Weitere Umstellungsosteotomie

Geschichten und Meinungen rund um Beinbrüche und Knieprobleme

Moderator: Andi Jacomet

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Bruchpilotin63
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Weitere Umstellungsosteotomie

Beitrag von Bruchpilotin63 »

Hallo,
morgen ist es soweit. Ich muss nochmals operiert werden.
Im April 2020 hatte ich mir eine laterale Tibiakopfluxationsfraktur nach einem Sturz mit dem MTB zugezogen. Von der Bergwacht gebogen kam ich in eine nahegelegenes Krankenhaus in meiner kleinen Heimatstadt Goslar. Ich habe mich nach Braunschweig verlegen lassen, auf eigenen Wunsch und auf eigene Kosten. Dort wurde ich 5 Tage nach dem Sturz operiert. Die OP war wohl sehr schwierig, weil die Tibia sehr kleinteilig zertrümmert war. An einer Stelle habe ich gleich gesehen, dass die Knochen nicht zusammenpassten.
Zunächst sah es von der Beweglichkeit und den Schmerzen gut aus. Aber sobald ich nach 8 Wochen voll belasten konnte, ist mein Bein nach außen weggekippt, es "schlapperte", schmerzte, ich konnte das Bein nicht voll belasten. Auch eine 7wöchige Reha in Damp an der Ostsee hat keinerlei Verbesserung gebracht.
Jetzt wurde neu geröntgt und festgestellt, dass der Tibiakopf nach außen und nach hinten zuzusammen gebrochen ist. Also nichts verheilt ist.
Der Chefarzt der Ostseeklinik, Dr. Klauser, hat für mich den Kontakt zu Professor Frosch (Ärztl. Direktor im BG Krankenhaus Hamburg und der Uniklinik Hamburg) hergestellt. Da ich ein interessanter Fall bin (O-Ton) wird er mich morgen operieren. Ich bin gesetzlich versichert und es war auch ein privater Unfall. Einerseits bin ich froh, dass er mich operiert (er scheint sich das thema tibiakopffrakturen auf seine Spezialitätenliste geschrieben zu haben), andererseits habe ich tierisch Angst, dass ich nur ein interessanter Fall bin und er sich ausprobieren will. Die Quantentechnik, die er anwenden will ist wohl umstritten.
Dr. Klauser hätte mir gleich eine Prothese verpasst, der erst operierende Arzt hätte auch noch einmal versucht das Bein zu richten, aber mit viel weniger Eingriff. Professor Frosch macht jetzt alles komplett neu.
Ich kann nur hoffen, dass alles gut wird. Mehrere Ärzte, verschiedene Meinungen und selbst in der Zwickmühle. Habt Ihr das auch schon gehabt? Kennt einer von Euch Professor Frosch?
Danke für eure Unterstützung
herzliche Grüße
Heike

Smiley
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Re: Weitere Umstellungsosteotomie

Beitrag von Smiley »

Hallo Heike!

Ich wünsche Dir alles Gute für die morgige Operation!
Ich kenne das Gefühl der Zwickmühle mit mehreren Ärzten, mehreren Meinungen... Das ist sehr belastend! Ich kenne aber keinen Deiner Ärzte (bin aus Österreich). Ich wünsche Dir, dass alles gut geht!

Liebe Grüße
Smiley

Bruchpilot
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Re: Weitere Umstellungsosteotomie

Beitrag von Bruchpilot »

Hallo,
Dr. Akoto, der Oberarzt von Prof. Frosch hat mein Kniegelenk gerettet.
Prof. Frosch kenne ich selber nicht, sein Oberarzt, der soweit ich weiss, mit ihm zusammem operiert ist der Beste!
Dank ihm habe ich mein eigenes Gelenk behalten, habe ein rekonstruiertes Seitenband und Tibiaplateau und eine begradigte Beinachse und damit die Aussicht, dass ich, wenn ich doch noch irgendwann eine TEP brauche, keine achsgeführte Vollprothese benötige, sondern erstmal nur die kleinere Variante.
Auch mein Gelenk war total instabil, der Frakturbereich war eingebrochen, ich konnte das Knie nicht durchstrecken, dafür aber zur Seite anwinkeln und konnte durch diese massive Fehlstellung keine 100 m am Stück laufen ohne Pause zu machen und litt durch die komplett schiefe Körperachse unter massiven Hüft-und Rückenschmerzen.
Jetzt kann ich wieder ganz gut im Schritttempo laufen, rennen oder joggen geht nicht, weil mein Peroneusnerv durch den Unfall Schaden genommen hat, aber gehen, schnell gehen und auch wandern und Fahrradfahren geht wieder gut. Treppensteigen geht auch wieder, nicht ganz so rund wie vorher, aber ich bin in Anbetracht dessen, dass mein Knie eine Vollruine war so glücklich über den Stand, den ich heute habe.
Dabei bin ich weitgehend schmerzfrei, nur nach wirklich langen Tagen habe ich manchmal abends Beschwerden und ein etwas unangenehmes Druck- oder Spannungsgefühl.
Ich bin insgesamt 3 mal von Dr. Akoto operiert worden.
Die Metallentfernung steht noch aus, aber so wie es im Moment ist, werde ich die Metalle wohl erstmal drin lassen.
Meine ganze Geschichte kannst Du hier viewtopic.php?f=2&t=701 nachlesen.
Auch die Gelenke von Nordlicht73 sind durch Professor Frosch und Dr. Akoto wieder in mehreren OPs gerettet worden.
Er hat mir empfohlen, mich bei Dr. Akoto vorzustellen, weil alle anderen Knieexperten sofort abgewunken haben und mir eine achsgeführte TEP einbauen wollten.
Professor Frosch hatte zu dem Zeitpunkt damals gerade die Klinik gewechselt und so bin ich nur von Dr. Akoto behandelt worden. Jetzt arbeiten sie wieder zusammen.
Du bist in sehr guten Händen!
Ich wünsche Dir alles Gute. Lass mal hören, wie es Dir ergeht.
Liebe Grüsse vom
Bruchpilot😘
Wenn Du fliegen willst, mußt Du das loslassen, was Dich runter zieht!

Bruchpilotin63
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Re: Weitere Umstellungsosteotomie - geschafft ;-)

Beitrag von Bruchpilotin63 »

Hallo Bruchpilot,
du bist aber eigentlich auch eine Bruchpilotin, wie ich in deinem Beitrag gelesen habe. 😉

Ich habe es hinter mich gebracht. Am Freitag, 18.12.2020 wurde ich im BG Klinikum Boberg/Hamburg aufgenommen und 3 Stunden später in den OP geschoben. Ich hatte ja schon Angst vor der Narkose, weil ich keine Opiate vertrage und mir beim Aufwachen meist schon so schlecht war, dass ich mich in der Vergangenheit noch halb betäubt übergeben musste. Gleichzeitig unter einem postoperativen Zitten (Schivering) zu leiden hatte. Diesmal hatte ich jedoch eine tolle Anästhesistin, die mir vor der OP einen Schmerzkatheder an den Femoralisnerv gelegt hat. Damit hatte ich dann überhaupt keine Schmerzen mehr und konnte bis zum Ziehen des Katheder auf jegliche andere Schmerzmittel verzichten.
Also Freitag operiert, Montag Schmerzkatheter gezogen, Mittwoch entlassen. Einfach alles so gut gelaufen. Professor Frosch versteht sein Handwerk!

Es wurden zunächst alle 4 Platten und 14 Schrauben entfernt. Anschließend medial fremdes Knochenmaterial mit Slope-Korrektur eingesetzt. Lateral konnte mit Spongiosaunterfütterung der Knochen wieder aufgebaut werden und somit die Beinachse wieder normgerecht eingestellt werden. Die Beinlängendifferenz von 3 cm konnte somit auch behoben werden. Ich hatte Glück, dass mir kein Material aus dem Becken entnommen werden musste. Gleichzeitig wurde in einer Arthroskopie der Knorpel im Kniegelenk geglättet.

Als ich das erste Mal nach der OP (am Samstag) mein Bein gesehen habe konnte ich es kaum glauben. Kein O-Bein (keine Varusstellung) mehr, nicht geschwollen und keine Schmerzen! Und 6 Tage später durfte ich sogar schon wieder nach Hause.

Ich darf allerdings für 8 Wochen nur 10 kg belasten und nur 60 Grad beugen. Nach der OP im April hatte ich 17 kg Belastung und 90 Grad Beugung. 120 Grad nach 6 Wochen. Aber das war wohl auch zu viel, sonst wäre es vielleicht auch nicht zur Tibiakopfabsenkung gekommen? Ich weiß es nicht, gehe jetzt aber kein Risiko ein und bin ganz vorsichtig. Wobei das echt schwierig ist, da ja nichts weh tut. Die Streckung auf dem Boden sitzend ist bei 0 Grad. Vor der OP hat das nicht geklappt.

Ich soll regelmäßig zur Nachkontrolle nach Hamburg. Ich wohne im Harz, aber das ist es mir wert und ich fahre gern nach Hamburg. Bin zuversichtlich, dass ich in 2021 wieder gehen lerne. Und ohne Knievollprothese :D

Danke für eure guten Wünsche und das Daumen drücken,
Heike alias Bruchpilotin63

Bruchpilot
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Re: Weitere Umstellungsosteotomie

Beitrag von Bruchpilot »

Hallo Bruchpilotin,
Wie geht es Dir?
Liebe Grüße
Bruchpilot😘
Wenn Du fliegen willst, mußt Du das loslassen, was Dich runter zieht!

Bruchpilotin63
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Re: Weitere Umstellungsosteotomie

Beitrag von Bruchpilotin63 »

Hallo Bruchpilot :o

danke der Nachfrage. Ich war letzte Woche zur Kontrolle in Hamburg. Sieht so weit wohl alles ganz gut aus. Darf aber weiterhin nur 10 kg belasten und muss noch ständig die Orthese tragen. Allerdings ist die Beugung jetzt nicht mehr eingeschränkt. Damit kann ich jetzt zumindest schon wieder die Kurbel des Heimtrainers treten - ohne Belastung versteht sich.
Das Knie ist schmerzfrei. Aber letztendlich wird sich erst in der Vollbelastung zeigen ob die OP erfolgreich war. Denn auf dem jetzigen Stand war ich im letzten Jahr schon einmal. Auch da war ich zuversichtlich, aber letztendlich haben die Schrauben ja nicht gehalten.
Aber im Unterschied zum letzten Jahr ist mein Bein jetzt komplett gerade. Da hatte ich nach der ersten OP schon eine leichte Varusstellung, die sich im Laufe der Monate dann immer weiter verschlimmert hat.
Am 9. Februar 2021 muss ich wieder zum Frosch. Bin echt gespannt wie das diesmal entwickelt.
Ein Problem ist derzeit der viele Schnee bei uns im Harz, mit Gehhilfen geht das gar nicht. Bin quasi seit 6 Wochen in der Wohnung eingesperrt. Und das bei mir.... ich will wieder raus, mich bewegen. Ommmm, nur Geduld :lol:

Und wie geht es Dir?

Liebe Grüße
Bruchpilotin63

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