Letzte Änderung: Dienstag, 11. Februar 1997 / 08:30 Uhr

KOMMUNIKATER
Das Magazin des
Instituts
für Medienwissenschaft der Uni Bern
Ausgabe Sommersemester 1997
(Auszug)
Sorry für gewisse Fehlformatierungen;
Korrekturen
würden unverhältnismässigen Aufwand bedeuten.
Das Originalheft
kostet Fr. 2.- und ist im Institut erhältlich!
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EDITORIAL
SPONSOREN
Das Institut für Medienwissenschaft könnte seine Aufgaben in Lehre, Forschung und Dienstleistung ohne Drittmittel nicht erfüllen. Soweit die Forschung betroffen ist, ist das eine Binsenwahrheit: Alle Institute finanzieren ihre Forschungsprojekte mit Mitteln, die nicht aus Betriebskrediten der Universität, sondern vom Schweizerischen Nationalfonds, von interessierten Bundesämtern, von der Berner Forschungsstiftung oder von privaten Unternehmen stammen. Unser Institut profitierte bisher hauptsächlich vom Nationalfonds und vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM), aber auch von diversen Stiftungen, Unternehmen und Organisationen. Die Forschung funktioniert bei uns so wie überall.
Anders als anderswo sieht es im Institut für Medienwissenschaft hingegen für Lehre und Dienstleistung aus. Dort sind Sponsoren mittlerweile so wichtig geworden, dass der Betrieb ohne sie gar nicht mehr aufrechterhalten werden könnte. Fünf Sponsoren verdienen besonders erwähnt zu werden:
- Der Förderverein Medienwissenschaft, dem namhafte schweizerische Medienunternehmen und Medienorganisationen als Kollektivmitglieder angehören, finanziert vollumfänglich den Weiterausbau der Bibliothek und einen Teil der Zeitschriftenabonnemente. Ausserdem unterstützt er Publikationen und Tagungen.
- Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) stellt im Bereich des Kollegen Steinmann Assistenten- und Sekretariatskapazität zur Verfügung und bietet den Studierenden mit den Daten des Forschungsdienstes interessantes Material für empirische Studien.
- Die Publica Data AG sponsert von 1997 an einen Lehrauftrag für Publikumsforschung im Umfang von zwei Stunden jährlich.
- Die TA Media AG unterstützt die (Weiter-)Anstellung von Hilfsassistentinnen und -assistenten.
- Und die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) stellt dem Institut zu einem Spezialpreis online alle Medienmeldungen zur Verfügung, die über ihren Dienst laufen, und ermöglicht so die elektronische Datenbank ELMAR.
Wir sind allen Sponsoren sehr dankbar, dass sie mit ihrem Beitrag die Bedeutung medienwissenschaftlicher Lehre und Forschung an der Universität Bern anerkennen und dass sie uns helfen, mit unseren 3,8 Stellen die 380 Studierenden im Nebenfach und die etwa 50 Studierenden im Ergänzungsfach angemessen zu betreuen. Gleichzeitig verbuchen wir es auf unser Konto, dass es uns gelungen ist, diese Sponsoren an unser Institut zu binden und so einen eigenen Beitrag zur Schliessung der Finanzierungslücke des Instituts zu leisten. Die Lücke ist noch nicht geschlossen! Umso mehr müsste die Universität würdigen, dass wir nicht einfach auf Stellenpunkte hoffen, sondern selber etwas tun.
Roger Blum

LEHRVERANSTALTUNGEN IM SOMMERSEMESTER 1997
Prof. Dr. Roger Blum
Journalistik. Einführung in die Kommunikations- und Medienpraxis.
Vorlesung, obligatorisch
Dienstag 8-10
Beginn: 18. März 1997
Ort: Aula Muesmatt
Die Vorlesung klärt den Begriff "Journalistik" und behandelt unter praxisorientierten Fragestellungen zuerst die journalistischen Akteure, wo die Problematik der journalistischen Berufskompetenz und des journalistischen Berufsfeldes (Theorie der Vermittlungsverfassung) angesprochen wird. Dann folgen unter dem Gesichtspunkt der journalistischen Aussagen Überlegungen zu den Medienfunktionen, zu den Journalismuskonzepten (Berichterstattungsmustern) und zu den Darstellungsformen (Textgattungen, Genres). Die Vorlesung wird abgerundet mit Hinweisen zur journalistischen Sprache und zur journalistischen Ethik.
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Prof. Dr. Roger Blum
gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. E. W. B. Hess-Lüttich und Prof. Dr. R. Meyer Schweizer
Ausgewählte Medienthemen: "Forschungserträge"
Kolloquium für Fortgeschrittene, fakultativ
Mittwoch 18-20 Uhr, 14-täglich
Beginn und Ort: Siehe Anschlagbretter
In dieser Veranstaltung sollen abgeschlossene Arbeiten zu Medienthemen von Studierenden der Medienwissenschaft, der Soziologie und der Germanistik vorgestellt und diskutiert werden. Das Kolloquium ist als interdisziplinärer Ort des Austauschs studentischer Forschungserträge gedacht. Die Teilnahme daran ist freiwillig, doch werden alle Studierenden der Medienwissenschaft, die eine Facharbeit erfolgreich abgeschlossen haben, eingeladen, am Kolloquium teilzunehmen und über ihre Facharbeit zu berichten.
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lic. phil Jost Aregger
Methodenbesprechungen
Kolloquium für VerfasserInnen von laufenden Arbeiten, fakultativ
Dienstag, 18-20 Uhr, 14-täglich
Beginn: 18. März 1997
Ort: siehe Anschlagbretter
Diese Veranstaltung hat Forumscharakter. Sie ist neu eingeführt worden und soll eine regelmässige Betreuung von medienwissenschaftlichen Facharbeiten gewährleisten. Formal werden möglichst offene und gleichberechtigte Diskussionen angestrebt. In der Regel soll pro Sitzung eine Arbeit diskutiert werden, deren Konzept zu Beginn der Stunde von den VerfasserInnen in einem Kurzreferat und einem kleinen Paper vorgestellt wird. Von dieser Regel kann in begründeten Fällen abgewichen werden; es können beispielsweise auch zwei Arbeiten zu ähnlichen Themen in einer Stunde behandelt werden. Die Veranstaltung steht auch Studierenden anderer Fächer offen, sofern sie Arbeiten zu Medienthemen schreiben und gewillt sind, sich an sozialwissenschaftlich ausgerichteten Konzept und Methodendiskussionen zu beteiligen; "sozialwissenschaftlich" ist in diesem Zusammenhang weit gefächert zu verstehen und meint die wissenschaftliche Erforschung von Phänomenen, die Menschen betreffen.
Die Veranstaltung ist fakultativ, ihr Besuch beruht also auf Freiwilligkeit und ist keine zwingende Voraussetzung zum Erreichen der Prüfungszulassung. Auf Wunsch kann sie in die Semesterferien hinein ausgedehnt werden, mit unregelmässigen Terminen nach Bedarf; so könnte verhindert werden, dass der Betreuungsfaden reisst.
Ausserhalb dieses Kolloquiums wird es von Seiten des durchführenden Assistenten keine Betreuung von Facharbeiten mehr geben.
Folgende Nachschlagewerke werden zur begleitenden Lektüre empfohlen:
- Diekmann, Andreas: Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Reinbek bei Hamburg 1995. Rowohlts Enzyklopädie re 551 (rororo).
- Flick, Uwe: Qualitative Forschung. Theorie, Methoden, Anwendung in Psychologie und Sozialwissenschaften. Reinbek bei Hamburg 1995. Rowohlts Enzyklopädie re 546 (rororo).
- Früh, Werner: Inhaltsanalyse. Theorie und Praxis. München 31991. (Ölschläger Uni Papers Bd. 3).
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Prof. Dr. Roger Blum
gemeinsam mit Assistentin Katrin Hemmer und Assistent Andi Jacomet
Praktische Übungen im Journalismus
Blockseminare, fakultativ
a) Basiskurs: Diszipliniertes und kreatives Schreiben
Mittwoch bis Freitag, 23.-25.4. bzw. 4.-6.6.1997
b) Spezialkurs I (Interview und Porträt): Mittwoch bis Freitag, 23.-25.4.1997
c) Spezialkurs IV (Politischer Journalismus): Mittwoch bis Freitag, 4.-6.6.1997
Ort: Solothurn
Numerus clausus: Es können sich je 10 Studierende, die noch nie in einem Blockseminar waren, einschreiben für den ersten oder den zweiten Basiskurs. Und je 10 Studierende, mit Vorteil solche, die schon einmal dabei waren, können sich einschreiben für den Spezialkurs I (Interview und Porträt) oder den Spezialkurs IV (Politischer Journalismus). Es ist zulässig, dass sich Studierende für beide Spezialkurse anmelden.
Basiskurs: Im Basiskurs schreiben die TeilnehmerInnen journalistische Texte und lernen die grundlegenden Regeln des (Nachrichten)journalismus kennen. Dass Schreiben auch pure Lust sein kann, erfahren sie beim Verfassen von kreativen Texten, bei denen weder Nachrichtenfaktoren noch Objektivität gefragt sind. Ein Grossteil der Seminarzeit ist reserviert für das Besprechen von Presseartikeln, welche die TeilnehmerInnen vor dem Seminar selbst geschrieben und eingereicht haben. In einer Atmosphäre konstruktiver (!) Kritik lernen die Studierenden, was einen guten journalistischen Text ausmacht und was es heisst, verständlich zu schreiben. Und dass eine `gute Schreibe' lernbar ist. (Leitung: Katrin Hemmer und Andi Jacomet)
Spezialkurs I (Interview und Porträt): Dieser Kurs ist ein Theorie- und Schreibseminar, das die schwierigen journalistischen Formen Interview und Porträt ins Zentrum rückt. Etwas Theorie, das Studium guter und schlechter Beispiele, Trockenübungen und Übungen am konkreten Objekt (prominenter Gast) sollen den Sinn für Interview und Porträt schärfen. Der Kurs richtet sich nicht an blutige Anfängerinnen und Anfänger. Umgekehrt ist nicht Bedingung, dass die Teilnehmenden z.B. schon journalistische Interviews geführt haben. (Leitung: Prof. Roger Blum)
Spezialkurs IV (Politischer Journalismus): Dieser Kurs ist ebenfalls ein Theorie- und Schreibseminar. Vorgestellt werden verschiedene Formen des politischen Journalismus, die praktischen Übungen kreisen vor allem um die Recherche und um die Analyse, und wie üblich werden Gäste auftreten. Auch hier ist es von Vorteil, wenn die Studierenden den Basiskurs besucht haben und ein wenig praktische Erfahrung mitbringen. (Leitung: Prof. Roger Blum)
Form: Das Blockseminar dauert drei Tage (Mittwoch bis Freitag). Es ist ein integrales Ganzes. Es findet im Hotel "Kreuz" in Solothurn statt. Die Teilnehmenden müssen einen portablen Computer (Notebook) mitbringen.
Kosten: Die Kosten (für Fahrt, Halbpension in Doppelzimmern, Fotokopien etc.) belaufen sich auf rund Fr. 135.-
Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt schriftlich durch Einschreiben auf die im Institut ausgehängte Teilnehmendenliste Die Anmeldelisten hängen ab 4. Februar 1997 aus. Anmeldetermin ist der 1. März 1997. Die Interessierten werden in der Reihenfolge der Anmeldung berücksichtigt. Übersteigt die Zahl der Angemeldeten die Zahl der freien Plätze, so haben jene Vorrang, die Medienwissenschaft im Nebenfach studieren. Die bestätigte Anmeldung ist verbindlich; Rückzüge aus spontanen Launen oder wegen unseriöser Semesterplanung können nicht geduldet werden und haben Kostenfolgen.
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Prof. Dr. Matthias F. Steinmann
Einführung in die RezipientInnenforschung
Vorlesung, obligatorisch
Mittwoch, 12.30 - 14.00
Beginn: siehe Anschlagbretter
Ort: Hörsaal 57, Hauptgebäude
Diese Vorlesung führt in die Theorie, Praxis und Methoden der Rezipientlnnenforschung ein. Gezeigt wird die Situierung der Rezipientinnenforschung in der wissenschaftlichen Tätigkeit und besonders in der Massenkommunikationsforschung. Der Rezeptionsprozess wird aus den Perspektiven verschiedener Disziplinen wie Psychologie, Physiologie, Sozialpsychologie und Soziologie behandelt. Zudem werden die wichtigsten Ansätze der Rezipientlnnenforschung vorgestellt und erklärt. Im weiteren wird auf die gebräuchlichen Methoden der Rezipientlnnenforschung sowie auf die Publikumsforschung in der Schweiz eingegangen.
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Prof. Dr. Matthias F. Steinmann
Einführung in die RezipientInnenforschung
Seminar, obligatorisch
Montag, 12.30 - 14.00
Beginn: siehe Anschlagbretter
Ort: Hörsaal 57, Hauptgebäude
In diesem Seminar werden die Themen der Vorlesung vertieft, ergänzt und aus spezifischen Perspektiven beleuchtet. Externe Referentinnen und Referenten aus der Schweiz und aus dem Ausland werden ihre Forschungstätigkeit vorstellen und so fachliche Einblicke in die wissenschaftliche Praxis ermöglichen.
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PROPÄDEUTIKA-VORLESUNGEN
Prof. Dr. Andreas Diekmann: Einführung in die empirische Sozialforschung (Vorlesung, für phil-I und phil II-Studierende obligatorisch)
Beginn und Ort: siehe Anschlagbretter
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MEDIENVERWANDTE LEHRVERANSTALTUNGEN
Prof. E.W.B. Hess-Lüttich : Zeichen-Medium-Text. Grundbegriffe der Kommunikationsanalyse. Vorlesung Germanistik.
Mittwoch 14-16.
Beginn und Ort: siehe Anschlagbretter
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Prof. Ch. Graf : Die Schweizerische Filmwochenschau als zeitgeschichtliche Quelle.
Hilfswissenschaftliche Übung Geschichte. Montag 16-18.
Beginn und Ort: siehe Anschlagbretter
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Prof. Ch. Pfister: Werbung - Spiegel der Gesellschaft? Mentalitätsgeschichtliche Aspekte des Wertewandels im 20. Jahrhundert am Beispiel der Werbung.
Seminar Geschichte. Freitag 10-12.
Beginn und Ort: siehe Anschlagbretter
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Prof. R. Groner: Das Internet - ein neues Forschungs- und Berufsfeld für PsychologInnen.
Proseminar Psychologie. Dienstag 10-12.
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Dr. M. Drack: Kolloquium zum Projekt Geschichte der SRG.
"Radio, Fernsehen - und ihre Geschichte in der Schweiz" - Ort der Inspiration für Facharbeits-Themen.
Informationen bei Dr. M. Drack, Tel. 031 829 15 09 oder Assistentin Katrin Hemmer.
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WISSENSCHAFTLICHE ARBEITEN
a) laufende Dissertationen
Aeberhard-Châtelain, Corinne: Die Reportage zwischen Fiktion und Realität. (Prof. Blum)
Aeschbacher, Catherine: Zwischen "Hirtebüebli" und Hölderlin. Das Bild Robert Walsers in der Schweizer Presse. (Prof. Steinmann)
Aregger, Jost: Geschlechterdiskurs in der Schweizer Presse. (Prof. Blum)
Gattlen, Roman: Fernsehkonsum im Wandel (Arbeitstitel) (Prof. Steinmann)
b) Laufende Masterarbeit im Nachdiplomstudium Management
im Gesundheitswesen
Schneider-Gurewitsch Kathryn, Dr. med.: Präventionskampagne und Filmprojekt "Fragile": Medienkonzept und Medienwirksamkeit bei der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Hirnverletzung. (Prof. Blum)
c) Laufende Facharbeiten
Baumann, Eric: Jugendbeilagen von Tageszeitungen. (Prof. Blum)
Besel, Michael: Funktion der Lokalzeitungen in der politischen Kommunikation. (Prof. Blum)
Bühler, Cornelia: Das Frauenbild in "Sonntagsblick" und "SonntagsZeitung". (Prof. Blum)
Bundi, Annetta; Jacomet, Andi: "Das gibt es in der Schweiz!" Sozialreportagen in der "Nation" 1939-1952. (Prof. Blum)
Dörig, Remo: Gentechnologie in den Printmedien vor und während der Herbstsession '96 der eidgenössischen Räte. (Prof. Blum)
Ehrenzweig, Nathalie: Wandel und Stellenwert der sexuellen Aufklärung im "Bravo". (Prof. Blum)
Fatzer, Simone: Sekten im Licht der Medien. (Prof. Blum)
Hafner, Katrin; Probst, Lucia: Das Nachrichtenmagazin "Facts". (Prof. Blum)
Hufschmid, Martina / Soom, Eva: Interpersonale und mediale Kommunikation bei ethnischen Minderheiten in der Schweiz. (Prof. Blum)
lmboden, Olivier; Kurz, Norbert: Vergleichende Programmqualitätsanalyse RRO "Eifach neecher dra" (Arbeitstitel) (Prof. Steinmann)
Lüscher, Matthias: Die Schweizer Presse im Internet. (Prof. Blum)
Meyer, Salome; Sterchi, Andrea: Mediensystem und Medienkonzentration in den Kantonen Zug und Graubünden. (Prof. Blum)
Schüpbach, Raoul: "Le Nouveau Quotidien". (Prof. Blum)
Sidler, Gustav Martin; Stalder, Thomas: Bundesratskommunikation. (Prof. Blum)
Sonderegger, Ueli: Die reformierte Presse in der Schweiz. (Prof. Blum)
Soukup, Michael: Interaktives Fernsehen (Arbeitstitel) (Prof. Steinmann)
Uebersax, Daniel; Beratungsdienste in Tageszeitungen (Prof. Blum)
Vetter, Peter: Jugend in der Presse. (Prof. Blum)
Zaugg, Sabine: Die Wirkung von Werbung auf das kindliche Fernsehpublikum in der Vorweihnachtszeit (Arbeitstitel). (Prof. Steinmann)

Ort der Inspiration für Facharbeits-Themen: Kolloquium zum Projekt "Geschichte der SRG"
Zweimal im Jahr treffen sich Medienwissenschafterinnen, Historiker, Archivarinnen, Doktoranden und Studentinnen aus der ganzen Schweiz (!) im Sitzungszimmer der SRG, um ihr `Lieblingsthema' zu diskutieren: Radio, Fernsehen - und ihre Geschichte in der Schweiz. Am letzten Kolloquium beispielsweise stellte der Historiker Theo Mäusli sein Oral-History-Projekt "Sozialgeschichte des Radios" vor und sprach von seinen Erfahrungen mit der Befragung von Zeitzeugen. Auch von den ersten Frauen in den Radiostudios war die Rede und von den Programmangeboten, von der Rolle des Radios während des zweiten Weltkrieges, aber auch von den ersten SRG-internen Diskussionen über das Zukunftsmedium Fernsehen.
Im Kolloquium profitieren nicht nur Studentinnen vom Wissen der Professoren und der Archivarinnen, auch Projektleiter lernen dazu, wenn Studenten von ihren Erkenntnissen berichten. Gibt jemand zu, bei der (Projekt-)Arbeit noch offene Fragen zu haben: meist findet sich jemand im Saal, der eine Antwort hat oder weiss, wo und bei wem diese zu finden ist.
Mittelfristiges Ziel des Kolloquiums ist es, das "Projekt Geschichte der SRG" mit einem zwei- oder dreibändigen `Werk' abzuschliessen, welches die Arbeiten auf einheitliche Art zusammenfasst.
Die Chance: Noch werden nicht alle möglichen Themen rund um Geschichte der SRG resp. der elektronischen Medien in der Schweiz bearbeitet. Noch werden Studentinnen und Studenten gesucht, die eine Arbeit im Bereich der Radio- oder Fernsehgeschichte schreiben möchten. Interessierte wenden sich direkt an den Projektleiter Dr. Markus Drack (Tel. 031 829 15 08) oder an Assistentin Katrin Hemmer, welche am Projekt teilnimmt.

PRÜFUNGEN
Daten für Abschlussprüfungen im Nebenfach
27. Juni - 4. Juli 1997 (Sommersemester 1997)
Ende Mai 1997 Anmeldeschluss beim Phil.-Hist.-Dekanat
bis spätestens 7. Mai Abgabetermin Facharbeit und Abschlusskontrolle Studienblatt
17.-24 Oktober 1997 (Anfang Wintersemester 1997/98)
Ende August 1997 Anmeldeschluss beim Phil.-Hist.-Dekanat
bis spätestens 6. Aug. Abgabetermin Facharbeit und Abschlusskontrolle Studienblatt
20. - 27. März 1998 (Ende Wintersemester 1997/98)
Ende Januar 1998 Anmeldeschluss beim Phil.-Hist.-Dekanat
bis spätestens 7.Jan. Abgabetermin Facharbeit und Abschlusskontrolle Studienblatt
Die Termine der Phil.-Hist.-Fakultät gelten auch für Nebenfach-Studierende anderer Fakultäten.
Ergänzungsfach, individuelles Fachprogramm
Jeweils am ersten Tag der oben aufgeführten Prüfungswochen finden die schriftlichen Nebenfachprüfungen statt. An denselben Tagen werden auch die Prüfungen für das Ergänzungsfach und für das individuelle Fachprogramm durchgeführt.
Prüfungsanmeldung:
Die PrüfungskandidatInnen müssen sich nach der Abschlusskontrolle bei Katrin Hemmer schriftlich bei den Dozenten zur Prüfung anmelden. Die Anmeldetermine sind dieselben wie oben aufgeführt (Nebenfach).

ORIENTIERUNG ZUM STUDIUM
Neue Studienordnung
Die Studienordnung vom 10. November 1994 wurde revidiert, ist aber noch nicht in Kraft. Sie führt Medienwissenschaft als "kleines (zweites) Nebenfach" ein, ermöglicht den Studierenden eine grössere Freiheit bei der Wahl von Lehrveranstaltungen und verbessert die methodische Ausbildung.
Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät hat diese Änderungen bereits genehmigt. Nun müssen sie noch von der Erziehungsdirektion angenommen werden. Wenns soweit ist, werden die Dozenten darüber informieren. Dann werden im Institut auch Kopien der neuen Studienordnung aufliegen.

Mittel gegen Schrecksekunden
Einladung zur Studienblattkontrolle
Das Wort "Kontrolle" weckt bei den meisten Abwehrreflexe aus. Eine andere Beschreibung unserer Dienstleistung ist uns aber leider noch nicht eingefallen. Es geht bei der Studienblattkontrolle nicht darum, zu überprüfen, ob eine Studentin oder ein Student vorbildlich und studienzeitoptimierend Medienwissenschaft studiert. Nein! Ziel ist es, mit der betreffenden Person zusammen zu schauen, welche Vorlesungen sie bisher besucht, welche Arbeiten sie geschrieben und was sie bereits mit Noten abgeschlossen hat.
Zwei Beispiele aus dem Institutsalltag: Anhand der eingetragenen "Leistungen" auf seinem Studienblatt wird ersichtlich, dass A. im Vorlesungszyklus eine "Lücke" hat - vielleicht weil er damals Priorität aufs Hauptfach legte oder im Ausland war. Er erfährt umgehend, wann er die verpasste Vorlesung nachholen kann. Oder: Wäre E. mindestens einmal im Verlauf ihres Nebenfach-Studiums in die Studienblattkontrolle gekommen, hätte sie kurz vor Anmeldeschluss zur Abschlussprüfung nicht schreckensbleich erfahren müssen, dass ihr noch eine (genügende) Note zur Vorlesung "Einführung in die Rechtswissenschaft" fehlt - ohne die sie Medienwissenschaft nicht abschliessen kann.
Die Studienblattkontrolle ist ein Mittel gegen solche Schreckensmomente. Sie muss nur in homöopathischen Dosen durchgeführt werden: einmal im Jahr eine Viertelstunde reicht. Ohne Risiken und Nebenwirkungen.
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EXKURSIONEN
Basel / Zeitung und Radio
Mittwoch, 9. April 1997: Leitung: Prof. Dr. Roger Blum
Basel ist zwar nicht die "Medienstadt", als die sie sich gerne sähe, aber die Medienszene ist trotz der grossen Zeitungsfusion von 1977 lebhafter als man denkt. Denn erstens bringt Basel immer wieder - kleinere - "alternative" Medien hervor (wie z.B. "Stadtzeitung", "Faltblatt", Regionaljournal). Zweitens kann man in Basel aktuelle Informationen von zwei Tageszeitungen, drei, bald vier Radios und einem Fernsehkanal erhalten. Und drittens beherbergt Basel nicht nur eines der grössten Schweizer Medienunternehmen - die Basler Zeitungs-Gruppe -, sondern auch die Direktion von Radio DRS mit Schwerpunkten bei DRS 2 und DRS 3. Auf der Exkursion greifen wir drei Medien heraus.
Provisorisches Programm:
Fahrt mit dem Zug nach Basel (Bern ab 7.50, Basel an 8.59) und mit dem Tram zur Schifflände
Besuch bei "Radio Basilisk"/ Diskussion
Mittagessen; Fahrt mit dem Tram nach Klybeck
14.30 Uhr: Besuch bei der "Basler Zeitung"/ Diskussion
17.30 Uhr:Fahrt mit dem Tram aufs Bruderholz
Besuch bei Radio DRS (Hörspiel, DRS 2 und 3)
20.30 Uhr: Fahrt mit dem Tram zum Bahnhof, Rückreise (Basel ab 21.02, Bern an 22.10).
Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Eine Anmeldeliste hängt im Institut für Medienwissenschaft aus. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 30 beschränkt. Anmeldefrist ist der 1. März 1997.
Graubünden/rätoromanische Medien
Mittwoch/Donnerstag, 11./12. Juni 1997: Leitung Prof. Dr. Roger Blum
In die Medienszene Graubündens ist 1996 viel Bewegung gekommen: Die "Bündner Zeitung" (Gasser AG) und das "Bündner Tagblatt" (Christoph Blocher) arbeiten unter dem Verlagsdach der Gasser AG zusammen. Der neue Sprachenartikel der Bundesverfassung und die Vorgänge in Chur haben insbesondere auch die rätoromanischen Medien beeinflusst: Seit Neujahr gibt die Gasser AG die rätoromanische Tageszeitung "La Quotidiana" heraus; die bisherigen (nicht täglichen) Zeitungen "Gasetta Romontscha" (Disentis), "Casa Paterna/La Punt" (Chur) und "Fögl Ladin" (Samedan) sind verschwunden, einzig "La Pagina da Surmeir" in Savognin blieb resistent und erscheint weiter. Die Rätoromanische Nachrichtenagentur und vermehrte Verwendung von Rumantsch grischun sind weitere Faktoren, die Medien beeinflussen, auch die elektronischen. Wir wollen diese Medien auf einer Exkursion genauer kennenlernen.
Provisorisches Programm:
Mittwoch, 11. Juni 1997
Fahrt mit dem Zug nach Chur (Bern ab 07.47, Chur an 10.44 Uhr)
Besuch der Tageszeitung "La Quotidiana", anschliessend Mittagessen
Besichtigung und Diskussion bei der Romanischen Nachrichtenagentur ANR
Fahrt mit dem Postauto nach Savognin (Chur ab 17.55, Savognin an 19.19)
Bezug der Unterkunft und Nachtessen
Donnerstag, 12. Juni 1997
Besuch bei der Redaktion von "La Pagina da Surmeir"/ Diskussion
Wanderung
Mittagessen in Tiefencastel
Fahrt mit dem Zug nach Chur (Tiefencastel ab 14.18, Chur an 15.08)
Besuch beim Radio Rumantsch / Diskussion
Rückreise per Zug nach Bern (Chur ab 18.15, Bern an 21.13).
Da diese Exkursion aus naheliegenden Gründen zwei Tage dauert, wird sie etwas teurer sein als üblich. Die Kosten (Reise, Unterkunft, Essen) dürften 100 Fr. übersteigen. Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Die Anmeldeliste hängt im Institut für Medienwissenschaft aus. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 30 beschränkt. Anmeldefrist ist der 1. Mai 1997.

ONLINE
"Was, Du hast keine e-mail-Adresse?" - Eine nicht immer, aber immer öfter gehörte Frage bei Verabschiedungsritualen. Immer mehr Menschen sind per Computer miteinander vernetzt und tauschen mehr oder weniger wichtige Nachrichten elektronisch aus. Per email sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Institut für Medienwissenschaft längst erreichbar, und seit Herbst 1996 bieten wir nun auch ein ausführliches Informationsangebot auf dem World Wide Web an: Unter der Adresse
http://ubeclu.unibe.ch/imw/index.html
sind alle wichtigen Fakten rund ums Studium aufgelistet. Nicht nur das! Eine kleine Auswahl, was unsere Internet-Homepage zu bieten hat:
Ferienabwesend? Job in einer anderen Ecke des Landes? - Kein Problem, auch so an aktuelle Prüfungsresultate heranzukommen. Sobald die Noten da sind, werden sie anonym (mit Matrikelnummer) auf der Internet-Seite plaziert. Dasselbe gilt für die Vorlesungsbeginn-Daten und Hörsaal-Nummern; der Umweg zum Anschlagbrett entfällt. Anmeldungen für Exkursionen usw. können neu auch bequem im Cyberspace erledigt werden.
Veranstaltungen des Instituts, der Erstsemestrigentag, Vortragsreihen oder sonstige interessante Events erscheinen garantiert zuerst auf dem Internet! Bilder gehören zu jedem modernen Medium: Fotos von Exkursionen, Kongressen, Vernissagen, Blockseminaren oder anderen Veranstaltungen bringen für jene, die teilgenommen haben, Erinnerungen zurück - und wer nicht dabei war, weiss, was er oder sie verpasst hat.
Wer besonders medieninteressiert ist, findet unter "Links" praktisch alle Medien oder kommunikationswissenschaftlichen Institutionen, die rund um den Globus eine Internetseite anbieten. Nebst Riesen wie CNN oder NBC können auch Lokalmedien wie Radio Argovia oder die "Seattle Times" abgerufen werden. Auch Musik- und Kinoliebhaberinnen und -liebhaber kommen nicht zu kurz - ein Mausklick genügt für eine virtuelle Reise nach ...Kalifornien zum Beispiel! - Nicht zuletzt besteht auch die Möglichkeit, per e-mail Fragen an uns zu richten und Verbesserungsvorschläge anzubringen.
Die Seite wird während des Semesters mindestens wöchentlich, meistens aber täglich aktualisiert; ein regelmässiger Surf-Abstecher lohnt sich somit! Wer kein modembestücktes Gerät daheim hat, findet an der Uni genügend öffentliche Computerterminals, auf denen Internet-Browser installiert sind.

ARCHIVE
Auch vor unseren umfangreichen Archiven macht der Computer nicht halt - wie damals bei der Elektrifizierung der Eisenbahn. Neu bieten wir zwei verschiedene Archive an:
Das elektronische Medienarchiv "ELMAR" enthält alle medienrelevanten Meldungen der schweizerischen Depeschenagentur (sda) seit dem Frühjahr 1995. Die Datenbank ist dank einer eigens gestalteten Oberfläche einfach zu bedienen und bietet verschiedenste Suchmöglichkeiten (u.a. auch Volltextsuche - so sind beispielsweise alle Meldungen, die das Stichwort "Lokalradio" enthalten, einfach zu finden). Standort: in der Computerkabine (siehe unten).
Im Zeitungs- und Zeitschriftenarchiv werden Artikel, Geschäftsberichte und andere Veröffentlichungen zu Medienthemen gesammelt. Sie sind nach Stichworten sortiert und enthalten Ausschnitte seit ca. 1980 (mit Schwergewicht ab ca. 1990). Beide Archive bieten ausgezeichnetes Quellenmaterial für wissenschaftliche Arbeiten oder andere Recherchen. Standort: Zeitungs- und Zeitschriftenarchiv im Büro S204 (bei Katrin Hemmer und Andi Jacomet)
AV- UND COMPUTERKABINE
Wer die teils veralteten und somit langsamen Computer, die quer über die Uni verstreut sind, satt hat und in Ruhe eine Arbeit auf einem leistungsfähigen Gerät schreiben möchte, das auch die Sprache "Multimedia" versteht, sollte im Institut für Medienwissenschaft fragen. Anderes Beispiel: Kassetten einer Radiosendung kopieren, die Ihr analysieren wollt? Eine zu untersuchende Fernsehsendung aufzeichnen? Ausschnitte daraus sauber zusammenschneiden? - Bei uns alles kein Problem. Das Angebot in Stichworten:
Ruhiger Computerarbeitsplatz mit Pentium-133-Maschine, Windows95 und Office mit allen gängigen Programmen installiert, CD-ROM-Laufwerk, Farbscanner und Farbdrucker. Weitere interessante Features: Internet-Surfen (mit Netscape 3.0 und Speicher en masse endlich absturzfrei!), Elmar-Datenbank, SBB-Fahrplan, Photostyler, Texterkennung. Somit entfällt auch das mühsame Abtippen von Texten, die nicht auf Diskette vorhanden sind - einscannen genügt!
AV-Kabine: Kabel-TV, Stereoanlage mit Timer und Kopiermöglichkeit.
Für beide Räume ist eine Reservation beim Sekretariat (Telefon 031 631 48 40 oder e-mail ewald@imw.unibe.ch) nötig; in der Regel reicht aber auch ein spontanes Anklopfen.
ZEITUNGSSTÄNDER
40 Tageszeitungen warten auf Leseratten! Im "Café-Rondell" des Instituts sind bereits am Morgen alle wichtigen Blätter der Schweiz aufgelegt. Heimwehleidende können ihrem ehemaligen Leibblatt Neuigkeiten aus der Heimatstadt entnehmen, Gestaltungsfreaks verpassen kein Redesign, und auch die Frage, wie denn das neuste Fusionsprodukt im schweizerischen Blätterwald aussieht, wird eins zu eins beantwortet. (Keine Angst, auch der "Blick" ist da.)
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MEDIENAGENDA
3.2.1997 Medienkrieg in Europa. Podiumsdiskussion über "Kriegsberichterstattung und das Bild Jugoslawiens in den Medien. Mit Hans Peter Spörri, Auslandredaktor Der Bund; Rosemarie Gerber, Auslandredaktorin BZ; Rita Erch, Auslandredaktorin SDA; unter der Leitung von Roland Brunner, Medienhilfe Ex-Jugoslawien. Organisiert von der Medienhilfe Ex-Jugoslawien. In der Reitschule Bern, um 20 Uhr.
17. 2.1997 Medien für den Frieden. Podiumsdiskussion über "Die Rolle der Medien für den Wiederaufbau und den Verständigungsprozess im ehemaligen Jugoslawien". Mit Vesna Jancovic, Chefredaktorin ARKzin (Zagreb); Zdravko Grebo, Gründer Radio Zid (Sarajewo); Veran Matic, Chefredaktor Radio B92 (Belgrad); unter der Leitung von Nena Skopljanac, Medienhilfe Ex-Jugoslawien. Organisiert von der Medienhilfe Ex-Jugoslawien. In der Reitschule Bern, um 20 Uhr.
24. 2.1997 Zwischen Federn und Fahnen. Essay von Ali Podrimja, Schriftsteller aus Kosovo, gelesen von Demë Jashari, in Lausanne lebender Journalist aus Kosovo. Bericht über die Lage der Medienschaffenden in seiner Heimat und andere Themen. Organisiert vom Verein Schweiz Kosovo. In der Reitschule Bern, um 20 Uhr.
25. 4.1997 Kinder und Medien. Eine Tagung der SGKM. Tagungsort: Bern oder Zürich. Informationen durch SRG-Forschungsdienst, Markus Jedele, Giacomettistrasse 1, 3006 Bern. Tel. 031 350 94 33.
30.4.-4.5.1997 Salon international du livre et de la presse. Internationale Messe für Buch und Presse. Ort: Palexpo Genf.
Das Jahr 1997 ist noch jung, die diesjährigen Tagungen und Veranstaltungen befinden sich deshalb noch im pränatalen Stadium. Aktuellste Informationen über Veranstaltungen sind aber zu finden an den (realen und virtuellen!) Anschlagsbrettern des Instituts, in den Schweizer Medienzeitschriften KLARTEXT, LINK, PERSÖNLICH, SJU NEWS und SSM GAZETTE - und in der Tagespresse. Und: Im Internet unter http://www.ofa.ch (ofa Branchen-Agenda).

WEITERBILDUNG
Zusammenarbeit mit Osteuropa im Medienbereich: Handlungsfeld Universitäten
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Osteuropa und der GUS, für die der Bund Mittel bereitstellt, ist unter der Federführung von Schweizer Radio International (SRI) ein neues Projekt angelaufen. Dieses Projekt entwickelt in Ungarn, Polen und der Slowakei Aktivitäten auf vier Handlungsfeldern: 1. Ausbildung der Ausbildner/innen in Medienunternehmen, 2. Management-Schulung in Medienunternehmen, 3. Vermittlung neuer Techniken, 4. Zusammenarbeit mit Universitäten. Die Verantwortung für das Handlungsfeld Universitäten hat das Institut für Medienwissenschaft der Universität Bern übernommen (Leitung des Teilprojekts: Prof. Roger Blum). Während sich die anderen Handlungsfelder primär auf Radio- und Fernsehstationen beziehen, orientiert sich das Handlungsfeld Universitäten am System Journalismus insgesamt. Vorgesehen sind erstens Workshops/Diskussionsforen in Bratislava, Budapest und Warschau unter der Ägide der dortigen Journalistikinstitute der Universität, mit Beteiligung von Referenten aus Wissenschaft und Praxis des jeweiligen Landes und der Schweiz, zweitens Aufenthalte von Publizistikdozenten der drei Länder in der Schweiz, drittens Aufstockung der Institutsbibliotheken mit neuerer kommunikationswissenschaftlicher Literatur. Es geht darum, Inputs zu geben für die publizistische Ausbildung. Koordinatorin des Projekts ist Hilfsassistentin Carmen Steimann (37,5 %-Stelle für zwei Jahre ab 1.1.1997).
MASSENMEDIEN UND AUSSENPOLITIK
Das Projekt im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramm 42 (Aussenpolitik) läuft am 1. März 1997 an und dauert zwei Jahre. Das Seminar für Publizistikwissenschaft der Universität Zürich und das Institut für Medienwissenschaft der Universität Bern untersuchen mit je einem Teilprojekt (Zürich: Inhaltsanalysen; Bern: Kommunikatorenbefragung) die Rolle der Massenmedien bei der Vermittlung schweizerischer Aussenpolitik. Das Berner Teilprojekt leitet Prof. Roger Blum. Direkt für das Projekt verantwortlich sind lic. phil. Bettina Nyffeler, wissenschaftliche Mitarbeiterin (50 %), und Nicole Gysin, Assistentin, (50 %). Siehe auch unter Forschung im Tätigkeitsbericht 1996.
ZUKUNFT ODER ENDE DES JOURNALISMUS IN DER SCHWEIZ?
Im Rahmen des sozialwissenschaftlichen Schwerpunktprogramms (SPP) "Demain la Suisse/Zukunft Schweiz" haben verschiedene kommunikationswissenschaftliche, politikwissenschaftliche und germanistische Institute im Verbund ein gemeinsames Rahmenprojekt "Kommunikation in der modernen Informationsgesellschaft" eingereicht. Darin ist das Teilprojekt "Zukunft oder Ende des Journalismus in der Schweiz" enthalten, das vom Institut für Medienwissenschaft der Universität Bern (Prof. Roger Blum, Mitarbeiter lic. phil. Daniel Perrin) und dem Seminar für Publizistikwissenschaft der Universität Zürich (Prof. Heinz Bonfadelli, Mitarbeiter lic. phil., Vinzenz Wyss) gemeinsam getragen wird. Die Expertenkommission des SPP und der Nationalfonds haben dem Projekt zugestimmt.
Das Projekt geht davon aus, dass die vielfältigen Veränderungen im Kommunikationsbereich ihre Auswirkungen auf den Journalismus haben. Es soll untersucht werden, wie sich die journalistische Arbeit und das Anforderungsprofil für Medienschaffende verändert, inwiefern die Kommerzialisierung, Globalisierung und Digitalisierung des Mediensystems die journalistischen Berufsrollen in solche von Spezialisten der Public Relations, Product Placing, des Entertainment und der Realitätsinszenierung verwandelt und ob dem System Journalismus Gefahr drohe, durch diesen Wandel seine traditionellen Funktionen der Selektion, der Interpretation, der Orientierung sowie der Kritik und Kontrolle zu verlieren. Und es soll abgeklärt werden, mit welchen Strategien die journalistische Qualität und die Funktionen des Journalismus für eine demokratische Gesellschaft gesichert werden können.
Das Projekt besteht aus einem quantitativen und qualitativen Teil. Befragt werden sollen Journalistinnen und Journalisten aller Medien- und Journalismustypen. Das Projekt beginnt am 1. April 1997. Es kostet Fr. 195'000.-

MEDIENFACHSCHAFT (MF): WIR VERTRETEN EURE INTERESSEN
Organisatoren der legendären Medien-Bar am Unifest; Vertreter in Gremien, die über die Zukunft unseres Studiums entscheiden; Bindeglied zwischen Studierenden und Professoren oder unermüdliche Lobbyisten für das Medienwissenschaftsstudium - die Medien-Fachschaft der Universität Bern, wie wir uns nennen, operiert im Hintergrund und trotzdem immer am Puls des Geschehens. Gerade in Zeiten wie diesen, wo unser Fach um die nackte Existenz kämpft, wird die MedienFachschaft aber noch wichtiger.
Mit dem neuen Uni-Gesetz, welches in Kürze in Kraft treten soll, werden die Fachschaften zusätzlich aufgewertet. Gegenwärtig wird darüber diskutiert, wie die Kompetenzen zwischen SUB und einzelnen Fachschaften aufgeteilt werden sollen. Die Chance also auch für Euch, in der gegenwärtigen Phase des Umbruchs - in der wir Frank, Andi, Mike, Nicole und Salome aus der Fachschaft verabschieden -, Euch zu engagieren, in einem initiativen Team mitzuwirken und wichtige Hintergründe über das Uni-Leben zu erfahren.
Wir, das sind momentan: Maria Gfeller, Sebastian Hueber, Barbara Lauber, Marika Verploegh und Matthias Wipf (Präsident).
Gegenwärtige Aktionen, die MedienFachschaft in petto hat: Sammlung von Unterschriften für Petition an den Erziehungsdirektor ("Rettet die Medienwissenschaft"), Organisation eines eigenen Medien-Festes (ev. ISC), Exkursionen wie unlängst der Besuch in der "Arena" von SF DRS. Zudem gibt es die MedienFachschaft auch jeden dritten Dienstag des Monats (19 Uhr) auf Radio RaBe (91,1 Mhz) - initiative junge Radio-MacherInnen sind jederzeit willkommen.
Die MedienFachschaft ist Euer Bindeglied zu den verschiedenen Institutionen und den Professoren - nutzt es, sei es, indem Ihr aktiv mitgestaltet oder indem Ihr uns Eure Sorgen und Fragen mitteilt. Wir würden uns herzlich freuen, wenn Ihr einmal an einer Sitzung hereinschauen würdet - neue Inputs sind immer willkommen. (maw)
Für Fragen und Auskünfte: Matthias Wipf (Tel. 031 /302 09 91)
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Tätigkeitsbericht 1996 des Instituts für Medienwissenschaft
1. DOTIERUNG
Der Vollzug des Strukturberichts Medienwissenschaft ermöglichte auf Neujahr 1996:
- die Weiterführung der Grundausstattung mit einem vollamtlichen ausserordentlichen Professor zu 50 % (Roger Blum), einem nebenamtlichen ausserordentlichen Professor (Matthias Steinmann), einem Assistenten zu 50 % (Jost Aregger) und einer Hilfsassistenz zu 50 % (Maja Watters);
- die Sicherung der bisher ungesicherten beiden Hilfsassistenzen zu je 37,5 % (Katrin Hemmer und Dani Landolf bzw. - ab 1.8.1996 - Andi Jacomet);
- die Aufstockung des Sekretariats auf 80 % (Franziska Ewald zu 50 % und Romy Auderset zu 30 %);
- und die Gewährung einer Lohnzulage von 25 % an R. Blum für den Verwaltungs- und Betreuungsaufwand.
Die Arbeitsgruppe Medienwissenschaft, bestehend aus den Spitzen der Universitätsleitung, der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, der Philosophisch-Historischen Fakultät und des Instituts für Medienwissenschaft, konnte im Mai 1996 feststellen, dass die RWW-Fakultät ihren Beitrag gemäss Strukturbericht erbringt, dass die Universitätsleitung bereit ist, neben den Pool-Beiträgen an die RWW-Fakultät jährlich separat 55 Stellenpunkte zugunsten der Medienwissenschaft zu überweisen, dass aber die Phil.-Hist.-Fakultät über ihren Beitrag noch nicht entschieden hat. Nachdem die Phil.-Hist.-Fakultät im November 1996 beschlossen hatte, die von ihr geforderten 42 Stellenpunkte zugunsten der Medienwissenschaft nicht zur Verfügung zu stellen und infolgedessen das Nebenfach Medienwissenschaft für Phil.-Hist.-Studierende zu streichen, forderte die Arbeitsgruppe diese Fakultät auf, auf den Streichungsbeschluss zurückzukommen (was sie dann, nicht mehr im Berichtsjahr, auch tat). Langfristig besteht daher beim Institut für Medienwissenschaft nach wie vor eine Finanzierungslücke von 15-30 Stellenpunkten (15'000-30'000 Franken).

2. STUDIENORDNUNG
Das Institut für Medienwissenschaft unterzog 1996 seine Studienordnung einer Teilrevision mit folgenden Zielen:
- Verbesserung der Methodenausbildung;
- Erhöhung der Wahlmöglichkeiten für die Studierenden;
- Einführung auch des zweiten Nebenfachs für Phil.-Hist.-Studierende;
- Entlastung des Instituts im Prüfungs- und Korrigieraufwand.
Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät stimmte der Revision zu Beginn des Wintersemester 1996/97 zu. Angesichts der Beschlüsse der Philosophisch-Historischen Fakultät verzichtete sie aber im Berichtsjahr vorerst darauf, die Studienordnung der Erziehungsdirektion zur Genehmigung weiterzuleiten. Sie konnte daher noch nicht 1996 in Kraft treten.

VORLESUNGS-FEEDBACK
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Wintersemester 95/96: Vorlesung "Geschichte und Funktionswandel der
Medien seit dem 16. Jahrhundert" von Prof. Dr. Roger Blum
Reaktion: positiv.
143 Studentinnen und Studenten besuchten im letzten Wintersemester die Vorlesung "Geschichte und Funktionswandel der Medien seit dem 16. Jahrhundert". 62 von ihnen (43%) nahmen das Angebot an, dem Institut zu dieser Vorlesung ein Feedback zu geben. 41 Studierende mit einem geisteswissenschaftlichen und 21 mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Hauptfach gaben Prof. Roger Blum für seine Fachkompetenz die Note 5.7 (auf der 6er Skala), für die didaktischen Fähigkeiten Note 5.1. Den dargebotenen Stoff fanden die meisten gerade richtig, einige waren der Ansicht, ein bisschen schwieriger hätte er durchaus sein können. Während ein paar der Antwortenden den Vorlesungsstoff zu detailliert fanden, betonten andere die übersichtliche Struktur der Vorlesung und die gut verständliche Sprache des Dozenten. Besonders geschätzt wurden die 5 bis 10 Minuten, die Blum zu Beginn jeder Vorlesung einem aktuellen Medienthema widmete; diesen Praxis- und Aktualitätsbezug hoben viele als positiv hervor. Gelobt wurde auch die Qualität des Skripts, weniger beliebt war die Tatsache, dass dieses nicht gleich am ersten Vorlesungstag bezogen werden konnte.
Den Gastauftritt von Ex-"Blick" -Chefredaktor Peter Uebersax begrüssten die Studierenden als bereichernde und äusserst unterhaltsame Abwechslung. Besonders lobten sie die Art, wie diese zwei Lektionen in eine Art Talkshow und in eine Fragerunde eingeteilt worden waren. "Danke!", schrieb eine Studentin und ein Student schrieb gar: "Es hat sich gelohnt, um 7 Uhr aufzustehen!". Die 50 Studierenden des Nebenfachs Medienwissenschaft und die 12 "Einzelveranstaltungs-BesucherInnen" fühlten sich dienstags frühmorgens alle wohl bis sehr wohl in der Aula Muesmatt - ausser einem, dem waren die Stühle zu hart.
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Sommersemester 1996: Vorlesung "Strukturen und Probleme der
politischen Kommunikation" von Prof. Roger Blum
Fünfkommanull
Prof. Roger Blum darf mit seiner Leistung zufrieden sein: seine kritischen Zuhörerinnen und Zuhörer gaben ihm für die Vorlesung "politische Kommunikation" im Sommersemester 1996 durchwegs gute Noten.
Zumindest jene 50 Studentinnen und Studenten, die ihren Fragebogen ausgefüllt zurückgegeben haben (Rücklaufquote ca. 35%), empfanden die Vorlesung als "gut" (Durchschnitt 5,02 von 6). Verbesserungen sind allenfalls bei Präsentation und Aufbau (Noten 4,8 und 4,74) angebracht, wobei sich die meisten Veranstaltungsbesucherinnen und -besucher dennoch "wohl bis sehr wohl" fühlten und die Stoffmenge als "gerade richtig" einstufen. Der Lerngewinn sodann wird eher als hoch denn mittelmässig eingeschätzt. Wie gewöhnlich überdurchschnittlich (5,61) wird die Fachkompetenz von Roger Blum beurteilt.
Auf den berühmt-berüchtigten "Bemerkungen"-Zeilen kam insbesondere der Gastauftritt von Bundesrat Adolf Ogi sehr gut weg. In die Mangel genommen wurden dagegen beispielsweise die harzigen Diskussionen - wobei der Vorschlag, diese gleich ganz wegzulassen, vielleicht in die falsche Richtung zielt. In Sachen Kleidungsvorschriften für Dozierende forscht das Institut seit Monaten nach einem Krawattenzwang - bis jetzt leider erfolglos. Und wie üblich erntete auch der Zeitpunkt der Vorlesung (morgens um acht) herbe Kritik - geht leider nicht anders, und beim Aufstehen immer dran denken: "Büezer" müssen oft schon vor acht Uhr bei ihrem Posten antraben!
Auffällig ist, dass Ergänzungsfach-Studierende konsequent tiefere Noten erteilen als ihre Nebenfach-Kolleginnen und -Kollegen. Sind die praktisch ausnahmslos der RWW-Fakultät angehörenden Studis einfach kritischer, sind sie sich aus ihren Hauptfächern viel bessere Vorlesungen gewohnt oder herrscht vielleicht einfach ein gesundes Misstrauen gegenüber Dozentinnen und Dozenten vor? Eine kleine Analyse ergibt, dass sich die grössten Diskrepanzen zwischen Ergänzungs- und Nebenfachstudierenden bei denjenigen Punkten ergeben, die vor allem mit "Äusserlichkeiten" zusammenhängen: bei den didaktischen Fähigkeiten des Dozenten beträgt der Unterschied 0,38 Punkte, bei der Präsentation deren 0,21. Und ausgerechnet dort, wo die "Nebenfächler" mit 5,31 eine der höchsten Noten vergeben (beim Skript und den übrigen Unterlagen), setzt es bei den "Ergänzungsfächlern" eine 4,75 ab. Zwar immer noch eine "bis fünf" - aber das muss nicht heissen, dass keine Verbesserung möglich ist.
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Wintersemester 95/96: Proseminar (lic. phil. J. Aregger)
Das Proseminar wurde von den 37 Teilnehmerinnen und Teilnehmern als "gut" bis "sehr gut" eingestuft. Geschätzt wurden vor allem die Möglichkeit der vergleichsweise freien Diskussion, von der rege Gebrauch gemacht worden ist. Wünschbar wären nach Ansicht der Studierenden systematischer zusammengestellte Unterlagen gewesen. Auf wenig Verständnis ist schliesslich der Umstand gestossen, dass das Proseminar noch nicht integraler Bestandteil des medienwissenschaftlichen Studienganges war. Fünf Studierende der RWW-Fakultät haben das Proseminar erfolgreich mit einer LVP abgeschlossen.
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2. ABGESCHLOSSENE FACHARBEITEN
Bächtiger, André, Jaggi, Claude: Parlamentsberichterstattung am Beispiel der Kantone Bern, Solothurn und Basel-Stadt. (Prof. Blum)
Bärtschi, Simon; Koch, Michael; Wenger, Urban: Nationalratswahlen '95: Rauschen im Blätterwald. Eine Beurteilung der Leistungen ausgewählter Printmedien über die Berichterstattung zu den Nationalratswahlen '95. (Prof. Blum)
Beck, Daniel; Münger, Tamara: "Der spannendste, interessanteste, stressigste und am schlechtesten bezahlte Job des Universums". Die Arbeitsbedingungen der Journalistinnen und Journalisten im Kanton Bern. (Prof. Blum)
Comiotto, Barbara: Gulf-War News. Die Golfkriegsberichterstattung in Schweizer Printmedien. (Prof. Blum)
Egger, Theres: Von der Rundschau zur Rundshow? - Eine Dokumentation zu den Ursprüngen, der Entwicklung und dem aktuellen Stand der Konvergenzdiskussion (Prof. Steinmann)
Hauser, Barbara: WortWahlKampf. Eine linguistische Untersuchung der Inserate zu den eidgenössischen Wahlen 1995. (Prof. Blum)
Jegerlehner, Nicole: Der Streit um den Kuchen. Die komplementäre Konkurrenz der Tages- und Gratiszeitungen auf dem Inseratemarkt. (Prof. Blum)
Kägi, Matthias; Kellenberger, Marco: Quasimonopol und Binnenpluralismus. Schweizerische Forumszeitungen unter der Lupe. (Prof. Blum)
Ospelt, Barbara: Kommunikation und Propaganda der Liechtensteiner Behörden in der Europafrage. (Prof. Blum)
Pelosi, Dario: Anwälte des Publikums - unter besonderer Berücksichtigung des Leserschaftsrates der "Neuen Luzerner Zeitung". (Prof. Blum)
Schelker, Martina: Die SRG-Fernsehprogramme zu den National- und Ständeratswahlen von 1971 - 1995. Die SRG-Wahlstudien im Langzeitvergleich von 1971 bis 1995. (Prof. Steinmann)
Steimann, Carmen: Bis zum kritischen Overkill. Der Bücherherbst 1995 im Spiegel der Schweizer Presse. (Prof. Blum)
Stopper, Eva: Private Aus- und Weiterbildung - Anzeigenwerbung und redaktionelle Beiträge in der Tagespresse. (Prof. Blum)
von Dach, Patrick: Wachstumsmarkt Lokalradiowerbung. (Prof. Steinmann)
Wegmüller, Philipp: Public Relations und Popjournalismus. Der Einfluss der Public Relations auf die Musikzeitschriften Music Scene, Agenda und Good News Magazine sowie auf die Popmusik-Berichterstattung in Tages-Anzeiger, Der Bund und Facts. (Prof. Blum)

3. ABSCHLUSSPRÜFUNGEN
Im Jahr 1996 haben insgesamt 15 Studierende der Medienwissenschaft ihre Prüfungen abgelegt:
im Nebenfach: André Bächtiger (phil. hist.), Martin Boner (phil. hist.), Claude Jaggi (phil. hist.), Hansruedi Kunz (phil. hist.), Barbara Ospelt (phil. hist.), Susanna Regli (phil. hist.), Martina Schelker (phil. hist.) und Carmen Steimann (phil. hist.).
Simon Bärtschi (phil. nat.), Matthias Kägi (phil. nat.), Marco Kellenberger(phil. nat.), Michael Koch (phil. nat.) und Dario Pelosi (phil. nat.).
im Ergänzungsfach: Chantal Hodler (rww) und Marc Trösch (rww).

4. GÄSTE IN LEHRVERANSTALTUNGEN
16. Januar: Peter Übersax, ehemaliger Leiter der Nachrichtenagentur UPI und ehemaliger Chefredaktor des "Blick", steht Red und Antwort in der Vorlesung "Geschichte und Funktionswandel der Medien seit dem 16. Jahrhundert" von Prof. Roger Blum.
23. April: Dr. Tamara Besrutschko, Dozentin für Medienwissenschaft an der Fakultät für Journalistik der Moskauer Lomonossow-Universität, spricht über "Die Situation der Massenmedien in Russland" in der Vorlesung "Grundlagen und Prozesse der politischen Kommunikation" von Prof. Roger Blum.
9. und 10. Mai: Christina Leutwyler, Bundeshauskorrespondentin des "Tages-Anzeiger", und Dr. Charles Linsmayer, Feuilletonredaktor des "Bund", referieren in Oey BE im Rahmen des Blockseminars von Prof. Roger Blum zum Thema "Kommentarformen".
20. Mai: In der Vorlesung "Massenmedien und Werbung" von Prof. Matthias Steinmann, in der Wert auf Einblicke in die Praxis gelegt und deshalb von externen Referenten massgeblich mitgetragen wird, referieren der Medienjurist Franz A. Zölch (Werbung und Recht) und Ueli Siegenthaler von der publisuisse AG (Werbung und Forschung).
28. Mai: Bundesrat Adolf Ogi, Vorsteher des Eidgenössischen Militärdepartementes, äussert sich in der Vorlesung "Grundlagen und Prozesse der politischen Kommunikation" von Prof. Roger Blum zur Problematik der Regierungskommunikation.
3. Juni: Bruno Oetterli von der Radiotele AG gibt den Studierenden der Vorlesung "Massenmedien und Werbung" einen Überblick über die Radiowerbung, und Dr. Werner Rutsch, der bei Prof. Matthias Steinmann eine Dissertation zum Thema "Neue Werbeformen bei Radio und Fernsehen in der Schweiz" eingereicht hat, stellt die neuen Werbeformen im einzelnen vor.
5. und 7. Juni: Erwin Koch, auf grosse Reportagen spezialisierter Journalist, der vor allem im "Magazin", im "Geo", in der "Zeit" und im "Spiegel" schreibt, sowie Barbara Bürer, Reporterin des "Tages-Anzeiger", berichten in Solothurn im Blockseminar von Prof. Roger Blum zum Thema "Reportagen und Features" über ihre Erfahrungen. Domherr Max Hofer orientiert vor einem Fronleichnam-Feature über den Hintergrund des Fronleichnam-Festes.
10. Juni: Prof. Michael Schenk von der Universität Stuttgart-Hohenheim und international anerkannte Koriphäe der Medienwirkungsforschung, hält in der Vorlesung "Massenmedien und Werbung" von Prof. Matthias Steinmann ein Gastreferat zum Thema "Werbung und Werbewirkung". Hernach gibt Rolf Müller von der Publica Data AG einen Einblick in den Problemkreis Werbung und Forschung.
17. Juni: Im Rahmen der Vorlesung "Massenmedien und Werbung" geben die Herren Mesot und Abegglen von der Werbeagentur Contexta AG in Bern einen Einblick in die Praxis der Werbung, während J. Pepe Wiss von der Zeitung "Der Bund" über die besonderen Umstände von Werbung im Printbereich referiert.
3. Dezember: Nationalrat Dr. Christoph Blocher und Ständerat Prof. Dr. René Rhinow äussern sich in Hearings im Rahmen des Seminars "Die Rolle der Massenmedien bei der Vermittlung schweizerischer Aussenpolitik" von Prof. Roger Blum zu ihren aussenpolitischen Positionen und zu ihrer Einschätzung der Informationspolitik des EDA sowie der Medienrolle und -leistung in diesem Themenbereich.
17. Dezember: Franz Egle, Informationschef des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Dr. Richard Aschinger, Ressortleiter Inland des "Bund", und Raul Lautenschütz, Leiter der Bundeshausredaktion der "Neuen Zürcher Zeitung", nehmen im Seminar von Prof. Roger Blum ebenfalls zum Fragenkomplex Informationspolitik/ Medien /schweizerische Aussenpolitik Stellung.
20. November: Prof. Dr. Hans Geser vom Soziologischen Institut der Universität Zürich spricht im Kolloquium "Internet" über: Die Bedeutung der Computernetze für die öffentliche politische Kommunikation.

FORSCHUNG
1. MEDIENKONZENTRATION UND PUBLIZISTISCHER WETTBEWERB
Das Projekt "Medienkonzentration und publizistischer Wettbewerb. Der Einfluss von Radio und Fernsehen auf den öffentlichen Diskurs in den Städten Bern, Solothurn und Basel" ist nach einjähriger Dauer im November 1996 abgeschlossen worden. Projektbearbeiter waren lic. phil. Barbara Graf und lic. phil. Edi Kradolfer, die zu je 50 Prozent angestellt waren. Die Projektleitung lag bei Prof. Roger Blum.
Finanziert wurde das Projekt hauptsächlich durch das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM). Beiträge haben ferner geleistet: die Berner Forschungsstiftung, das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (via Kartellkommission), die Berner Tagblatt-Medien AG (BTM), die Bund-Verlag AG, Radio 32 sowie die Radio und Fernsehgenossenschaften Bern (RGB), Basel (RFGB) und Aargau-Solothurn (RFGAS). Die Kosten betrugen Fr. 100'000.-
Das Projekt hatte zum Ziel abzuklären, ob lokale Rundfunkmedien den öffentlichen Diskurs erweitern und ob sie insbesondere in Städten mit faktischen Pressemonopolen die thematische Vielfalt vergrössern. Dabei bestand die Schwierigkeit darin, Printmedien und elektronische Medien einerseits und drei sehr unterschiedliche Städte anderseits vergleichbar zu machen. Die Ergebnisse bestätigen zum Teil Erwartungen, bieten aber auch überraschende neue Einsichten. Sie werden anfangs 1997 veröffentlicht.
2. ARBEITSBEDINGUNGEN DER BERNER MEDIENSCHAFFENDEN
Die Studie "Die Arbeitsbedingungen der Journalistinnen und Journalisten im Kanton Bern" wurde im Rahmen einer Facharbeit bei Prof. Roger Blum realisiert. Verfasser sind Daniel Beck und Tamara Münger. Die Daten wurden mit einem Fragebogen bei sämtlichen im Berufsregister eingetragenen Berner Medienschaffenden erhoben.
Die Studie angeregt und finanziell unterstützt hat der Verein bernischer Journalistinnen und Journalisten (VBJJ). Unterstützung geleistet haben ferner die Schweizerische Journalistenunion (SJU), das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) sowie der Verband schweizerischer Radio- und Televisionsangestellter (VSRTA). Die Kosten betrugen Fr. 2'500.- Die Ergebnisse wurden am 19. November 1996 an einer Pressekonferenz vorgestellt. Sie sind öffentlich zugänglich.
3. ÜBERPRÜFUNG DER JOURNALISTISCHEN QUALITÄT DER "SONNTAGSZEITUNG"
Die Überprüfung erfolgte im Auftrag der TA-Media AG im Rahmen eines zweiteiligen Gutachtens, dessen ersten Teil Prof. Roger Blum allein und dessen zweiten Teil er zusammen mit zwei Studierenden, Susanna Regli und Alain Mast, erstellte. Angewandt wurden inhaltsanalytische Methoden. Die Ergebnisse sind nicht öffentlich.
4. ÜBERPRÜFUNG DER ZEITSCHRIFT "SAEMANN"
Die Überprüfung der evangelischreformierten Zeitschrift "saemann" nach journalistischen Kriterien erfolgte im Auftrag des Vereins "saemann", der dafür Fr. 2'500.- zur Verfügung stellte. Die Arbeit führten Barbara Hauser und Sabine Zaugg im Rahmen einer Anstellung von je 25 Prozent für die Dauer eines Monats durch. Die Arbeit wurde im Dezember 1996 abgeschlossen. Die Ergebnisse sind nicht öffentlich.
5. MASSENMEDIEN UND SCHWEIZERISCHE AUSSENPOLITIK
Das Projekt "Die Rolle der Massenmedien bei der Vermittlung schweizerischer Aussenpolitik" besteht aus zwei Teilprojekten: Das Seminar für Publizistikwissenschaft der Universität Zürich (Projektleitung: Prof. Heinz Bonfadelli) führt Inhaltsanalysen schweizerischer Massenmedien durch, das Institut für Medienwissenschaft der Universität Bern (Projektleitung: Prof. Roger Blum) nimmt Befragungen der mit schweizerischer Aussenpolitik befassten Medienschaffenden vor. Es gilt zu ermitteln, mit welchen Konzepten, welchen Einstellungen, welchen Quellen und welchem Wissen Medienschaffende über schweizerische Aussenpolitik berichten.
Das Projekt, das Teil des Nationalen Forschungsprogramms "Aussenpolitik" (NFP 42) ist, wurde vom Nationalfonds im Sommer 1996 bewilligt. Projektbeginn ist der 1. März 1997. Es ist auf die Dauer von zwei Jahren angelegt. Die Durchführung des Projektes liegt bei lic. phil. Bettina Nyffeler und Nicole Gysin, die je zu 50 Prozent angestellt sein werden. Für das Projekt stehen Fr. 159'605.- zur Verfügung. Gewissermassen als "Anwärmphase" für das Projekt dient das Seminar zum gleichen Thema, das Prof. Roger Blum im Wintersemester 1996/97 durchführt. Dort werden Seminararbeiten zum Thema geschrieben, Akteure befragt und explorative Interviews mit Medienschaffenden durchgeführt.
6. KINDER UND MEDIEN IN DER SCHWEIZ
1980 wurde die erste Studie zur Mediennutzung von Kindern durchgeführt, 1989 folgte eine zweite Auflage. Die aktuelle Studie orientiert sich konzeptuell zwar an den vorangehenden Untersuchungen und macht so einen Längsvergleich möglich, berücksichtigt aber ebenso die grossen Umwälzungen auf der Angebotsseite sowie die Veränderungen von Nutzungs- und Lebensgewohnheiten. Dem SRG-Forschungsdienst obliegt die Leitung und faktische Durchführung dieser Studie. Dem SRG-Forschungsdienst obliegt die Leitung und faktische Durchführung dieser Studie.
Die Studie gliedert sich in drei Teile, die je unterschiedliche Ausrichtungen haben. Zunächst eine qualitative Studie mit Pädagoginnen, welche die Wirkungsaspekte des Medienkonsums im Blick hat. Man versuchte hierbei aufgrund der Beobachtungen der befragten Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen herauszufinden, inwieweit die Medien, bzw. die durch die Medien beeinflussten Verhaltensmuster in den Schulalltag Eingang finden und wie sich gegebenenfalls unterschiedliche Nutzungsgewohnheiten auf das Verhalten und Wissen der Kinder auswirken.
Bei der quantitativen Hauptstudie stehen demgegenüber folgende Themenbereiche im Zentrum: Geräteausstattung und Empfangssituation, Gerätezugang und elterliche Zensur (Stichwort: Medienerziehung), Nutzungsmotive und -präferenzen, Einfluss der neuen Medien (PC; Gameboy, Videospiele) und des wachsenden Programmangebotes, Printmediennutzung und intermediäre Zusammenhänge, allgemeine Freizeitnutzung und -präferenzen, Konsumgewohnheiten der Familie und soziale Einflüsse auf das Nutzungsverhalten, Bedeutung von Identifikationsfiguren in den Medien und Erkennen und Bewerten von Werbung. Das konkrete Nutzungsverhalten wird anhand eines Stichtags in Viertelstundenabschnitten ermittelt. Dies ist insbesondere für die Audionutzung von Bedeutung, wird doch in der Medienstudie das Radionutzungsverhalten lediglich von Nutzerlnnen ab dem fünfzehnten Altersjahr untersucht, wohingegen die Fernsehforschung mit dem TELECONTROL-System bereits die Kleinsten (ab dem 3. Altersjahr) erfasst.
Eine detaillierte Sonderauswertung des Fernsehnutzungsverhalten der Kinder anhand "harter" TELECONTROL-Daten bildet denn auch den dritten Teil der Studie. Berücksichtigt werden hier genaue Nutzungszeiten und -intervalle (Reichweiten im Tagesablauf, Minutennutzung), genutzte Programme und Präferenzen anhand von Hitlisten, jeweils nach den drei definierten Altersgruppen untersucht.
7. DIE PSYCHOLOGISCHE SEGMENTATION DER SCHWEIZER BEVÖLKERUNG UNTER
BERÜCKSICHTIGUNG IHRER AUDIOVISUELLEN BEDÜRFNISSE
Auch mit diesem Projekt trägt der SRG Forschungsdienst den neuen Entwicklungen in der Forschung Rechnung - hier insbesondere auch in methodischer Hinsicht. Freilich haben die vom Forschungsdienst permanent erhobenen quantitativen Daten zur Mediennutzung zu transparenten Ergebnissen geführt, die eine differenzierte Beschreibung von Zielgruppen anhand soziodemografischer Kriterien möglich machten. Aber gerade im Zuge der gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen - Stichwort Wertewandel - wird es zunehmend schwieriger, Zielgruppen allein aufgrund ihres Alters, Geschlechts, ihrer Bildung, ihres Berufs oder ihres Wohnortes zu beschreiben. Qualitative Bezugsgrössen spielen eine wichtige Rolle. Die Nachfrage nach derartigen präzisen Kenntnissen über Mediennutzungsmotive und Bedürfnisse des Publikums besteht nicht zuletzt auch, weil das Angebot an elektronischen Medien binnen der letzten Jahrzehnte massiv zugenommen hat.
Die hier beschriebene Studie will nun eine Klärung der Frage, ob die bisher im Rahmen medienwissenschaftlicher Untersuchungen erhobenen Bedürfnisse in bezug auf die Mediennutzung mit den tatsächlichen Bedürfnissen des Publikums übereinstimmen. Damit ist gleichzeitig die Frage angesprochen, ob die bisher erhobenen Publikumsbedürfnisse eher den Konstrukten der Publikumsforschung als der tatsächlichen psychologischen Realität der Befragten entsprechen.
Konkret sollen mittels psychologischen Tiefeninterviews mit Rezipientlnnen in der ganzen Schweiz die individuellen Nutzungsmotive und die in den Medien gesuchten Gratifikationen ermittelt werden. Ziel hierbei ist nebst der Evaluation der Gründe für die Mediennutzung die Bildung einer Zuschauerlnnen- und Hörerlnnentypologie. Aus diesem Grunde werden auch psychologische Fragen zur Persönlichkeit der interviewten Personen gestellt, die dann mit den individuellen Nutzungsmustern kombiniert werden. Die so erstellte Typologie dürfte der Lebenswelt der Befragten weitgehend angemessen sein. Hernach wird im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen, standardisierten Umfrage geprüft, wie weit die gefundene Typologie verallgemeinerbar ist. Verbunden mit den Nutzungsstrukturen wird die so verifizierte Nutzerlnnentypologie eine brauchbare Basis für die künftige Programmpolitik aller elektronischen Medien in der Schweiz bieten.
Die "Motiv-Studie" wird vom SRG Forschungsdienst in Zusammenarbeit mit qualifizierten Psychologen und Befragungsinstituten durchgeführt und vom BAKOM mitfinanziert.
8. RADIOCONTROL
Infolge von Individualisierungstendenzen einerseits und der Bildung neuer sozialer Gruppen ("Milieus", Lifestyles) anderseits werden die westlichen Gesellschaften immer komplexer und damit auch deren Kommunikationsstrukturen. In diesem Zusammenhang bilden sich auch neue Bedürfnisse in bezug auf das Radio heraus. Von technischer Seite her steht der Entstehung einer Vielzahl neuer Radioprogramme nichts im Wege. Schon allein die grosse Zahl neuer Radioprogramme ist für die Radioforschung eine neue Herausforderung. Hinzu kommen die Besonderheiten des Mediums Radio: Es ist ein lndividualmedium, welches schon heute die unterschiedlichsten individuellen Bedürfnisse erfüllt. Als omnipräsentes Medium dient das Radio zu einem beachtlichen Teil als Hintergrundmedium, wird also mit einem geringen Grad der Aufmerksamkeit genutzt. Zudem ist das Radio ein auditives Medium, d.h. der Höreindruck ist flüchtig. Aus der zunehmenden Vielfalt des Angebots einerseits, aus den Besonderheiten der Radionutzung anderseits ergibt sich eine zunehmende Erinnerungsproblematik, insbesondere in bezug auf das Recall-Prinzip und die Tagebuch-Methode, was deren Validität in absehbarer Zeit in Frage stellen wird. Gleichzeitig wachsen die Bedürfnisse der Programmschaffenden und der Werbung nach zunehmend präziseren Daten zur Planung und Kontrolle, die auch immer schneller verfügbar sein müssen.
Aus diesem Grunde hat die Telecontrol AG in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft die Entwicklung eines Radiometer-Systems in Angriff genommen und ist dabei schon weit fortgeschritten. Anfänglich wurde an zwei Systemen gearbeitet. Ein erstes Konzept sah vor, dass wie bei den TV-Meter-Systemen an jedes Radio-Gerät ein Messgerät angeschlossen wird. Dieses Konzept wird jedoch nicht weiter verfolgt. Das Konzept unserer Wahl beruht darauf, dass die Testpersonen einen Receiver tragen, der die Geräusche aufzeichnet, mit welchen die Testpersonen konfrontiert werden, also auch Radioprogramme. Diese Geräusche werden vom Receiver, welchen die Testpersonen in einer Uhr oder einem Schmuckstück tragen, aufgezeichnet, mittels eines Algoritmus transformiert und in einem Chip abgespeichert. Der erwähnte Algoritmus transformiert die Geräusche in der Weise, dass sie in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr rekonstruierbar sind. Nachdem die Testperson den Receiver während einer gewissen Zeit getragen hat, wird er an eine zentrale Erfassungseinheit geliefert, wo die Aufzeichnungen im Receiver mit den zu dieser Zeit ausgestrahlten Radioprogrammen verglichen werden. Auf diese Weise lässt sich feststellen, wer wann wie lange welches Radioprogramm mitverfolgt hat.
Die technischen Probleme sind ausserordentlich komplex, aber lösbar. Neben der Miniaturisierung stellt sich in erster Linie die Frage, ob das System tatsächlich in der Lage ist, auf der Basis der durch den Receiver aufgezeichneten Geräusche auf die richtigen Radioprogramme zurückzuschliessen. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie hat jedoch eindrücklich gezeigt, dass dies auch unter sehr erschwerten Bedingungen der Fall ist.
Aufgrund der heutigen Chip-Speicherkapazitäten ist der Receiver in der Lage, während 7 Tagen in jeder Minute eine Sequenz von 4 Sekunden aufzuzeichnen. RADIOCONTROL wird nicht in einem Panel, sondern in einer rollenden Ad-hoc-Stichprobe eingesetzt werden. Ein Panel fällt ausser Betracht, weil von den Testpersonen mit dem Tragen des Receivers eine aktive Leistung erbracht werden muss, weil ein solches Gerät nicht zum üblichen Accessoire einer Testperson gehört.
Radiocontrol wird es erlauben, viel detaillierter - bis auf einzelne Tage - zu reportieren. Die Resultate werden viel schneller verfügbar sein als heute. Das neue Metersystem stösst allüberall auf breites Interesse und wird die Radioforschung mit Sicherheit in ein neues Zeitalter führen. Die ersten Feldtests sind für 1998 angesetzt.
9. INTERMEDIA-STUDIE (SRG-INTERMEDIA-TEST)
Seit Jahren wächst auch in der Schweiz das Bedürfnis der Mediaplanung und der Werbeauftraggeber nach vergleichbaren Daten für die Kontaktleistungen der verschiedenen Medien. Die grossen quantitativen Instrumente der Medienforschung die MACH Basic für die Pressetitel, das Telecontrol für das Fernsehen und die SRG-Medienstudie für das Radio - konnten diesem Wunsch bisher nicht nachkommen. Dafür sind sie zu einseitig angelegt und zu unterschiedlich in ihrer Methodik. Dennoch ist die SRG-Medienstudie die einzige kontinuierliche Studie in der Schweiz, die Aussagen über die quantitative Nutzung der drei klassischen Massenmediengattungen, Radio, TV und Print, machen kann. Während diese Studie die Gattungen Radio und Fernsehen aber detailliert nach Sendern erhebt, werden die Printmedien "nur" nach den Untergattungen Zeitungen, Zeitschriften und Anderes Lesen erfasst. Dementsprechend sei - so die Kritik - das Messniveau der Printmedien nicht dasselbe wie jenes der elektronischen Medien und ein Vergleich der Ergebnisse deshalb nicht statthaft.
So gibt es für einen ernsthaften intermedialen Forschungsansatz eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Mit hohem finanziellen Aufwand eine völlig neue Studie zu entwickeln oder aber bestehende und bewährte Studien miteinander zu "verheiraten". Der SRG-Forschungsdienst hat zusammen mit der Publica Data AG die zweite Möglichkeit gewählt und stellt nun die daraus resultierende Intermedia-Teststudie vor.
Ziele des SRG-Intermedia-Tests
- Intermediale Vergleichbarkeit
- Verknüpfbarkeit der Mediadaten
- Realistische Messung der Printmedien
Diese gesteckten Ziele hat die Teststudie (durchgeführt im 4. Quartal 1994 in der deutschen Schweiz) mit zwei methodischen Neuerungen erreicht.
1. Die SRG-Medienstudie wurde durch einen Print-Teil ausgebaut, welcher nicht nur die Gattungen misst, sondern auch ausgewählte Tageszeitungen, Wochenzeitungen und Zeitschriften.
2. Telecontrol-Daten zur Fernsehnutzung wurden in die SRG-Medienstudie anhand übereinstimmender Merkmale bei den Interviewten und bei den Telecontrol-Panelteilnehmerlnnen hineinfusioniert. Die härteren, elektronisch gemessenen Fernsehdaten aus dem Telecontrol fliessen so in die SRG-Intermedia-Studie ein. Dieses Verfahren wird schon seit Jahren in Deutschland angewendet.
Die Methoden
Für die Telecontrol-Datenfusion wurden die Werte (Viertelstundenreichweiten, Tagesreichweiten und die Nutzungsdauer) von 10 Fernsehprogrammen und des Gesamt-TV-Konsums in die SRG-Medienstudie übertragen. Ausführliche Tests zeigten, dass diese Übertragung gut gelungen ist, und die Daten den Transfer unverzerrt überstanden haben.
Der Print-Fragebogen wurde an die normale Befragung der SRG-Medienstudie im 4. Quartal 1994 angehängt. Eine Vielzahl von Fragen zur faktischen Nutzung von insgesamt 47 ausgewählten Pressetiteln konnte so gestellt werden. Herzstück des Printmedien-Tests war - in Analogie zur Philosophie der SRG-Medienstudie - die Frage nach dem "Lesen gestern" (Reading Yesterday) welche Auskunft gibt über das wirkliche Verhalten der befragten Person am Tag vor dem Interview. Zu jedem gestern gelesenen Titel konnte sodann auch die Lesedauer, die Anzahl Leseakte (Pickups) und die Lesemenge (Anteil an der entsprechenden Zeitung/Zeitschrift) erhoben werden.
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende SRG-Intermedia-Studie mit der Integration des Printmedientests in die SRG-Medienstudie und durch das TV-Fusionsexperiment als äusserst nützlich für einen lntermedia-Vergleich. Durch eine gleichzeitige, stichtagsbezogene Erhebung der Nutzung von tagesaktuellen Printmedien und elektronischen Medien ergeben sich vergleichbare und kombinierbare Daten für die strategische Mediaplanung.
Auf Wunsch stellt Ihnen die Publica Data AG gerne ein Gutachten von Prof Dr. Dr. Michael Schenk, Universität Hohenheim, über den lntermedia-Vergleich zu.
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10. BIBLIOGRAFIE DES SRG FORSCHUNGSDIENSTES
(* = Studien nur auf Anfrage erhältlich)
1. Allgemein
Jahresbericht des Forschungsdienstes 1995, Band 1: Allgemeine Daten / Service de la Recherche SSR - Rapport 1995. Données générales - Volume 1 / Rapporto annuale del Servizio di Ricerca 1995. Dati generali - Volume 1; SRG Forschungsdienst; Bern, April 1996
Matthias Steinmann / Heinrich Anker / Theres Egger: Entwicklung des Heimelektronikbesitzes in der Schweiz von 1985 bis 1995 / Evolution du parc privé des appareils éléctroniques en Suisse de 1985 à 1995 / Proprietà di apparecchi elettronici in Svizzera: sviluppo dal 1985 al 1995; Bern, März 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele / Martina Schelker: Die Publikumsresonanz der SRG-Programme zu den National- und Ständeratswahlen 1995; Bern, Januar 1996
Rolf Müller / Matthias F. Steinmann: SRG-Intermedia-Test; 4. Quartal 1994, Deutsche Schweiz; Bern, März 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Kathrin Winzeler: Zur Radio- und Fernseh-nutzung der Rätoromanlnnen. Resultate einer telefonischen Umfrage vom Dezember 1995; Bern, April 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Regula Begert: Das Image der SRG und ihrer Programme 1993 / 1996 - Vergleich der wichtigsten Ergebnisse zweier bevölkerungsrepräsentativer Studien: Bern, Juni 1996 *
2. Radioforschung
SRG Privatradiostudie Juli 1995 - Juni 1996: Deutsche Schweiz / Etude des radios privées SSR juillet 1995 - juin 1996: Suisse romande / Ricerca delle radio private SSR luglio 1994 - giugno 1995: Svizzera italiana; SRG Forschungsdienst / Publica Data AG; Bern, September 1996
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker/ Kathrin Winzeler: Flashes Boursiers. Intérêt du public pour l'actualité boursière. Résultats d'une enquête téléphonique de novem-bre/décembre 1995; Bern, Januar 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Kathrin Winzeler: Soundcheck RSI - Rete 1 Risultati di un sondaggio telefonico di gennaio 1996; Bern, Februar 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Kathrin Winzeler: Sound Check: Public régulier de l'émission "5-9" sur RSR La Première. Résultats d'une enquête télépho-nique de l'avril 1996; Bern, Mai 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Kathrin Winzeler: Sound Check: Option Musique. Résultats d'une enquête téléphonique d'avril / mai 1996; Bern, Mai 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker: Materiale statistico: Giudizio del pubblico sullo splitting delle frequenze di Rete 1. Risultati di un sondaggio telefonico effettuato tra fine aprile / inizio maggio 1996; Bern, Juni 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Manolya Ermutlu: Zur Nutzung und Beur-teilung der Regionaljournale. Ergebnisse einer Sonderauswertung der SRG-Medienstudie 1995; Bern, Juni 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Kathrin Winzeler: Publikumseinstellungen zum Mittelwellenprojekt DRS 1. Ergebnisse einer telefonischen Umfrage vom Februar 1996; Bern, Juni 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Manolya Ermutlu: Emissions de services et de conseils dans les programmes de Ja RSR. Résultats d'une sondage téléphonique de mai 1996; Bern, Juni 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Theres Egger: Rete 3 - pubblico, concorren-ti, musica e parlato. Risultati di un' inchiesta sul pubblico effettuata nel marzo 1996; Bern, Juli 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Theres Egger: Qualità della ricezione radio-fonica. Risultati di un sondaggio effettuato nel mese di marzo 1996; Bern, Juli 1996
Matthias F. Steinmann / Heinich Anker/ Theres Egger: Emissions d'information dif-fusées à la radio le matin: Attentes, évaluations de "5 - 9" de La Première. Résultats d'une enquête téléphonique effectuée en mai / juin 1996; Bern, Juli 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Kathrin Winzeler: Sound Check Couleur 3. Résultats d'une enquête téléphonique de juin/juillet 96; Bern, Juli 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker: Importance des médias en fonction du genre d'émission. Les points forts des différents chaînes de radio. Résultats d'un sondage re-présentatif effectué en mars 1996; Bern, Juli 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Kathrin Winzeler: DRS 3 - Musikbericht. Resultate der persönlichen Befragung vom April und des Sound Check von Mai/Juni 1996; Bern, August 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker/ Kathrin Winzeler: Cluster-Analyse aufgrund der Musikpräferenzen der 15 bis 54jährigen. Vertiefte Auswertung der Soundcheck-Daten DRS 1 und DRS 3; Bern, Oktober 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker/ Theres Egger: Das Programm von DRS 2. Zu Nutzung, Beurteilung und Präferenzen des DRS 2-Publikums. Resultate einer telefo-nischen Umfrage vom September 1996; Bern, Oktober 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Theres Egger: Les Romands face aux médias, à la culture et aux loisirs. Variations régionales et facteurs économiques. Résultats d'une enquête téléphonique de septembre 1996; Bern, November 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker / Kathrin Winzeler: Radiohören am Vorabend
(17.00 bis 20.00 Uhr). Ergebnisse einer telefonischen Befragung vom September 1996; Bern, November 1996 *
Matthias F. Steinmann / Heinrich Anker/ Theres Egger / Manolya Ermutlu / Kathrin Winzeler: Hörerlnnen-Typologie Deutschschweiz. Ergebnisse einer Sonderauswertung der SRG-Medienstudie 1995 auf der Basis der Programminteressen /Typologie des auditeurs de la Suisse romande. Résultats d'une analyse spéciale de l'étude médias 1995 de la SSR / Tipologia degli ascoltatori della Svizzera italiana. Un rapporto spe-ciale tratto dallo studio media SSR 1995; Bern, November 1996
3. Fernsehforschung
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele: Die Publikumsresonanz der SRG-Programme zu den National- und Ständeratswahlen 1995; Bern, Januar 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele, Marianne Sommer / Barbara Späti: Bericht zur Omnibusumfrage über den Gerätebesitz in Haushalten der deutschen und franzö-sischen Schweiz; Bern, Februar 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele, Marianne Sommer / Barbara Späti: Rapport sur un sondage Omnibus concernant la présence d'appareils dans les ménages de Suis-se romande et alémanique, Bern, Februar 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele, Marianne Sommer / Barbara Späti: Die Pu-blikumsresonanz der TV-Berichterstattung von der Alpinen Ski-WM in Sierra Nevada; Bern, März 1996 *
Uwe Hasebrink / Friedrich Krotz / Hannah Bube (Hans-Bredow-Institut für Rundfunk und Fernsehen Hamburg): Muster der Werbenutzung - Sekundäranalysen telemetri-scher Zuschauerdaten der Schweiz im Jahr 1995 - Kurzfassung des Abschlussberichts // durchgeführt im Auftrag des SRG-Forschungsdienstes; Bern April 1996
Uwe Hasebrink / Friedrich Krotz / Hannah Bube (Hans-Bredow-Institut für Rundfunk und Fernsehen Hamburg): Muster der Werbenutzung - Sekundäranalysen telemetri-scher Zuschauerdaten der Schweiz aus dem Frühjahr 1995 // durchgeführt im Auftrag des SRG Forschungsdienstes; Bern, April 1996
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele / Barbara Späti / Marianne Sommer: Il con-sumo tv degli italiani in Svizzera. Risultati di un sondaggio scritto effettuato in tutto la Svizzera; Bern, Mai 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele / Barbara Späti / Marianne Sommer: "neXt". Bericht zur Omnibus-Umfrage über die Sendung "neXt" des Schweizer Fernsehens DRS; Bern, Mai 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele / Barbara Späti / Marianne Sommer: Die Pu-blikumsresonanz der SRG-Berichterstattung von der Fussball-Champions League 1996; Bern, Mai 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele / Marianne Sommer / Barbara Späti: Appa-recchi in dotazione nelle economie domestiche della Svizzera italiana; Bern, Juni 1996*
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele / Martina Schelker: Die TV-Nutzung nach So-ziodemograf ie. Sonderauswertung der TV-Nutzungsdaten 1991 - 1995 nach sozi-odemografischen Kriterien; Bern, Juli 1996 *
Jahresbericht des Forschungsdienstes 1995, Band II: Zuschauerdaten (TELECONTROL -Ergebnisse) - Deutsche Schweiz / Rapport 1995, Volume II: Comportement des téléspectateurs (résultats TELECONTROL) - Suisse romande / Rapporto annuale 1995, Volume II: Dati sui telespettatori (risultati TELECONTROL) - Svizzera italiana; Bern, Juli 1996 *
Jahresbericht des Forschungsdienstes 1995, Band III: Hitparaden, Auflistung der Fern-sehsendungen - Deutsche Schweiz / Rapport 1995, Volume III: Hit-Parades, Liste chronologique de toutes les émissions - Suisse romande / Rapporto annuale 1995, Volume III: Hit Parade, Elenco cronologico di tutte le trasmissioni - Svizzera italiana; Bern, Juli 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele / Barbara Späti / Marianne Sommer: Die Pu-blikumsresonanz der TV-Berichterstattung von der Fussball-Europameisterschaft 1996 in England; Bern, Juli 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele / Martina Schelker: Video in der Schweiz; Bern, August 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele / Barbara Späti / Marianne Sommer: Die Pu-blikumsresonanz der TV-Berichterstattung von den Olympischen Sommerspielen in Atlanta 1996; Bern, August 1996 *
Matthias F. Steinmann / Markus Jedele / Barbara Späti / Marianne Sommer: Die Pu-blikumsresonanz der SRG-Berichterstattung zu den Automobil Formel 1 -Rennen 1996; Bern, November 1996 *

BIBLIOTHEK
a) Neue Bücher:
Entsprechend der rasend schnellen Entwicklung im Bereich der Kommunikationstechnologie sind letztes Jahr viele Bücher zu den Themen Information Highway, Cyberspace und Computerkommunikation erschienen. Wir haben - Qual der Wahl - nur einige wenige von ihnen erworben und uns auf unsere eigentlichen Themenschwerpunkte konzentriert.
Nur dank dem Förderverein Medienwissenschaft konnten wir 90 neue Bücher und Abonnemente von 7 neuen Fachzeitschriften finanzieren. Hier eine Auswahl der Buchtitel, die neu im Bereich Medienwissenschaft der Bibliothek Sozialwissenschaften stehen:
Anker, Heinrich: Wertewandel und Mediennutzung in der Schweiz. Die Radionutzung 1975 bis 1992 im Spiegel der Publikumsforschung der SRG. Aarau 1995. A-RE 270.
Bollinger, Ernst: Pressegeschichte II. 1840-1930: Die goldenen Jahre der Massenpres-se. Freiburg/Schweiz 1996. C-GE 288.
Charlton, Michael u.a.: Fernsehwerbung und Kinder. Leverküsen-Opladen 1995. C-OE 135.
Choi, Jong-Yoo: Interpenetration von Politik und Massenmedien. Eine theoretische Arbeit zur politischen Kommunikation. Münster 1995. C-PK 211.
Craig, Steve (Ed.): Men, masculinity and the media. London 1992. C-SO 204.
Erard, Didier: Bon pour la tête...L'Hebdo? Une analyse socio-politique. Lausanne 1996. B-PR 169.
Geisel, Kerstin: Die Schöne und das Biest: Wie die Tagespresse über Vergewaltigun-gen berichtet. Münster 1995. A-AU 256.
Glogauer, Werner: Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen durch Medien. Wirkungen gewalttätiger, sexueller, pornographischer und satanischer Dar-stellung. Baden-Baden 1994. A-RE 231.
Goodman, Danny: Mythos Information Highway. St. Gallen 1996. B-NE 139.
Greiwe, Ulrich: Augstein: Ein gewisses Doppelleben. Berlin 1996. C-MW 230.
Guggenbühl, Christoph: Zensur und Pressefreiheit. Kommunikationskontrolle in Zü-rich an der Wende zum 19. Jahrhundert. Zürich 1996. C-GE 290.
Hoefer, Georg/Reymann, Kerstin: Konservative Rollenklischees und ihre Vermarktung in: Bravo, Brigitte, Playboy, Girl, Penthouse, Cosmopolitan u.a. Coppengra-ve 1994. A-AU 257.
Holicki, Sabine: Pressefoto und Pressetext im Wirkungsvergleich. Eine experimentelle Untersuchung am Beispiel von Politikerdarstellungen. München 1993. A-RE 268.
Jonscher, Norbert: Lokale Publizistik. Theorie und Praxis der örtlichen Berichterstat-tung. Ein Lehrbuch. Opladen 1995. B-LO 128.
Jurga, Martin (Hrsg.): Lindenstrasse. Produktion und Rezeption einer Erfolgsserie. Opladen 1995. B-EL 180.
Luhmann, Niklas: Die Realität der Massenmedien. Wiesbaden 1996. A-AL 240.
Marci-Boehncke, Gudrun (Hrsg.): BlickRichtung Frauen. Theorien und Methoden ge-schlechtsspezifischer Rezeptionsforschung. Weinheim 1996. A-RE 271.
MacLuhan, Marshall/Powers, Bruce R.: The global Village. Der Weg der Mediengesell-schaft in das 21. Jahrhundert. Paderborn 1995. C-SO 201.
Mäusli, Theo (Hrsg.): Schallwellen. Zur Sozialgeschichte des Radios. Zürich 1996. B-EL 164.
Nyffeler, Bettina: Präsenz der Kandidatinnen und Kandidaten in den elektronischen Medien: Eidgenössische Wahlen 1995. A-AU 258.
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: Kommunikationspolitische und kommunikationswissenschaftliche Forschungsprojekte der BRD (1985-1994). Bonn 1996. A-AL 187.
Riedel, Monika/Stüven, Friederike: Frauen machen Medien. Karriere in Presse, Hör-funk und Fernsehen. München 1996. C-MW 229.
Rolf, Nina: Special Interest-Zeitschriften. Münster 1995. B-PR 174.
Röhl, Henning: Macht der Nachricht. Hinter den Kulissen der Tagesschau. Berlin 1992. B-EL 178.
Schenk, Michael: Soziale Netzwerke und Massenmedien. Untersuchungen zum Ein-fluss der persönlichen Kommunikation. Tübingen 1995. A-RE 167.
Suster, Konrad: Zur Pressegeschichte des Kantons Luzern von 1945 bis 1979. Frei-burg/Schweiz 1996. B-PR 170.
Theunert, Helga: Gewalt in den Medien - Gewalt in der Realität. Gesellschaftliche Zu-sammenhänge und pädagogisches Handeln. München 1996. C-SO 205.
Tolmein, Oliver: Originalton Deutsch. Medien und rechte Gewalt. Berlin 1996. A-AU 255.
Tonscheidt, Sabine: Frauenzeitschriften am Ende? Ostdeutsche Frauenpresse vor und nach der Wende 1989. Münster 1996. B-PR 175.
Volk, Andreas: Vom Bild zum Text. Die Photographiebetrachtung als Quelle sozialwis-senschaftlicher Erkenntnis. Zürich 1996. A-AU 245.
b) Neue Zeitschriften
Ab 1997 neu (resp. wieder) abonniert sind die Fachzeitschriften
- Communications Research. An international quaterly. London.
-Critical Studies in Mass Communication. Annandale VA (Australien).
- Hermes. Cognition, communication, politique. Paris.
- media LEX. Zeitschrift für Kommunikationsrecht. Bern.
- MedienJournal. Forum für Kommunikationskultur. Salzburg.
- Medium. Zeitschrift für Hörfunk, Film, Presse. Frankfurt/M.
- zoom. Kommunikation&Medien. Zürich.

ARCHIV/DATENBANKEN
Im Bereich der elektronischen Informationsangebote ist einiges geschehen: seit Semesterbeginn im Herbst 1996 ist das Institut mit einem breiten Informationsangebot im Internet vertreten (http://ubeclu.unibe.ch/imw/index.html), und die Datenbank "ELMAR" ist vor kurzem auf unser öffentliches Computer-Terminal geladen worden. Nicht nur in Bern! "ELMAR" steht neu auch den Studierenden am Institut für Publizistikwissenschaft der Universität Zürich offen. Möglich wurde dieser Ausbau dank einem neuen Vertrag mit der Schweizerischen Depeschenagentur (sda), welche uns ihre medienrelevanten Meldungen zu einem sehr fairen Preis zur Verfügung stellt.
Auch das Printarchiv des Instituts wurde reorganisiert; das Aufnahmeprozedere für Zeitungsartikel läuft nun einfacher und somit weniger zeitintensiv ab - weniger wichtige Ausschnitte fallen weg, die Papierstapel bauen sich schneller ab oder entstehen schon gar nicht!
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EXKURSIONEN
24. Januar: Exkursion nach Zürich ins Seminar für Publizistikwissenschaft der Universität und nach Adligenswil LU zu Ringier (Leitung: Prof. Roger Blum). Im Seminar für Publizistikwissenschaft stellten die Professoren Ulrich Saxer und Heinz Bonfadelli zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Schwerpunkte ihrer Lehre und Forschung vor. In Adligenswil stand "Blick"/Sonntagsblick"-Chefredaktor Fridolin Luchsinger den Berner Studierenden Red und Antwort. Anschliessend fand eine Besichtigung der Druckerei statt, die bis zum Andruck des "Blick" dauerte.
30. Mai: Exkursion in den Thurgau und an den Bodensee zur Zeitung "Tagesspiegel" und ins Deutsche Zeitungsmuseum in Meersburg (Leitung: Prof. Roger Blum). In Weinfelden empfing Verleger Paul Ruckstuhl die Berner Studierenden in den Räumen des "Thurgauer Tagblatts", in Kreuzlingen fand beim "Thurgauer Volksfreund" eine Diskussion mit Redaktionsmitgliedern des "Tagesspiegels" statt. Anschliessend fuhr die Gruppe bei strahlend schönem Wetter per Schiff nach Meersburg und zurück.
19. Juni: Exkursion ins Bundeshaus (Leitung: Prof. Roger Blum). Nach einem Besuch auf den Tribünen des National- und Ständerats folgte eine Besichtigung des Radio- und Fernsehstudios mit Erläuterungen durch Rolf Camenzind (Radio) und Hanspeter Trütsch (Fernsehen). Im Käfigturm schlossen sich zwei Diskussionsrunden an, zuerst mit Informationsverantwortlichen der Bundesverwaltung, nämlich Vizekanzler Achille Casanova, Dominique Rub (Departement des Innern) und Yves Seydoux (Volkswirtschaftsdepartement), dann mit Parlamentsmitgliedern und Medienschaffenden, nämlich mit Ständerat Fritz Schiesser (FDP, Glarus), Nationalrätin Ruth-Gaby Vermot (SP, Bern) und Nationalrat Norbert Hochreutener (CVP, Bern) sowie von den Medien Eva Novak (Fernsehen), Rolf Camenzind (Radio) und Martin Schläpfer (Print).
28. November: Exkursion zu "TeleZüri" und zur NZZ (Leitung: Prof. Roger Blum). Bei "TeleZüri" sahen sich die Studierenden aus Bern zuerst eine News-Sendung an und erhielten eine Betriebsführung, nachher fand eine Diskussion mit Programmleiter Nik Niethammer, Chefredaktor Mario Aldrovandi und Produzent Alexander Sautter statt. Bei der NZZ stellten sich nach einer Führung durch die Redaktion Chefredaktor Dr. Hugo Bütler, Dr. Kenneth Angst (Chefredaktion), Dr. Matthias Saxer (Ressortchef Inland), Reinhard Meier (Ausland) und Dr. Daniel Hofmann (Wirtschaft) den Fragen. Anschliessend folgte in Schlieren der Rundgang durch die Druckerei bis zum Andruck der NZZ.

GASTVORTRÄGE
8. Januar: Vortrag von Prof. Dr. Denis Barrelet (Medienjurist, Universitäten Freiburg und Neuenburg) über "Informations, relations publiques, propagande: L'Etat a-t-il le choix?" im Rahmen der Vortragsreihe "Medien unter der Lupe".
15. Jan.: Vortrag von Prof. Dr. Antoine Maurice (Chefredaktor "Journal de Genève et Gazette de Lausanne", Kommunikationswissenschafter an der Universität Neuchâtel) über "La crise de la presse romande: Analyses sociaux-politiques" im Rahmen der Vor-tragsreihe "Medien unter der Lupe".
22. Januar: Vortrag von Dr. Jean-Paul Rüttimann (Lehrbeauftragter an der Universität Freiburg) über "Europas Dämme gegen die TV-Bilderflut aus den USA" im Rahmen der Vortragsreihe "Medien unter der Lupe".
29. Januar: Vortrag von Prof. Dr. Paul Beaud (Kommunikationssoziologe an der Uni-versität Lausanne) über "Champ journalistique, champ intellectuel et champ politique: des rapports de forces en évolution" im Rahmen der Vortragsreihe "Medien unter der Lupe".
5. Februar: Vortrag von Prof. Dr. Klaus Schrape (Kommunikationssoziologe, Univer-sität Basel) über "Wie wird sich die künftige Medien- und Kommunikationslandschaft entwickeln?" im Rahmen der Vortragsreihe "Medien unter der Lupe".
24. April: Vortrag von Valerij Jakow (Moskau), Nachrichtenchef der Zeitung "Iswestija" und Sonderkorrespondent für Krisen- und Kriegsgebiete, über "Journalist zwischen Publikum und Staatsmacht".
13.-15. Juni: Workshop mit Monika Grosskopf und Brigitte Scherrer: "Sensible Machos und selbstbewusste Blondinen" - Frauen- und Männerstereotype in US-Prime-Time-Serien.
3. Dezember: Veranstaltung mit Uri Avnery (Tel Aviv), Publizist und Friedensaktivist in Israel, in die Schweiz eingeladen von "Reporters sans frontières", von Prof. Roger Blum befragt zum Thema "Die Rolle der Medien im nahöstlichen Friedensprozess".

WORKSHOP: "SENSIBLE MACHOS UND SELBSTBEWUSSTE BLONDINEN"
Erkenntnisse aus dem Workshop zum Thema Geschlechterstereotypen in US-Fernsehserien, organisiert vom IMW im Juni 1996
Dass Fernsehhelden wenig gemeinsam haben mit Männern aus Fleisch und Blut, vermuteten wir ja schon lange. Und zu glauben, dass sich (emanzipierte) Frauen wiedererkennen in Sendungen wie "Dr. Frank, der Arzt, dem die Frauen vertrauen", weigern wir uns tapfer. Trotzdem erstaunen die Ergebnisse, die zwei deutsche Fernsehforscherinnen in ihrem Workshop vom 12. bis 14. Juni 1996 präsentierten: Anhand von Inhaltsanalysen hatten Monika Grosskopf und Brigitte Scherer festgestellt, dass der soziale Wandel seit den 50er Jahren nicht nur in der Realität, sondern auch für Serienhelden wie "Magnum" stattgefunden hat. Besonders die Errungenschaften und Forderungen der Frauen- und Schwulenbewegung haben Spuren hinterlassen in den Sendungen , die seit ihrer Erstausstrahlung in den 50er, 60er, 70er, 80er und 90er Jahren immer wieder recycliert werden und denen ein mehr oder weniger treues Millionenpublikum sicher ist.
Mit konkreten Beispielen aus US-Serien veranschaulichte Brigitte Scherer, was für Serienhelden ihrer jeweiligen Zeit typisch ist. Die Helden der 60er Jahre hatten mutig und rational zu sein, verpönt war das Zeigen von Gefühlen, Coolness oberste Maxime des männlichen Darstellers. Mit Amüsement sahen sich die Workshop-TeilnehmerInnen eine Szene aus der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise" an : In einem Gespräch höchst emotionalen Inhalts gaben sich der ungesund bleiche Käptn Kirk und sein langohriger Kollege Spock in hochgeschlossenen Overalls so, wie es ein Drehbuch der 60er Jahre verlangte: Beide menschlicher Regungen offenbar unfähig, ausgeschlossen, sich tröstend zu berühren, Augenkontakt tabu.
Welch Unterschied zur Serie "Renegade" der 90er Jahre: Jede noch so unmögliche Gelegenheit wird genutzt, um Schauspieler Lorenzo Lamas glattrasierte eingeölte Muskelbrust zu präsentieren. "Stark sei der Mann, langmähnig und nackt", fasste Scherer den Trend für Serienhelden von heute zusammen. Vorbei also die Zeiten, in denen nur Frauen als Sexobjekt dargestellt wurden. Doch der Held der 90er Jahre ist nicht nur muskelgestählt, blondgelockt, mutig und clever: Neuerdings ist er auch spirituell, hat ein gesundes Unrechtbewusstsein und kann auch mal eigene Schwächen zugeben, und er ist bereit, auf den Rat einer Frau zu hören. Schönling Renegade beispielsweise muss sich immer mal wieder von seiner sportlichen, blondhaarigen Geschäftspartnerin aus der Patsche helfen lassen.
Noch mehr entwickelt haben sich im Verlauf der Jahrzehnte die weiblichen Hauptfiguren amerikanischer Sitcoms, referierte Monika Grosskopf im zweiten Teil des Workshops. Situationskomödien überhöhen Alltagssituationen und -probleme auf sarkastische Art und sorgen für Heiterkeit bei (sich ertappt fühlenden) ZuschauerInnen. Grosskopf, spezialisiert auf die Darstellung von Frauen in US-Sitcoms, erklärte, diese Art audiovisueller Kunst (!) eigne sich besonders gut für die Analyse von Frauenbildern. Anhand von Ausschnitten aus Sitcoms unterschiedlicher Jahrzehnte zeigte sie, wie sich Sitcom-Heldinnen (die in den USA so bekannt sind wie Grimms Märchen im deutschsprachigen Raum) parallel zu ihren realen Geschlechtsgenossinnen emanzipiert haben und selbstbewusst(er) wurden: Während "Lucy" in den 50er Jahren mit ihrem Pascha-Ehemann das Publikum zum Lachen brachte, war es zwanzig Jahre später die Titelheldin der "Mary-Tyler-Moore-Show", die als Single-Frau für kichernde ZuschauerInnen sorgte. In den 80er Jahren kam mit "Murphy Brown" eine dominante Frau auf die Sitcom-Bühne, die sich in einer Fernsehredaktion gar besser behauptet als ihre männlichen Kollegen. Die Serie um Murphy Brown lief mehr als acht Jahre, eine Zeit, in der Murphy nicht nur älter, sondern auch kühner wurde. Ende der achtziger Jahre entschied sie sich als Frau im mittleren Alter nicht nur dafür, ihr uneheliches Kind auf die Welt zu bringen, sondern war auch wild entschlossen, dieses alleine grosszuziehen. Ein Affront übrigens für den US-Politiker Dan Quayle, welcher sich die "family values" aufs Wahlkampfbanner geschrieben hatte und Murphy Brown in einer Rede der Hilfeleistung zum Verfall der amerikanischen Moral bezichtigte. Nicht die Fiktion der Sitcoms war in diesem Fall von der Realität inspiriert, sondern die Realität von der Fiktion.
Die Ergebnisse, die Brigitte Scherer und Monika Grosskopf aufgrund ihrer Fernsehanalysen präsentierten, lassen sich folgendermassen kürzestzusammenfassen: Der Mann amerikanischer Action-Serien hat seine "Weiblichkeit" entdeckt, die Frau der US-Sitcoms ihre "Männlichkeit". Aber, dämpfte Monika Grosskopf die aufkommende Euphorie: Diese Art amerikanischer Serien werden von deutschsprachigen Fernsehstationen nur selten eingekauft. "Weil sie von über 45-jährigen Zuschauerinnen und Zuschauern nicht geliebt werden", begründete sie und fügte etwas polemisch an, "Frauen ab diesem Alter identifizieren sich eher mit ihren Geschlechtsgenossinnen der Serie `Frauenarzt Dr. Merthin', die Männer mit Derrick". Da bleibt nur eins: Satellitenfernsehen, ausschalten oder - auswandern.
Katrin Hemmer
Am Workshop nahmen Studentinnen, Medienschaffende, Medienpädagogen, Medienforscherinnen und Lehrer teil, insgesamt 37 Frauen und 13 Männer. Monika Grosskopf ist Seminarleiterin an der Akademie der Bayerischen Presse in München, Brigitte Scherer arbeitete als wissenschaftliche Assistentin an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und schreibt nun eine Dissertation zum Thema "Kontinuität und Wandel des Helden in `Magnum, P.I.', unter besonderer Berücksichtigung seines Bildes als Mann".
Der dreitägige Kurs konnte nur durchgeführt werden dank der finanziellen Unterstützung durch die SUB (StudentInnenschaft der Universität Bern ).
Zum Themenbereich neu erschienen und in der Bibliothek Sozialwissenschaften vorhanden ist das Buch von: Hackl, Christiane/Pommer, Elisabeth/Scherer, Brigitte (Hrsg.): Models und Machos? Frauen- und Männerbilder in den Medien. Konstanz 1996.

PUBLIKATIONEN
Prof. Dr. Roger Blum
"Journalistika u demokratitschnomu suspilstwi: swoboda pressi, funkzii pressi", "Mediasistem: ta wikopistannja SMI (wid zensuri do kommunikazijnogo 'Hig-hway')", "Samokontrol f sasobach massowoj informazij" und "Sistema SMI ta poli-titschna sistema (ljubow - nenawist, distanzijowanist, tendenzija do sroschtsch-enn-ja)", S. 14-20, 39-45, 51-57 und 63-71 in 1996: "Rol mass media u pluralistit-schnomu suspilstwi", Kiew: Institut journalistiki.
"Zum Zustand der Medien in der Schweiz", S. 88-91 in: Bloch, Peter An-dré/Gasser, Urs/Probst, Kaspar/Schmid, Rolf (Hg.), 1996: "Den Dialog wagen. Osons le dialogue. ch-forum '98". Feldbrunnen SO: Begegnungszentrum Waldegg.
"Medienwahlkampf als Propaganda-Ersatz", S. 1-5 in "Medienwissenschaft Schweiz", 1996/1.
"Das politische Publikum", S. 14-20 in: "Zoom Kommunikation & Medien", H. 8 (Wir sind das Publikum), Oktober 1996.
"Berlusconis Modell - Parallelen in der Schweiz?", S. 201-211 in: Imhof, Kurt/Schulz, Peter (Hg.), 1996: "Politisches Raisonnement in der Informationsge-sellschaft" (= Reihe Mediensymposium Luzern Bd. 2). Zürich: Seismo.
Prof. Dr. Matthias Steinmann
"Medienforschung hautnah - Quantensprung in Sicht"; in: Jahrbuch Marketing Kommunikation; 7. Jg.; Hrsg.: Roland Köhler; Zürich 1996; S. 154 - 156
"Kinder und Medien in der Schweiz. Zusammenfassung der SRG-Studie vom Fe-bruar 1989" (zusammen mit Jost Aregger); in: Walter Klingler / Karen Schönen-berg (Hrsg.): "Hören, Lesen, Fernsehen - und sie spielen trotzdem. Beiträge zum Medienumgang von Kindern"; Südwestfunk-Schriftenreihe Medienforschung 2; Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 1996; S. 51 - 69
"Radio-Control: The Swiss Radio Meter System"; in: Electronic Media Research 1996: Drilling down to bedrock issues - Transcript proceedings from 14th annual Advertising Research Foundation (ARF) electronic media research workshop; New York 1996; S. 79 - 84
lic. phil. Jost Aregger
Fernsehen brutal - eine Herausforderung für die familiäre Selbstverantwortung. In: Familienfragen 1/96, S. 19-25.

AUSSENAUFTRITTE
Prof. Dr. Roger Blum
a) Presseartikel
"Monopol mit mildernden Umständen" ('Neue Luzerner Zeitung' erstmals erschie-nen - Leserschaftsrat als Korrektiv), in: "St. Galler Tagblatt", 4.1.1996.
"Berner Medien: Vielfalt, Kampf und Strategien", in: "Der Bund", 26.1.1996.
"Medien-Räume: Zusätzliche Publikumsdaten" (Rezension von Grossenbacher, René/Handschin, Nick/Matha, Joachim: Kommunikations- und Wirtschaftsräume der Schweiz, Oberrieden/Zürich 1996), in: "Tages-Anzeiger", 3.4.1996.
"Mehr Medien-Qualität", in: "Medien-Monitor", Mai 1996.
"Russlands Medien - bedroht von vielen Seiten" und Interview mit Valerij Jakow: "Wenn Minister lügen, belege ich das mit Fakten", in: "Tages-Anzeiger", 30.5.1996.
"Die Zeitung muss den Diskurs organisieren" ("Neue Mittelland-Zeitung": publizistische Chancen und staatspolitische Bedenken), in: "Solothurner Zeitung", 24.8.1996.
"Ein Entscheid gegen die Wirklichkeit", in: "Berner Zeitung", 26.11.1996.
"1996", in "Tages-Anzeiger", 31.12.1996.
b) Kurse und Referate
"Warum Medienwissenschaft? Und wie studiert man sie?" Referat bei der Akade-mischen Studienberatung Basel-Stadt, Basel, 30.1.1996.
"Nachfrage und Einspruch. Zur Arbeit des Presserates 1995" und "Fairness und Transparenz - die Fälle Cottier vs. 'Facts' (Interview) und SDA/Teletext (bezahlte Dienste)". Referate an der Pressekonferenz des Presserates, Zürich, 13.2.1996.
"Journalismuskonzepte und Medienwirkungen". Kurs am Medienausbildungszen-trum Luzern (MAZ), zusammen mit Prof. Heinz Bonfadelli, Kastanienbaum LU, 19.-21.2.1996.
"Was will und was kann das Institut für Medienwissenschaft?" Referat vor der Me-dienkommission der Stadt Bern, Bern, 22.2.1996.
"Fraktion und Öffentlichkeit - Überlegungen zur Politikvermittlung in der Informa-tionsgesellschaft". Referat vor der Freisinnig-Demokratischen Fraktion der Bun-desversammlung, Bern, 23.2.1996.
"Journalismuskonzepte und Medienwirkungen". Kurs am Medienausbildungszen-trum Luzern (MAZ), zusammen mit Prof. Heinz Bonfadelli, Kastanienbaum LU, 11.-13.3.1996.
"Parlament und Öffentlichkeit". Referat vor dem Landrat des Kantons Basel-Landschaft, Liestal, 25.3.1996.
"Das Profil einer Regionalzeitung. Welche Zeitung für den Raum Solo-thurn/Oberaargau?" Referat an der Weissenstein-Retraite der Vogt-Schild-Zeitungen, Oberdorf SO, 1.4.1996.
"Medien zwischen Anmassung und Anpassung". Referat vor der Generalver-sammlung des Baumeisterverbandes Baselland, Muttenz BL, 18.4.1996.
"Medien zwischen Anmassung und Anpassung", Referat im Lehrerseminar Ler-bernmatt, Bern, 1.5.1996.
"Die Medien der Zukunft - Tendenzen und Perspektiven". Referat vor der General-versammlung der Radio- und Fernsehgenossenschaft Basel (RFB) aus Anlass des 70jährigen Bestehens, Basel, 7.6.1996.
"Die Zukunftsperspektiven der Medien und die Herausforderung für die Führung". Referat am Seminar "Führungsaufgaben in Redaktionen von Zeitungs- und Zeit-schriftenverlagen" der Akademie für Publizistik Hamburg, der Bertelsmann-Stiftung Gütersloh und des SZV-Medieninstituts Zürich, Diessenhofen TG, 10.6.1996.
"Wem dient das schweizerische Mediensystem?" Referat am Medienseminar des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Thun, 26.8.1996.
"Journalistische Qualität im Alltag". Workshop für Mitglieder der "Tages-Anzeiger"-Redaktion, Rüschlikon ZH, 27.8.1996.
"Erste Sichtung des 'saemann'". Referat vor dem Vorstand des Vereins "saemann". Bern, 2.9.1996.
"Journalistische Qualität im Alltag". Workshop für Mitglieder der "Tages-Anzeiger"-Redaktion, Rüschlikon ZH, 10.9.1996.
"Sprachenvielfalt und Föderalismus als Strukturmerkmale des schweizerischen Mediensystems". Referat am Medienforum'96 des Ost-West-Forums für Medien-vertreter aus Russland und der Schweiz, Bern, 11.9.1996.
"Die Rolle der Massenmedien". Referat und Kurs bei der Abteilung Sozial- und Sonderpädagogik der Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule (BFF) Bern, Hartlis-berg ob Steffisburg BE, 14.9.1996.
"Journalistische Qualität im Alltag". Workshop für Mitglieder der "Tages-Anzeiger"-Redaktion, Rüschlikon ZH, 18.9.1996.
"Die Rolle der Massenmedien bei der Vermittlung schweizerischer Aussenpolitik - Kommunikatorstudie". Referat vor der Forschungsgruppe Entscheidungsprozesse des Nationalen Forschungsprogramms 42 (Aussenpolitik), Bern, 17.10.1996.
"Eine neue Zeitung: Herausforderungen für die Redaktion". Referat am Redakti-onsfest der "Neuen Mittelland-Zeitung", Fulenbach SO, 17.10.1996.
"Grundriss einer Informationspolitik des Bundes". Referat vor der Geschäftsprü-fungskommission des Nationalrates, Sektion Behörden/Mitteleinsatz, Lugano, 22.10.1996.
"Quellenschutz und journalistisches Rollenverständnis". Referat im Hearing der Rechtskommission des Nationalrates zum Quellenschutz vor Medienschaffende, Bern, 31.10.1996.
"Le modèle Berlusconi - des parallèles en Suisse?" Referat im Vortragszyklus "médias et société" an der Universität Neuenburg, Neuenburg, 11.11.1996.
"Der Inlandteil der 'Basler Zeitung' - Analyse, Kritik, Perspektiven". Referat am In-landtreffen der BaZ-Redaktion, Basel, 16.11.1996.
"Was bedeutet diese Forschungsarbeit? Der Stellenwert des Projektes aus der Sicht der Wissenschaft". Einleitung an der Pressekonferenz zum Bericht über "die Arbeitsbedingungen der Journalistinnen und Journalisten im Kanton Bern", Bern, 19.11.1996.
"Mediale und interpersonale Kommunikation während der Basler Revolution von 1798". Referat am Mediensymposium Luzern "Kommunikation und Revolution", Luzern, 22.11.1996.
"Journalistische Qualität im Alltag". Workshop für Mitglieder der "Tages-Anzeiger"-Redaktion, Rüschlikon ZH, 6.12.1996.
"Analyse der journalistischen Qualität der 'SonntagsZeitung'". Referat vor der Re-daktion der "SonntagsZeitung", zusammen mit Susanna Regli und Alain Mast, Zü-rich, 18.12.1996.
c) Interviews, Podien
Interview zum erstmaligen Erscheinen der "Neuen Luzerner Zeitung", "Schweiz aktuell" im Schweizer Fernsehen DRS, 3.1.1996.
Interview zur Medienausbildung, Radio RaBe, 19.3.1996.
Interviews zur Politikvermittlung durch das Baselbieter Kantonsparlament, Regio-naljournal Radio DRS, 25.3.1996, und "Basellandschaftliche Zeitung", 26.3.1996.
Interview zur Zeitungsfusion im Aargau, "Basler Zeitung", 28.3.1996.
"Die Medien haben eine Frühwarnfunktion". Interview zur Umweltkommunikati-on, "VCS-Zeitung" 96/4, April 1996.
"Welche Chancen geben Sie der Blocher-Zeitung?". Stellungnahme im "Media Trend Journal", April 1996.
"Bildveränderungen hinterlassen keine Spuren mehr". Interview zur digitalen Bildmanipulation, "SonntagsZeitung", 28.4.1996.
"Trend zu einer neuen Medien-Parteilichkeit". Interview zur Swissair-Kampagne der Westschweizer Medien, "Tages-Anzeiger", 20./21.4.1996.
Interview zur Parteilichkeit der Medien, "Bundesplatz" auf "S 4", 25.4.1996.
"La presse romande se mue en parti politique". Interview zur Swissair-Kampagne der Westschweizer Medien, "Construire" 18, 1.5.1996.
Moderation der Diskussion mit Prof. Michael Haller (Universität Leipzig) und Pe-ter Rothenbühler (Chefredaktor der "Schweizer Illustrierten") zur Qualität und Ethik der Medien, Bärtschihus-Tagung der "Bund"-Redaktion, Gümligen BE, 15.5.1996.
"Un patto chiave per la libertà di stampa". Interview zum Zeugnisverweigerungs-recht für Medienschaffende, "La Regione", 18.6.1996.
"Die Leser entscheiden". Interview zur Kooperation "Bündner Zeitung"/"Bündner Tagblatt", "Bündner Zeitung", 18.9.1996.
Interviews zur Rolle der Medien bei der Abwahl der Berner Gemeinderätin Theres Giger, "Telebärn" und "Schweiz aktuell" im Schweizer Fernsehen DRS, 2.12.1996.
Befragung des israelischen Publizisten Uri Avnery zur "Rolle der Medien im nahöstlichen Friedensprozess", Bern, 3.12.1996.
"Indiskretionen gehören zur Demokratie". Interview zur Telefonüberwachung des "Sonntagsblick", "St. Galler Tagblatt", 31.12.1996.
d) Tagungen und Kongresse
Experten-Workshop "Ethik im Journalismus" der Nationalen schweizerischen Unesco-Kommission, Bern, 25.10.1996.
e) Berichte, Gutachten
"Bericht über die Abklärungsmission für ein Medienprojekt in Russland" zuhanden der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Abteilung Zusammenarbeit mit Osteuropa und der GUS, des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (Mai 1996).
Diverse Gutachten für private und öffentliche Auftraggeber.
f) Chargen
Präsident des schweizerischen Presserates
Vizepräsident der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Me-dienwissenschaft (SGKM)
Mitglied des wissenschaftspolitischen Rates der Sozialwissenschaften
Lehrauftrag an der Universität Basel
Dozent am Medienausbildungszentrum Luzern (MAZ) (2 mal 3 Tage)
Wissenschaftlicher Berater "Mediengeschichte" des Historischen Lexikons der Schweiz (HLS)
Vorstandsmitglied des Fördervereins Medienwissenschaft
Prof. Dr. Matthias Steinmann
a) Kurse und Referate
"Die Publikumsresonanz der SRG-Programme zu den National- und Ständerats-wahlen 1996"; GfK-Tagung; Bern 17./18.1.1996
Jahres-Pressekonferenz des SRG Forschungsdienstes; Einleitungsreferat; 10.4.1996; Bern
"Das Image der SRG und ihrer Programme 1993 und 1996"; GfK-Kadertagung; Lugano 18.4. 1996
"Werbung in den Medien"; Teens-Runde; Stuttgart 19.4.1996 ,Intermedia-Forschung"; SGKM-Frühjahrstagung; Zürich 26.4.1996 "Muster individueller Fern-sehnutzung"; Publisuisse-Werbetagung; Zürich 2.7.1996
"Intermedia-Forschung für die Zukunft"; Seminar Lokalradio / Intermedia; Bern 22.8. 1996
"Medienstrategiepraxis"; Gastreferat an der Tourismus-Fachschule; Samedan, 29.10. 1996
"New Methods in Radio Research: RADIOCONTROL - A Swiss Measurement Sy-stem"; European Television Symposium; Prag 7./8.11.1996
"Neue Trends in der quantitativen und qualitativen Medienforschung"; SMS Gene-ralversammlung; Bern 14.11.1996
"Characters of Electronic Television Audience Measurement Systems"; Workshop from Advertising Research Foundation (ARF): Raising the Standard: Using rese-arch for effective media planning; New York 2. - 4.12.1996
b) Tagungen und Kongresse
Delegierter an der ESOMAR-Tagung in San Francisco, 21.4. - 24.4.1996
Delegierter an der ESOMAR-Tagung in Istanbul, 9.9. - 12.9.1996
c) Chargen
n Delegierter für Medienforschung SRG
n Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwis-senschaft SGKM
n Präsident der Internationalen Vereinigung für Kommunikationswissenschaft IVK
Vorstandsmitglied Förderverein Medienwissenschaft
Präsident des Verbandes Schweizerischer Marketing- und Sozialforscher SMS
(bis 9. Oktober)
Mitglied der Kreativgruppe "Strategische Führungsübung"
lic. phil. Jost Aregger
Sensible Machos und selbstbewusste Blondinen. Artikel in "Der Bund", 29.6.1996.
Über das Studium der Medienwissenschaft. Referat an einer berufskundlichen Veranstaltung zum Thema "Journalismus/Medienwissenschaft" der akademischen Berufsberatung, zusammen mit Heinz Däpp, 11. November 1996 in Bern.
Kinder und Medien. Referat im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Vereins "Arbeit und Bildung für Alle" Spiez, 20. November 1996 in Spiez.
lic. phil. Roman Gattlen
Vorstandsmitglied und Kassier der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunika-tions- und Medienforschung SGKM
n Schweizer Korrespondent des "Europäischen Medienbulletins"
Andi Jacomet
"Jingles - das Salz in der Radiosuppe". Referat an der Universität Freiburg im Breisgau, 12. September 1996.
"Moderation und Technik: Drive in einer Radiosendung". Radiokurs bei Radio "RaBe", Bern, 16./18. Oktober 1996.
"Der gestaltete Beitrag". Radiokurs bei Radio "RaGa", St. Gallen, 24./25. Novem-ber 1996.
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FÖRDERVEREIN MEDIENWISSENSCHAFT
Auch 1996 hat der Förderverein Medienwissenschaft das Institut im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt, namentlich durch finanzielle Beiträge zur Aufstockung der Bibliothek. Es handelte sich konkret um Fr. 4000.-- für Bücher und erstmals auch Fr. 1000.-- zur Anschaffung wissenschaftlicher Zeitschriften - eine Garantie, wissenschaftlich auf aktuellstem Stand dokumentiert zu sein. Ferner unterstützte der Förderverein das Forschungsprojekt "Medienkonzentration" mit einem Publikationsbeitrag von Fr. 1000.-- sowie das Projekt der Studierenden Beck und Münger über die Arbeitsbedingungen bernischer Journalistinnen und Journalisten mit der Begleichung von Druckkosten in der Höhe von Fr. 300.--.
Auf der Einnahmenseite kam der Förderverein in den Genuss einer Spende von Fr. 2000.--, die auf die Einsprache des Grünen Bündnisses der Stadt Bern hin überwiesen wurde. Es handelt sich dabei um die Strafsumme, welche Telebärn als Folge eines Streitfalls zu begleichen hatte.
In Bezug auf die Entwicklung der Mitgliederzahl konnte zwar das gewünschte Jahresziel nicht ganz erreicht werden - insbesondere was die Kollektivmitglieder angeht - aber dennoch umfasst der Förderverein Medienwissenschaft Ende 1996 immerhin 111 Einzel- und 12 Kollektivmitglieder.
Vorstandsintern stehen einige Mutationen bevor. Frau Eva-Maria Zbinden Günter wird als Präsidentin zurücktreten und ebenso wird das Amt des Kassiers (Rücktritt von Philipp Fontana) neu zu besetzen sein. Ferner treten Claude Longchamp und Rudolf Joder von ihrem Amt im Vorstand des Fördervereins Medienwissenschaft zurück. Unter diesen Umständen erwägt der Vorstand, die Vereinsleitung neu zu strukturieren (Reduktion der Mitgliederzahl, Schaffung von Ressorts) und durch einen Beirat zu ergänzen.

MEDIENFACHSCHAFT (MF)
Der Medienwissenschaft gehört die Zukunft!
Mit dem neuen Unigesetz werden die einzelnen Fachschaften immer wichtiger. Dieses neue Gewicht verlangt aber auch mehr Einsatz. Nur mit einem genügenden Engagement der Studis ist es möglich, die neuen Aufgaben zu erfüllen. Die MedienFachschaft steht in dieser Hinsicht zur Zeit gut da. Ein Beispiel dafür war die ausserordentlich gut besuchte VV Ende 1996.
Vor einem Jahr stand an dieser Stelle der Titel "Medienwissenschaft ohne Zukunft?". Auch heute könnte man sich wieder das gleiche Fragen. Für die MedienFachschaft ist es klar, dass die Medienwissenschaft an der Uni Bern eine Zukunft haben muss. Aus diesem Grund wurde das Gespräch mit der phil. hist. Fakultät gesucht und eine Petition für die Erhaltung der Existenzgrundlage des Instituts für Medienwissenschaft lanciert. Bereits zeigten mehr als 1300 Personen mit ihrer Unterschrift, dass sie die Interessen des Instituts unterstützen.
Mitten in diesen wirren Zeiten gab es im Vorstand eine Wachablösung. Ältere Semester gaben das Szepter jüngeren in die Hände. Auch diese werden hart daran arbeiten, die Interessen der Studis umfassend zu vertreten. Dazu gehört auch die erstmalige Kandidatur von zwei Mitgliedern der MedienFachschaft für den SR.
Auch im vergangenen Jahr war die MedienFachschaft am Unifest wieder mit einer Bar vertreten. Weiter konnte die Fachschaft der Bibliothek ein Abonnement für die Zeitschrift "Communication research" (erscheint 6x pro Jahr) vermitteln. Finanziert wird dieses Abo durch die SUB. Anfang Januar organisierte die Fachschaft einen Ausflug zum Fernsehen DRS in die Sendung "Arena". Und last but not least produzierte die MedienFachschaft jeden Monat auf Radio RaBe eine einstündige Sendung zu medienrelevanten Themen - die "UniBox" geht auch 1997 jeweils am dritten Dienstag im Monat um 19.00 Uhr über den Aether. (sh)
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