Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Geschichten und Meinungen rund um Beinbrüche und Knieprobleme

Moderator: Andi Jacomet

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Cornelia
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Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Cornelia »

Guten Tag an alle Tibiakopf-Operierten,

ich hoffe, mit euren Knien geht es stetig aufwärts und ihr lasst euch nicht unterkriegen. Ich hoffe so sehr, bei euch Leidensgenossen Tipps für mein Bein zu bekommen. Zunächst möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin 56 Jahre alt und habe mir vor einem Jahr eine Tibiakopf-Luxationsfraktur Typ Moor V plus mehrfragmentärer Unterschenkelfraktur bei einem Reitunfall zugezogen. Die hinteren Kreuzbänder natürlich auch im Eimer. Nach 23 Jahren verletzungsfreier Reiterei war das die volle Ladung. :cry: Ich kam zunächst in ein Allgemein Krankenhaus, wo die Ärzte meine Prognosen in den schwärzesten Farben ausmalten. :shock: Nie wieder ohne Schmerzmittel, kein normales Leben mehr, niemand kann dieses Bein wieder herstellen usw. usf. Ich ließ mich daraufhin in die BGU Klinik Frankfurt überweisen, die die Sache etwas optimistischer angingen, aber auch dort beeindruckt von der Schwere des Befundes waren: "Ihr Schienbeinkopf ist wie ein Keks, auf den man drauf getreten hat."

Die OP verlief erfolgreich, man konnte sogar den Knorpel retten. Ich wurde mit einer medialen Schrauben- und Plattenosteosythese (Syntes LCP und lateraler 09-Loch NCP Osteosynteseplatte) versorgt, die aussieht wie ein Märklin-Baukasten. :lol: Nach einem Jahr langwieriger Reha - ich saß über drei Monate im Rollstuhl, weil ich wegen einer ausgekugelten Schulter und eines Golferellenbogens kaum an Krücken gehen konnte und durfte erst nach rund fünf Monaten voll belasten - habe ich eine Streckung und Beugung von 0-0-125 Grad erreicht und bin, was die Beweglichkeit angeht, sehr zufrieden. Ich fahre regelmäßig Rad, 20 bis 30 Kilometer sind kein Problem. Laufen kann ich zwei bis drei Kilometer ohne Schmerzen. Das Bein funktioniert, aber es fühlt sich Scheiße an. Spannungsgefühle, Taubheitsgefühle, Verkrampfungsgefühle im Unterhautgewebe sind bisher noch da. Ich meine, ein deutliches Fremdkörpergefühl zu spüren. Ein Kompressionsstrumpf schafft etwas Erleichterung.

Meine Frage an alle Betroffenen: Wird das nochmal besser, wenn das Metall draußen ist?

Mein zweites Problem: Nach wie vor kann ich keine Treppen normal gehen. Die Belastung geht eins zu eins aufs Gelenk, und das Gelenk schafft es nicht, mein Körpergewicht (65 kg) hochzuwuchten. Mit Krücken geht es jedoch. Ich komme auch schlecht mit Steigungen und unebenen Böden klar, ich bin wacklig und unsicher auf den Beinen, wie eine uralte Frau. Springen und tanzen geht auch nicht. Dabei ist mein Gangbild eigentlich recht gut, doch es fühlt sich an, als sei ich mit einem Holzbein unterwegs. Auffällig ist, dass die Muskeln an dem betroffenen Bein auch ein Jahr danach bei weitem noch nicht in alter Form sind. Das Auftrainieren ist mühsam, denn Kniebeugen und ähnliche Übungen, die normalerweise gemacht werden, kann ich nicht. Das Gelenk macht das nicht mit und reagiert beleidigt. Nur Fahrradfahren und Aquajoggen geht. Schneller als Walking geht auch nicht, geschweige denn rennen. Es geht irgendwie nicht. Kennt ihr das? Wird das besser? Ich frage mich, warum ich nicht normal Treppen gehen kann. Liegt es an den schwachen Muskeln? Oder kann das Gelenk es einfach nicht mehr? Der Doc weiß es nicht. Die Röntgenkontrolle hat jedoch ergeben, dass die Gelenkflächen leicht wellig sind und die Kreuzbandhöcker eine leichte Ausziehung haben. Letztlich sagte der Doc, ich könne mit dem Erreichten zufrieden sein, auch wenn als Defizit das Treppensteigen bliebe. Irgendwie denke ich, dass mich diese Aussage nicht zufrieden stellt. Ich möchte gerne wissen, warum es nicht geht. Dann kann ich mir die Arbeit daran ersparen und mich auf andere Dinge konzentrieren. Bisher gehe ich noch dreimal wöchentlich in Physio. Dazu Aquajogging, Radfahren, Gymnastik daheim und die Versorgung meiner beiden Pferde (longieren im Sandboden, Stallarbeit). Reiten werde ich nicht mehr.

Obwohl ich dankbar bin, noch einigermaßen glimpflich davon gekommen zu sein, so bin ich doch oft traurig, weil mein altes, aktives Leben so nicht mehr möglich ist. Ich arbeite zum Glück freiberuflich am Schreibtisch und kann mir die Zeit einteilen. Jedoch merke ich, dass langes Sitzen auch Gift für mein Bein ist. Ich kann nicht mehr so viele Aufträge annehmen, es geht einfach nicht mehr. Ich muss mich halt viel um das Bein kümmern, es in Bewegung halten.

So, das war ganz schön viel. Nun würde ich mich freuen, wenn ich von Euch bald etwas lesen würde. :) Ich wünsche allen ein schönes Wochenende, Cornelia

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Ursel
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Ursel »

Hallo Cornelia
Es ist ruhig hier,auch ich komme noch so zum mitlesen vorbei.Man solles nicht glauben wie schnell die Zeit vergeht,aber ich bin nun schon 11Jahre hier.Hatte das Forum erst bei meiner ersten Metallentfernung gefunden.Metall raus oder nicht ist immer von Arzt zu Arzt verschieden.Meiner hatte damals gesagt ist besser raus,denn wenn man noch mal stürzt könnte es kompliziert werden.Mir ging es danach auch besser.Es folgten in den darauf folgenden Jahren aber weitere OP´s.Kurz nachzulesen unten.Die Muskelkraft in den Oberschenkeln habe ich trotz Sport nicht mehr ganz wiedererlangt auch habe ich eine leicht Fußheberschwäche zurückbehalten. .Treppen und in die Hocke gehen ist schwierig.Aber wenn du mal bei den anderen nach liest ist es bei jedem anders.Auch bin ich schon ein paar Jahre älter.Meine erste OP war mit 61 Jahren.Jetzt hat der Orthopäde mir das nächste Knie Tep angedrot,aber ich will noch nicht, bin froh das ich mal 4 Jahre nicht im Krankenhaus war.Wenn du noch Übungen für zu Hause suchst guck im oberen Treat nach,da steht einiges für zu Hause drin.
Liebe Grüße von Ursel
2005 laterale Tibiakopffraktur mit Platte 5 Schrauben,Spangioseplastik,Peronäusparese.
2007 Metallentf.
2010 Knie Tep mit gleichzeitiger X-Bein Umst.
2011 Hüft Tep
2012 Suprakondyläre Oberschenkelfrak. mit Platte und 11 Schrauben
2013 Metallentf.

Violett
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Violett »

Hallo Cornelia

Herzlich willkommen bei uns! Zurzeit ist es etwas ruhig hier. ich war auch längere Zeit nicht aktiv hier, werde aber die nächsten Wochen immer wieder vorbei schauen.

Dich hat es ja richtig erwischt...
Reitunfälle gab es hier schon einige.. was ist den bei dir genau geschehen? kam dein Pferd glimpflich davon?
Für das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter sind solche Unfälle besonders bitter.

wenn ich dich richtig verstehe, dann ist dein Unfall gerade Mal 1 Jahr her? Gib dir und deinem Knie Zeit um sich zu erholen, Zeit heilt Wunden. Falls ich richtig rechne, dann bist du gerade Mal seit 7-8 Monaten wieder auf den Beinen unterwegs. Nach so einer Verletztung braucht es eine Menge Zeit und Geduld... leider... davon können wir alle ein Lied singen. Meine Verletzung war nie in diesem Ausmass wie bei dir, und ich habe nach 2,5 Jahren noch Verbesserungen bemerkt. Manchmal sind es nur kleine Fortschritte, die man am Anfang nicht registriert. Gerade das Treppensteigen benötigt enorm viel Muskelkraft und hat extreme Last auf die Knie. So richtig schnell und sicher kann ich heute noch nicht die Treppe benützen. Ich nehme darum meistens den Fahrstuhl. Manchen Kompromis musste ich eingehen. Ich ärgere mich aber deutlich weniger, wenn ich nicht Tag für Tag an die Situationen erinnert werde, die eben nicht funktionieren.

Bis bald
Violett

Cornelia
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Cornelia »

Liebe Ursel, liebe Violett!

ich freue mich, dass Ihr mir geantwortet habt! :D :D Liebe Ursel, Du hast ja einen OP-Marathon hinter dir! Wie beweglich bist Du heute? Und wie hast Du es geschafft, in alle den Jahren, die sicherlich mit viel Schmerzen und Ängsten verbunden waren, nicht zu resignieren? Ich finde, auch die seelischen Folgen einer solch langwierigen, schweren Verletzung sind erheblich. Ich bin von Natur aus ein recht ungeduldiger Mensch, der für Anstrengungen schnell Ergebnisse sehen möchte. Es war außerordentlich hart, dass Fortschritte eigentlich nicht sichtbar waren, dafür aber Rückschläge sofort präsent. Ich habe dann ein Wochentagebuch geführt, das hat mir dann verdeutlicht, dass es doch aufwärts geht, wenn auch nur schneckenlangsam.

Letzte Woche hat meine Krankenkasse beschlossen, dass sie mir nach 70 Physio-Stunden nun keine mehr genehmigen möchte. Ich habe Widerspruch eingelegt. Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit eurer Kasse? Wie lange habt ihr Physio gemacht? Wie ist es denn mit Erwerbsminderung bzw. einen Schwerbehinderten-Ausweis?

Wie ist euer Unfall passiert?

Liebe Violett, vielleicht ist ein Jahr wirklich noch keine lange Zeit. Dass man mit einer solchen Verletzung sich in Geduld üben muss, habe ich lernen müssen. Als besonders belastend habe ich immer die Kommentare von Außenstehenden empfunden: "Was? Du läufst immer noch nicht?", "Wird das noch mal was?", "Trainierst Du richtig/viel genug?" usw. usw. Diese Kommentare haben mich so runter gezogen, dass ich in den schlimmen Phasen gar nicht mehr vor der Tür wollte. Ich fand das so schlimm, gerade weil ich mich ja so anstrengte und am Tag zwischen 4 und 6 Stunden mit dem Bein zugange war. Beugeschiene, Physio, Lymphdrainage, Gymnastik, Ergometer, Aquagymnastik - das verschlang und verschlingt jede Menge Zeit. Zum Glück hatte ich keinen Arbeitgeber im Nacken sitzen, doch als Freiberufler bekam ich erst mal nix, später dann etwas Krankengeld.

Violett, es klingt, als kennst Du Dich ein wenig aus mit Pferden? Der Unfall ist passiert, als mich mein neues Pferd abbockte. Aus heiterem Himmel scherte er im Schritt aus, schoss mit zwei Galoppsprüngen fort und bockte. Ich war gar nicht darauf gefasst. Das Bocken selbst war nicht so schlimm, der Sturz auch nicht. Aber: Ich hatte Sicherheitssteigbügel mit einem Körbchen dran, die das Durchrutschen des Fußes verhindern sollen. Als ich den Abflug rechts über machte, blieb das linke Körbchen am Sattelblatt hängen und ich kam nicht schnell genug mit meinem Fuß da raus. Knack machte es. Ich hörte es förmlich. Ich dachte an einen harmlosen Unterschenkelbruch. War noch erleichtert, weil sich das Knie offenbar intakt anfühlte. Dass der Schienbeinkopf zertrümmert war, was mindestens genauso schlimm ist, erfuhr ich erst viel später. Ich habe dieses Pferd noch, konnte mich noch nicht trennen. Ich arbeite weiter am Boden mit ihm und irgendwie sind wir ein recht gutes Team inzwischen. :D :D Wahrscheinlich würde mir das heute gar nicht mehr mit ihm passieren. Aber man weiß es nicht. Er wird nun zweimal die Woche von einer jungen Frau geritten. Ich hatte überlegt, mit ihm Kutsche zu fahren, weil er ein ehemaliges Kutschpferd ist. Er macht seine Sache auch super-gut, aber ich habe Angst. Nach so einer Verletzung habe ich Riesen-Angst, dass noch mal was passiert. Angst vor Kontrollverlust. Und abspringen von der Kutsche ist keine Option! :( :(
Welche Verletzung hattest Du, Violett? Und treibst Du noch Sport? Wie alt bist Du?

Liebe Grüße Euch beiden und weiterhin gute Besserung,

Cornelia

Violett
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Violett »

Guten Morgen Cornelia

Schlussendlich bleibt dir leider nichts anderes übrig, als gedulig zu sein. Es geht mal besser, mal weniger.

Die Kommentare von Aussenstehenden sind schrecklich und verunsichern nur. In den letzten vier Jahren hatte ich 5 Knie OPs und die Menschen hatten das Gefühl, ich sei nur an Stöcken unterwegs und wenn ich keine hatte, war ich wackelig unterwegs und es wurde wieder gefragt, was ist den jetzt wieder los.... nun bin ich ja wieder an Stöcken, meide aber die Aussenwelt komplett. Diese ständige Fragerei mag ich nicht mehr.

Auf dieses Forum bin ich vor 4 Jahren gestossen. Damals war ich bereits operiert (Umstellungsosteotomie) und hatte so meine Mühe und Probleme damit. Ich gehöre somit zu den freiwillig zersägten... ich bin nun auf dem Papier 32 Jahre alt. Mein Knie wahrscheinlich Mitte 60ig.

Pferde wären eine Leidenschaft von mir. Ich habe als Kind Reitstunden genommen, musste damals aber bereits wegen meinem Knie aufhören. Vor ca. 3 Jahren, als ich wirklich sehr deprimiert über das Resultat von meinen OPs war, hat mir mein damaliger Doc geraten, mich abzulenken, damit mein Knie nicht mehr im Mittelpunkt steht. Naja, guter Tipp, aber was soll ich mit einem schmerzenden Knie auch machen? Schach spielen im Wald? Meinen Garten umstechen?
Ich dachte mir, vielleicht ist es jetzt der Zeitpunkt um wieder zu reiten. Ich habe mir dann wieder Reitstunden genommen und habe mir ein Reiturlaub gegönnt. Leider wie erwartet war dies leider nichts für mein Knie. Damals hatte ich auch noch die Platte am Schienbein und es hat enorm gedrückt. Ich habe dann alles wieder im Sande versickern lassen. Nur schon das Pferd von der Koppel zu holen war anstrengend, da der Weg über eine Wiese ging und holprig war. Das Absteigen machte mir Kummer. Ne, mehr Stress als Vergnügen.

Die Letzten 2 Jahre konnte ich den Alltag recht gut meistern. Es gab Zeiten, da wusste ich nicht wie Abend wird. An Sport denke ich gar nicht. Dieses Jahr im Sommer war ich das erste Mal wieder wandern, ging ganz gut. Hinuterlaufen war nicht angenehm und die kommenden Tage hatte ich einen Erguss. Den letzten Winter hatte ich das erste Mal wieder Lust auf Skifahren, da ich aber noch Schrauben drin hatte, hat meine Vernunft gesiegt und ich habe es gelassen. 1x war ich noch schlitteln, ich lies mich überreden, da ich nicht aus der Reihe tanzen wollte. Zum Glück kein Unglück,ich war aber mit Abstand die Letzte im Ziel... es war aber auch das letzte Mal. Ich habe auch immernoch enorm Angst vor Unfällen. Meine Vernunft ist das wirklich sehr gross, aber ich denke dass macht die Zeit. Ich bin froh, wenn ich den Tag durch schmerzfrei bin und gebe meinem Knie wirklich Sorge. Ich werde aber auch viel belächelt, da ich mit 32 Jahren den Fahrstuhl nehme, kein Sport treibe und wenn ich mal die Treppe nehme, mich am Geländer halte... über die Jahr habe ich meine Ansprüche gedrosselt und ich lebe damit wirklich gut. Aber es gibt hier zahlreiche Unfallopfer, die ihre Leidenschaft und Hobby wieder aufgenommen haben.

Gruss
Violett

Cornelia
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Cornelia »

Liebe Violett,

was bedeutet das, Du bist eine "freiwillig Zersägte"? Eine Umstellungs-Osteotomie, was ist das? Welchen Befund hattest Du denn? Du hast ja eine enorme Leidengeschichte hinter Dir. :cry: Welche Prognose hast Du? Welche Verbesserungen wirst Du doch erzielen können? Mit 32 Jahren bis Du ja noch ein junger Hüpfer. Kommst Du mit Deinem Beim im Job zurecht? Es ist gut, dass Du Deinen Frieden mit Deinem Bein gemacht hast. Das war sicher kein leichter Prozess.

Was Deine letzte Reiterfahrung angeht, so kann ich das gut nachvollziehen. Ich wüsste gar nicht, wie ich mit meinem zerstörten Knie aufs und vom Pferd kommen sollte. Dass geschmeidige Runterspringen fällt ja nun flach... :roll: Auch darf man nicht unterschätzen, dass insbesondere das Schritt-Gehen je nach Gangart des Pferdes stark aufs Knie geht. Mir gab ein Pferdemensch den Tipp, es mit Isländern zu versuchen. Der Tölt sei ausgesprochen kniefreundlich. Aber ich habe viel zu viel Angst vor neuerlichen Stürzen. Und wenn die Angst mit reitet, macht es keinen Sinn. Es ist vielleicht für mich an der Zeit, das Hobby an mein Alter anzupassen. :lol: Es fällt mir manchmal nicht leicht, das Positive zu sehen. Schließlich hätte es noch viel schlimmer kommen können. Ich bemerke auch, dass ich es plötzlich bedaure, nie wieder Tennis spielen oder Joggen zu können. Dabei habe ich es auch zuvor nie gemacht. Es ist irgendwie anders, nun zu wissen, dass es gar nicht mehr geht. Es ist schon richtig, dass man sich mit seinen Defiziten eher in einem Rahmen bewegen sollte, in dem man gut zurecht kommt. Auch, um Frustrationen zu vermeiden. Ich habe das gerade im Urlaub bemerkt. Ich war an der Atlantik-Küste in Andalusien. Wellengang - zu stark und mächtig für mein Knie. Die weißen Dörfer - zu steil, um es bewältigen zu können. Ich erinnerte mich daran, wie es früher war. Welche Freude ich hatte. Und jetzt war ich traurig. Da war der Urlaub im Frühjahr an der Ostsee vergleichsweise gut für die Seele. Ich hatte alles flach und konnte endlos Rad fahren, was ich ja gut kann. Ich war sehr zufrieden und glücklich dort. Ich nehme das nun als Lerneffekt an und wähle meine Reisen demnächst entsprechend aus. :lol: :lol:

Liebe Grüße
Cornelia

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Ursel
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Ursel »

Hallo Cornelia
Das Reisen habe ich bis heute noch nicht augegeben.Vorigen Sommer war ich auf Kreta und im nächsten Frühjahr geht es nach Malta.Das Laufen macht mir zwar Probleme ,auch wegen meiner Fußheberschwäche ,aber ich bin immer mit Nordic Walking Stöcken unterwegs.Ich habe welche zum zusammenschieben und die passen auch in den Koffer.Fahrrad fahren kann ich nicht mehr,ich habe die Kraft nicht mehr zum problemlosen Aufsteigen. Das bedaure ich sehr.Somit muß ich viel mit dem Auto erledigen.Wir wohnen in einer Kleinstadt.Somit muß jeder für sich herausfinden was noch geht, sodas wenigstens noch ein bisschen Lebensqualität übrig bleibt.
Ich wünsche dir viel Geduld und weiter eine gute Genesung.Verzweifeln gibt es nicht ,es geht immer noch was.
LG Ursel
2005 laterale Tibiakopffraktur mit Platte 5 Schrauben,Spangioseplastik,Peronäusparese.
2007 Metallentf.
2010 Knie Tep mit gleichzeitiger X-Bein Umst.
2011 Hüft Tep
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Cornelia
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Cornelia »

Ursel hat geschrieben:
Do Nov 01, 2018 10:20 am
Hallo Cornelia
Das Reisen habe ich bis heute noch nicht augegeben.Vorigen Sommer war ich auf Kreta und im nächsten Frühjahr geht es nach Malta.Das Laufen macht mir zwar Probleme ,auch wegen meiner Fußheberschwäche ,aber ich bin immer mit Nordic Walking Stöcken unterwegs.Ich habe welche zum zusammenschieben und die passen auch in den Koffer.Fahrrad fahren kann ich nicht mehr,ich habe die Kraft nicht mehr zum problemlosen Aufsteigen. Das bedaure ich sehr.Somit muß ich viel mit dem Auto erledigen.Wir wohnen in einer Kleinstadt.Somit muß jeder für sich herausfinden was noch geht, sodas wenigstens noch ein bisschen Lebensqualität übrig bleibt.
Ich wünsche dir viel Geduld und weiter eine gute Genesung.Verzweifeln gibt es nicht ,es geht immer noch was.
LG Ursel
Liebe Ursel,
danke für Deine ermutigenden Worte. Es ist gut, dass Du Dich nicht vom Reisen abbringen lässt. Jammern macht gar nichts besser. Und Du machst es absolut richtig, in dem Du das Beste aus Deiner Situation machst. Wie Du habe ich mir auch Stöcke angeschafft. Damit bin ich auch gut unterwegs, es gibt Sicherheit und Führung. Santorin wird zwar für mich nicht mehr möglich sein, aber man kann seine Reiseziele ja etwas anpassen. Auch wüsste ich heute nicht, ob ich noch mal eine Sightseeing-Tour in London mit den vielen U-Bahnen (und den vielen, schier endlosen Treppen!) bewältigen könnte. Würdest Du heute sagen, dass Du Deinen Frieden mit Deinem Knie gemacht hast? Wenn ja, was hat Dir am meisten auf diesem Weg dorthin geholfen?
Liebe Grüße
Cornelia

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Ursel
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Ursel »

Hallo Cornelia
Den Frieden mit meinem Knie????? Ich muß es so nehmen wie es ist und das Beste daraus machen.Ich bin über 70Jahre und möchte mich nicht verkriechen.Wir waren immer viel auf Reisen und das möchte ich auch so weit wie möglich bei behalten.Eben mit meinen Möglichkeiten.Zur Bewegung mache ich Wassergym. und ein mal die Woche 1Stunde Krafttraining an Geräten.Dafür gehen andere sachen wie z.b. Fahradfahren und längere Strecken Laufen nicht mehr.Die Stöcke sind mir dabei sehr hilfreich.Ich möchte einfach noch ein bisschen vom Leben haben.Das Jüngere eher verzweifeln kann ich verstehen,denn sie erwarten ja noch mehr vom Leben.
L.G. Ursel
2005 laterale Tibiakopffraktur mit Platte 5 Schrauben,Spangioseplastik,Peronäusparese.
2007 Metallentf.
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Tine62
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Tine62 »

Hallo Cornelia, habe gerade deinen Beitrag gelesen. Ich bin gleich alt wie du und hatte Anfang April eine Tibiakopftrümmerfraktur. Bei mir hat sich der Bruch also die Keksstückchen gesetzt, So dass ich eine große Lücke habe wodurch das Bein dazu neigt dort wegzuknicken. Durch Training hab ich das etwas im Griff, Aber auch nach der langen Zeit sind noch nicht alle Bruchstücke verwachsen. Laufen geht manchmal gut manchmal tut es weh, vor allem nach dem sitzen oder liegen aufstehen ist ganz schlimm. Treppe geht auch bei mir nur im Nachstellschritt. Im Moment wird gerade überlegt ob man noch was retten kann. Die einen sagen nein die anderen beraten noch. Ich bin total überfordert im Moment. So wie es ist ist es nicht gut aber wird es durch ne neue OP besser? Das Bein fühlt sich oft irgendwie fremd an. Ich bekomme gesagt daß mit der Treppe hängt einmal an der Muskulatur, Aber auch an der Belastung auf den Bruch das macht er nicht mit. Wäre schön wenn hier jemand mitlest der auch Probleme mit dem verheilen der Knochen oder absinken hatte. Würde gerne wissen wie bzw. was dann gemacht würde. Liebe Grüße Tine

Cornelia
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Cornelia »

Tine62 hat geschrieben:
Mi Nov 07, 2018 12:15 pm
Hallo Cornelia, habe gerade deinen Beitrag gelesen. Ich bin gleich alt wie du und hatte Anfang April eine Tibiakopftrümmerfraktur. Bei mir hat sich der Bruch also die Keksstückchen gesetzt, So dass ich eine große Lücke habe wodurch das Bein dazu neigt dort wegzuknicken. Durch Training hab ich das etwas im Griff, Aber auch nach der langen Zeit sind noch nicht alle Bruchstücke verwachsen. Laufen geht manchmal gut manchmal tut es weh, vor allem nach dem sitzen oder liegen aufstehen ist ganz schlimm. Treppe geht auch bei mir nur im Nachstellschritt. Im Moment wird gerade überlegt ob man noch was retten kann. Die einen sagen nein die anderen beraten noch. Ich bin total überfordert im Moment. So wie es ist ist es nicht gut aber wird es durch ne neue OP besser? Das Bein fühlt sich oft irgendwie fremd an. Ich bekomme gesagt daß mit der Treppe hängt einmal an der Muskulatur, Aber auch an der Belastung auf den Bruch das macht er nicht mit. Wäre schön wenn hier jemand mitlest der auch Probleme mit dem verheilen der Knochen oder absinken hatte. Würde gerne wissen wie bzw. was dann gemacht würde. Liebe Grüße Tine
Hallo Tine,
ja, das ist schon eine Scheißverletzung. :evil: Aber Dein Unfall liegt auch noch gar nicht so lange zurück. Nach 6 Monaten kannst Du leide auch keine Wunder erwarten. Ich bin nach 5 Monaten gerade mal in Reha gekommen. Da hatte ich noch nicht lange Vollbelastung. Ja, das Bein fühlt sich auch bei mir fremd an. Ich denke, dass sind die Metallteile. Manchmal fühlt es sich an, wie mit einem Holzbein unterwegs zu sein. Und das Unterhautgewebe ist natürlich auch betroffen. Wir haben ja nicht nur die knöcherne Problematik, die mit einem solchen schwerer Bruch einhergeht, das Neurologische hängt da ja auch mit drin. Empfindungsstörungen, Taubheitsgefühle, Verkrampfungsgefühle, Kribbeln usw.

Bis Dein Bein richtig durchgeknöchert ist, wirst Du sicher noch mal 6 Monate warten müssen. Bei mir sieht man auch ein Jahr danach noch die feinen Linien, wo die Brüche waren. Das dauert und dauert und dauert. Es ist ja ein massiver Knochen, der das ganze Körpergewicht tragen muss. Ich hatte ein Jahr vor meinem blöden Unfall einen Armbruch. Der Arzt sagte, es dauere ein Jahr, bis der Arm bei einem etwaigen Sturz nicht mehr automatisch an der Bruchstelle erneut breche. Und das war "nur" der Unterarm. Wie lange braucht wohl so ein Tibiakopf? Welche Pläne haben die Ärzte bezüglich Deiner Beins ins Auge gefasst? Wie muss man sich diese Lücke vorstellen? Rollt das Kniegelenk nicht mehr richtig auf dem Tibiaplateau ab? Was soll da eventuell noch mal operiert werden?
Liebe Grüße
Cornelia

Cornelia
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Re: Ein Jahr später: Die Treppe geht immer noch nicht

Beitrag von Cornelia »

Ursel hat geschrieben:
Di Nov 06, 2018 11:51 am
Hallo Cornelia
Den Frieden mit meinem Knie????? Ich muß es so nehmen wie es ist und das Beste daraus machen.Ich bin über 70Jahre und möchte mich nicht verkriechen.Wir waren immer viel auf Reisen und das möchte ich auch so weit wie möglich bei behalten.Eben mit meinen Möglichkeiten.Zur Bewegung mache ich Wassergym. und ein mal die Woche 1Stunde Krafttraining an Geräten.Dafür gehen andere sachen wie z.b. Fahradfahren und längere Strecken Laufen nicht mehr.Die Stöcke sind mir dabei sehr hilfreich.Ich möchte einfach noch ein bisschen vom Leben haben.Das Jüngere eher verzweifeln kann ich verstehen,denn sie erwarten ja noch mehr vom Leben.
L.G. Ursel
Hallo Ursel,
danke für Deine Zeilen. Du machst es richtig! Haben sich denn Deine Befindlichkeiten nach den beiden Metallentfernungen gebessert? Was würdest Du sagen? Wie war es bei Dir? Wenn ja, was genau hat sich gebessert?

Ganz liebe Grüße, Cornelia

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