Op oder nicht

Geschichten und Meinungen rund um Beinbrüche und Knieprobleme

Moderator: Andi Jacomet

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BoernyAU
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Op oder nicht

Beitrag von BoernyAU »

Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für das informative Forum!

Leider hat es mich auch vor 1.5 Wochen erwischt. Ich habe mich breitschlagen lassen und habe nochmals bei Fußball ausgeholfen. Naja Tibiakopf ist gebrochen, ACL ist überdehnt. Leider wurde der Bruch auf den Röntgenbildern in der Notaufnahme übersehen und erst 5 Tage später auf dem MRT festgestellt.
Ich kriege am Mittwoch die Ergebnisse des CT Scans, aber der Doktor und der Radiologe (vom MRT) meinten eine OP sei wohl unwahrscheinlich, es sollte wohl ohne gehen. Das CT ist mehr zur Sicherheit. Im Moment habe ich eine Schiene und Krücken. Wenn ich die Schiene abnehme, kann ich das Bein ohne große Probleme auf 90 Grad anwinkeln.

Ich bin eigentlich sehr aktiv (Laufen und Rennrad) und möchte mein gerne in Zukunft gerne weiter aktiv sein. Aus eurer Erfahrung, kann das auch ohne OP erreicht werden?

Anhand eurer Berichte habe ich schon erkannt, das die Reha leider mehr als ein paar Wochen dauern wird. Den Gedanken vor Weihnachten nochmal aufs Rennrad zu steigen und draußen eine Runde zu drehen, habe ich schon abgehackt. Habt Ihr irgendwelche Tipps welche Übungen ich guten Gewissens trotz Schiene machen kann?

Vielen Dank im Voraus.

Smiley
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Re: Op oder nicht

Beitrag von Smiley »

Hallo BoernyAU!

In meinem Fall war es eine Fraktur des Emenentia intercularis (ein knöcherner Kreuzbandriss), weil ich mir beim Skifahren das Knie verdreht habe. Diese Fraktur war 5mm verschoben. Unmittelbar nach der Röntgenaufnahmen einige Stunden nach der Verletzung hat man zu mir gesagt, ich bekomme nun einmal einen Gipsverband, am nächsten Tag eine CT und wenn es sich dann bestätigt, dass die Verschiebung des Bruches kleiner/gleich 5mm ist, wird eine konservative Behandlung (Oberschenkelgips über das gesamte Bein in ganz leicht abgewinkelter Position für 4 Wochen) fortgesetzt. Nach der CT am nächsten Tag hat der Unfallchirurg gesagt und in den Befund geschrieben, dass es ziemlich genau 5mm verschoben ist und: "Aus meiner Sicht wäre eine OP zur Zeit wahrscheinlich nicht notwendig", danach hat er mich jedoch zur Weiterbehandlung an meinen Heimatort (Unfall und Erstbehandlung war am Urlaubsort) verwiesen und gesagt, dass diese Therapieform in einer Woche nochmals überprüft werden soll. In meiner Heimatstadt haben die Ärzte dann gesagt, man mache "halt" nun so weiter, wie die Kollegen im Urlaubsort vorgeschlagen haben. Die Formulierung des ersten Arztes ("aus seiner Sicht, zur Zeit, wahrscheinlich") und die Reaktion der weiterbehandelten Ärzte (wenn die im anderen Ort das so vorgeschlagen haben, machen wir halt so weiter), hat mich vor allem nach der Gipsabnahme, wo ich komplett unfähig war das Knie irgendwie zu bewegen zweifeln (aber doch hoffen) lassen, dass diese Therapieform wirklich die richtige war. Erst als ich dann bei einem Kniespezialisten war, der sich dann alle Bilder (Röntgen, MRT, CT) genau angesehen hatte und gemeint hat, das war die richtige Entscheidung, war ich beruhigt. Ich musste dann mit Physiotherapie das Gehen langsam erarbeiten. Nun (ca. 7 Monate danach) knickt das Knie manchmal ein.... Aber langwierig ist es wahrscheinlich immer. Ich war eigentlich immer froh, dass ich keine OP hatte, auch wenn ich manchmal zwischendurch leichte Zweifel daran hatte, dass diese Entscheidung richtig war...
Liebe Grüße
Smiley
Zuletzt geändert von Smiley am Mo Aug 31, 2020 10:43 pm, insgesamt 2-mal geändert.

Smiley
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Re: Op oder nicht

Beitrag von Smiley »

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Lilli
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Re: Op oder nicht

Beitrag von Lilli »

Hallo zusammen,
bei mir war es eher anders herum: hatte eine Tibiakopf Impressionsfraktur mit 2mm. MRT/ CT Arzt hat vage empfohlen, auf eine konservative Therapie zu setzen. Dann war ich bei meinem Orthopäden, der keine Entscheidung treffen wollte und dann bei einem Unfallchirurgen im Krankenhaus. Dieser hat eine OP empfohlen. Da ich kein OP Freund bin, war ich mit dieser Botschaft erstmal sehr unglücklich. Da dieser Termin 2 Wochen nach meinem Unfall war, hatte ich keine Zeit und auch nicht die Kraft, nochmal einen anderen Arzt zu suchen. Ich habe dann entschieden, dass ich dieser Empfehlung jetzt einfach vertrauen muss und habe die OP gemacht. Witzig dann: als der Chirurg bei einer Visite den positiven Verlauf der Op zurück meldete, meinte er so ganz lapidar auch, dass dies ein Bruch sei, den man auch konservativ in den Griff bekommen hätte.
Mein Fazit war: es gibt offensichtlich immer Grenzbereiche von Frakturen, die dann entweder mit aber auch ohne OP laufen können. Und jeder Arzt hat seine Meinung. Das macht es dann für den verunsicherten Patienten etwas schwerer.
Lieben Gruß und ganz gute Besserung an all, Lilli

BoernyAU
Beiträge: 2
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Re: Op oder nicht

Beitrag von BoernyAU »

Hallo zusammen,
vielen Dank für euer Feedback. Ich war heute beim Doktor und er hat sich das CT angesehen. Er meinte das ich ganz viel Glück gehabt habe. Der Knochen ist an einem kleinen Stück, für weniger als 1mm eingesackt. Laut dem Arzt würde eine OP mehr kaputt machen als er reparieren könnte. Wenn alles wie erwartet verweilt, darf ich in ca. 7 Wochen wieder voll belasten.
Evtl. ist mein vorderes Kreuzband beschädigt, aber das ist ein Thema für einen anderen Tag.
Vielen Dank nochmal.

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