von Mendelbüren 1350 in der Felsenhalle über der Tamina das erste Badehaus einrichten liess und Paracelsus als 1535 als Arzt in der Taminaschlucht wirkte. Der Zugang zum Bad war mehr als wild und rauh. An diesen 'Ort schrecklichster Verlassenheit' mussten die Patienten in einem Korb hinabgelassen werden." 1968 schliesslich entstand die Klink Valens unter dem Patronat der Kantone St. Gallen und Graubünden, in der "eine Symbiose von modernster Medizin mit uralten Erkenntnissen der Heilkraft der wasserreichsten Akratotherme Europas gepflegt wird."

Zum Anfang dieser Seite


Ja und was treibt denn der Mann mit den Krücken so unterdessen? - Er muss vor jedem längeren Gang seine sexy Strümpfe anziehen ...

... um danach die Post-Op-Schiene überzustülpen, zu schnüren, die Krücken (und - OK - manchmal auch andere Sachen) zur Hand zu nehmen ...

... die mit der Zeit aber unangenehme Dellen und den Unterarmen zur Folge hatten. Da trat aber schon das geniale Team der Klinik auf den Plan; hier sind Sonderwünsche niemandem lästig... Kiki von der Ergotherapie konstruierte innert Minuten eine Spezialpolsterkonstruktion - und die Dellen verschwanden.

Mit solcherlei Basteleien ausgerüstet gehts los auf Tal-Erkundung: Zuhinterst versteckt liegt nach einigen Staumauern das Walserdorf St. Martin.

» Weiteres Bild von St. Martin 1
» Weiteres Bild von St. Martin 2

Das hier unten ist nicht der heilige Martin, sondern Sebi - und der war mit Janine und Barbara eines schönen Samstages zu Besuch und machte die Fahrt zur besten Apfel-Rhabarber-Wähe (als Abwechslung zu Voltaren, Fraxiparin, Neurontin, Tramal und all dem Zeug wunderbar) der Alpen erst möglich.

Zum Anfang dieser Seite

Aber zurück nach Valens, denn ich war ja nicht in einem Ferienlager. Im Zimmer D211...

... mit dieser Aussicht vom Balkon (auf den Calanda, diesmal von der anderen Seite) bei schönem Wetter...

...hauste ich noch bis Ende Monat. Vor lauter Therapien, Trainings, Kälte- und Fangopackungen, Visiten und Essenszeiten blieb kaum Zeit für anderes: Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr war in der Regel volles Programm angesagt. Und dazu gehörte vor allem als Highlight des Tages Rixt Althofs berühmt-berüchtigte Physio (es stimmt, Niederländerinnen von den friesischen Inseln greifen gerne mal zum Foltergriff).

Diesen wahrhaftig kräftigen Knetereien zum Trotz: Das Knie sah am 24. Mai auch wieder aus wie ein Knie, die Muskeln waren auch wieder zahlreicher vorhanden (Tip für Betroffene: Bitte sich nicht wundern, wenn Muskeln nach nur einer Woche ohne Belastung fast schon ganz verschwunden sind!), allerdings war der Bauch wegen der erstklassigen Menüs im Klinikrestaurant auch etwas grösser geworden, da nütze alles Trainieren nichts. Dafür sah der nun fünfeinhalb Wochen alte Reissverschluss ganz passabel aus...

... und ab dem 25. Mai galt dann wieder der Berner Alltag - oder zumindest der Versuch, sowas wie Alltag hinzukriegen: Wie bekomme ich ein Glas Wasser aus der Küche in die Stube? Wie arbeitet man, wenn das Knie nach einer halben Stunde sitzen weh tut? Wie duscht man in einer kleinen Dusche, wenn man sich nicht bücken kann und keinesfalls ausrutschen darf? Wieviel Kraft braucht es, an Krücken den Nydeggstalden rauf und runter zu kommen? - Aber etwas wird voll ausgekostet werden: Wieder Chardonnay trinken. Endlich mal immer durch die vorderste Bustüre einsteigen. Bis nach Mitternacht ungestört fernsehen. In einem grossen Bett liegen. Das Licht löschen, wann man will. - Und der Aareschwumm ist trotzdem möglich: Ausgiebige medizinisch-klinisch überwachte Tests im Therapiebad haben bewiesen, dass ein Schwimmflügeli am einen und eins am anderen Ende der Krücken reichen, diese über Wasser zu halten und beim Ausstieg wieder aus dem Wasser zu hieven.

Ja und wie das ganze denn in der Praxis tatsächlich aussah, das steht hier...


Und die Dankesliste geht weiter mit den guten Seelen von Valens. BIG Thanks to:

  • Den Schwestern vom D2: Ihr seid nicht nur toll, weil ihr mir beigebracht habt, wie man sich selbst eine Spritze setzen muss, ihr seid auch sonst einfach cool
  • Dr. Riebenstahl und Dr. Ratzenböck (die heissen w i r k l i c h so!) sowie Dr. Bachmann und Dr. Persili für die Betreuung und guten Tipps im D2 - besonders Stefan Bachmann dafür, dass er etwas heimatlichen Berner Groove nach Valens gebracht hat
  • Rixt Althof fürs Foltern und Quälen... ich verspreche hoch und heilig - ich werde die fehlenden 7 Grad bis zur vollen Streckung in Bern nachholen!
  • Claudia und Beat für die coolen Wasserspiele
  • Walter Telser für die Hitze- und Kälteschocks
  • Kiki von der Ergo für die spontan-hausgemachte und effiziente Krückenpolsterung
  • Tony fürs Fotografieren
  • Corrie Hueber fürs Wäschewaschen (und Gusti und Jan fürs Mit-Besuchen) - Belohnung am PC und im Restaurant Obstberg folgt!
  • Den Zimmergenossen Stefan und Adriano fürs Verständnis für die Ticks eines PC-Besessenen
  • Manuela, Carola, Stefi und Jörg, Barbara, Sebi und Janine für die Besuche
  • Hans und Louise Luggauer für Transport- und Besuchsdienste
  • Der Kioskfrau, die mir den Kaffee immer nachtragen musste
  • Den Receptionistinnen und dem Mister Technik für diverse Sonderdienste
  • Den flinksten KellnerInnen der westlichen Hemisphäre im Speisesaal

Weiter nach Bern: Back Home!

Autsch Home

Reaktionen Betroffener / Forum

Zum Seitenanfang


webpublishing | kurse+texte | fotos+webcam | sounds
blog | yakome'tt | projekte | kontakt

last update 13.04.2011 0:45 © jacomet.ch 1999-2005



Werbung

   

Werbung

 

Stat