HILFE!

Geschichten und Meinungen rund um Beinbrüche und Knieprobleme

Moderator: Andi Jacomet

Nikki
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HILFE!

Beitrag von Nikki »

Hallo zusammen,
ich hoffe es kann jemand was Positives berichten, mir schwirrt der Kopf :(
Ich wurde vor 8 Wochen, 26.6., operiert. Tibiakopftrümmerfraktur mit 12 Schrauben und 2 Platten, sowie Fremdknochen am lateralen Tibiakopf. Da hat es mich wohl richtig erwischt.

Ich durfte nach der OP bis jetzt 15 Kilo belasten.
Die Orthese hab ich nach 2 Wochen weggelassen, weil das Bein immer sofort angeschwollen ist und Schmerzen verursachte. Hatte aber den Eindruck, dass der Heilungsprozess gut verläuft und auch Beugung/Streckung waren der Zeit angemessen.

Nun wurde festgestellt, dass der Fremdknochen, abgesunken ist und eine Schraube verrutscht. Dadurch ergibt sich eine Fehlstellung des Kniegelenks, was mir selber schon aufgefallen ist (x-Bein).
Es muss nach Rücksprache mit dem Chefarzt nochmal operiert werden. Auf eine zweite Meinung verzichte ich, da sich das für mich alles recht plausibel anhört.

Das ganze soll per Arthroskopie gemacht werden: Die Schraube soll raus, und in den Spalt soll eine weitere Platte, die das zusammen sinken verhindern soll, außerdem muss der Knochen nochmals unterfüttert werden.
Ich bin total frustriert und könnte bloß heulen, was auch daran liegt, dass die Regeneration erneut 10 Wochen dauern soll, und somit alles bisher umsonst war.

Ich habe seit 1.7. einen neuen Arbeitgeber und bin in einer Leitungsposition, sonst wäre das alles halb so wild, aber es ist immer der Druck da, trotz Krankschreibung seinen Beitrag von zuhause aus zu leisten, damit die sehen, dass man tut was man kann.

Hat jemand Erfahrung mit einer ähnlichen 2. OP?
Warum dauert das wieder solange obwohl der Eingriff kleiner erscheint? Ist dann wieder das Bein unbeugsam? Muss ich wieder diese lästige Prothese tragen?
Was, wenn es wieder nicht nach Wunsch verläuft?
Sonstige Gedanken? Irgendwas positives?
Ich bin so frustriert
:-((((((

Lilli
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Re: HILFE!

Beitrag von Lilli »

Hallo Nikki,
bin ganz frisch dabei, daher kann ich leider zu einer zweiten OP Erfahrung nicht helfen. Aber ich möchte dir ganz viel Kraft wünschen und hoffe, dass sich noch jemand mit Erfahrung meldet.
Da du am 01.07. einen neuen Job angefangen hast: ich hatte auch vier Wochen vor meinem Unfall einen neuen Job angefangen, das lief dann erst mal alles über Home Office, in diesem Fall hat Corona wohl geholfen. Ist wirklich gut gelaufen, ist sicher nicht in jedem Job möglich, aber ggfs. auch bei dir? War auch eine gute Ablenkung und die Wochen sind im Flug vergangen.
Alles, alles Gute und lass dich nicht unterkriegen, viele liebe Grüße, Lilli

ikki
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Re: HILFE!

Beitrag von ikki »

Liebe Nikki,

wirklich helfen kann ich dir nicht. Ich wünsche dir aber viel Kraft und Geduld!

Ich selbst wurde auch 2 mal operiert... hatte eine Impressionsfraktur am Tibiakopf und ein knöchern ausgerissenes Kreuzband. Der knöcherne Ausriss war ein Trümmerbruch... Die Knochenfragmente sind nach der Refixation in der 1. OP nicht richtig angewachsen und standen störend ins Gelenk, behinderten Streckung und Beugung und reizten den ganzen Schienbeinknochen... In einer 2. OP (nach 10 Monaten Schmerzen, 8 in denen ich immer dachte die Zeit heilt das irgendwann weil der Arzt meinte es sei alles in Ordnung, 2 wegen Corona OP-Verbot...) haben sie die Knochenfragmente eingekürzt. Es ist besser jetzt, aber ich hatte eine sehr schwierige Zeit mit ups and downs und sehr schleppender Regeneration nach der 2. OP... und es ist auch noch nicht sicher ob es nun wirklich gut ist oder ob mit vermehrter Beweglichkeit wieder Probleme kommen es allenfalls sogar ein 3. mal operiert werden muss... Ich hoffe aber ich komme um die 3. OP herum bzw. das Knie wird nun einfach wieder gut, zumindest so gut das es mich nicht mehr einschränkt. Wenn es dann irgendwann mal eine 3. OP geben muss... dann ist das halt so...

Man steckt da nicht drin. Man kann wenn es "chirurgisch" dann ok ist mit Physio und Training viel erreichen, aber wenn es chirurgisch nicht ok ist dann macht man einfach nicht viel. :( Insofern drücke ich dir fest die Daumen, dass sie es nun so hinbekommen, dass es gut verheilt und du wieder aufbauen kannst!

Das mit dem Job ja - ein guter Zeitpunkt ist ein Unfall nie! Nimm dir die Zeit die du brauchst für Dein Knie! Wenn es dir soweit gut geht spricht ja nichts gegen Homeoffice, aber lass dich nicht stressen und achte auf die Signale deines Körpers! Dein Knie ist wichtig, du willst ja noch viel damit unternehmen! (Aber ich kenne diese Gedanken... ich habe 1 Tag vor meinem Unfall meine Kündigung eingereicht... war auch toll! Ich habe dann Bewerbungsgespräche kurz nach OP mit Wunde am Kopf und Knie mit Null-Belastung per Skype geführt... war eine blöde Zeit... Aber ging vorbei und nen besseren Job habe ich nun auch :) )

die ganzen medizinischen Fragen... stell sie deinem Arzt! Unbedingt! Das ist wichtig! Ich denke, das dauert wieder so lange weil man wegen der Gefahr des Absinkens nicht belasten darf. Bewegungsdefizit hat man soweit ich weiss nach jeder OP irgendwie, wie genau hängt von vielen Faktoren ab, auch Veranlagung, Narbenbildung und so spielen eine Rolle.

Was positives? Die Zeit geht vorbei auch wenn sie endlos scheint. Und irgendwie - irgendwie prägt es die Persönlichkeit. Ich habe das Gefühl viele werden nach einer langen Verletzungsgeschichte etwas resistenter und können sich auch besser auf das wesentliche fokussieren. Ich selbst habe meine Einstellung zu Leben und Arbeiten recht stark verändert. Der Unfall trägt einen grossen Anteil daran.

Liebe Grüsse und Kopf hoch!
Ikki.

Bruchpilot
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Re: HILFE!

Beitrag von Bruchpilot »

Hallo,
vielleicht wirst Du meine Ansicht so eigentlich nicht lesen mögen, aber ich möchte ehrlich sein und hier nichts schönreden, davon hast Du ja eigentlich nichts.
Ich bin nach meiner Tibiakopftrümmerfraktur in einem Jahr insgesamt 4 mal operiert worden, bis mein Bein wieder gut benutzbar war.
1.OP war erste Sortierung des Müslizustands an meinem Tibiakopf und rund um mein Kniegelenk.
Danach war auch bei mir eine Absackung, die erneut unterfüttert und mit neuen Schrauben fixiert werden mußte.
Meine Beinachsenfehlstellung (massives O-Bein) wurde dann in zwei weiteren OPs korrigiert und wiederum mit Fremdknochen und Platten und Schrauben von beiden Seiten fixiert, darüber hinaus wurde mir ein neues Seitenband rekonstruiert, weil mein originales durch den Unfall abgerissen und nicht wieder angewachsen war. Dadurch war mein Knie komplett instabil und zum Laufen relativ wenig geeignet.
Meine ganze Geschichte kannst Du hier: viewtopic.php?f=2&t=701 lesen
Und ja, auch bei mir war nach jeder OP 8 bis 10 Wochen Entlastung angesagt, nach der ersten Unfall-OP noch länger, weil mein Gelenk so instabil war, dass normale Belastung unmöglich war. Nach den letzten beiden OPs mit der Seitenbandrekonstruktion steckte ich 6 Wochen in einer Streckschiene und durfte erst danach ganz langsam wieder anfangen zu beugen. Es hat gefühlt unendlich gedauert, aber ich war guter Dinge, denn mein Bein fühlte sich endlich wieder stabilisiert an. Auch das fördert wohl die Heilung....

Der Zeitpunkt für Deine Situation ist sicherlich gerade in jeder Beziehung relativ ungünstig. Aber ist das nicht immer so? Ein Unfall passt doch nie in den Terminplan und ist doch immer ungünstig. Und ein Heilungszeitraum von 10 Wochen und mehr kollidiert in der Regel immer mit irgend welchen Planungen....
Nichts desto trotz wirst Du es schlicht und ergreifend einfach nicht ändern können, so blöd das auch ist.
Du wirst das einfach aushalten müssen.
Und Du wirst weitere 10 bis noch mehr Wochen Geduld haben müssen bis zur Vollbelastung. So lange braucht Knochen einfach, um wieder stabil durch zu heilen, von daher ist das auch die Antwort auf Deine Frage. Auch der kleinere Eingriff dauert in der Nachbehandlung einfach so lange, weil Knochen diese Zeit braucht, um zu verwachsen, auch Frendknochen. Belastest Du ihn zu früh, wird er wieder verrutschen oder absacken oder was auch immer, also mußt Du ihm diese Zeit eben geben wenn es gut werden soll.
Rechne eher mit einem längeren Zeitraum, denn je länger Du nicht belasten kannst, desto schwieriger wird dann auch leider der Wiedereinstieg in die Belastung.
Trotzdem sehe ich die vergangenen Wochen für Dich nicht als umsonst an, denn es ist ja auch schon etwas gemacht worden an Deiner Verletzung, auch wenn sich da etwas in eine Richtung verändert hat, die sicherlich so nicht angestrebt war.
Leider sind diese Verletzungen sehr oft so kompliziert, dass eben nicht immer ein einzelner Eingriff ausreicht, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Nach solch schweren Unfällen ist der erste Chirurg meist mit der undankbaren Aufgabe beschäftigt, die Trümmer wieder so gut wie möglich zusammen zu puzzeln, je nachdem wie viele Trümmer es sind und welche Möglichkeiten zur Fixierung es in diesen Trümmerfeldern gibt, kann das besser oder eben manchmal auch nicht so gut gelingen.
Du scheinst ja zumindest Deinem momentanen Chirurgen so zu vertrauen, dass Du ohne Zweitmeinung die zweite OP machen lassen willst.

Du hast geschrieben, dass Du die Orthese nicht getragen hast, weil sie nicht gut sass und Dich störte.
Du solltest diese Orthese tragen. Wenn sie nicht gut sitzt, lass sie solange anpassen, bis sie sitzt und trage sie auch nachts, wenn der Arzt das entsprechend für nötig hält. Sie stabilisiert das Bein und schützt es vor falschen Bewegungen, die so einen frisch fixierten Knochen relativ schnell wieder destabilisieren können.
Meine erste Orthese nach dem Unfall war gruselig, sie sass auch nicht, war an ein geschwollenes Bein angepasst und passte hinten und vorne nicht, sie rutschte und drückte und war eigentlich unerträglich.
Ich bin daraufhin nochmal zu diesem Sanitätsdienst gefahren, die haben mir kurzerhand eine neue in einer anderen Größe angepasst, die saß dann auch ganz gut und war für mein instabiles Bein eine gute Unterstützung.
Nach den beiden letzten OPs gab es ein anderes Modell und das saß tatsächlich wirklich super und ich habe sie relativ lange zur Unterstützung und Entlastung getragen.

Leider kann ich Dir so richtig wohl nicht in dem Sinne Mut machen, wie Du das vielleicht erwartet hast.
In einem Punkt kann ich allerdings etwas Positives berichten, was Dir vielleicht auch etwas Mut macht.
Ich kann nach meinen vier OPs mittlerweile wieder relativ gut laufen, ich kann Rad fahren und mein Bein wieder gut belasten.
Ich weiß zwar, dass das bei mir wahrscheinlich kein Dauerzustand sein wird und es gibt auch eine Menge Bewegungen und Belastungen, die nicht mehr gehen, dafür ist mein Gelenk einfach zu kaputt, aber für die nächsten Jahre hat mich mein Chirurg vor einer achsgeführten TEP bewahrt und mir mein Gelenk benutzbar erhalten.
Es wird dauern und es erfordert vor allem viel Geduld und sicherlich wirst auch Du noch eine Reha brauchen, um wieder richtig auf die Beine zu kommen.
Ich wünsche Dir, dass Du das alles mit Deinem neuen Job vereinbaren kannst.
Aber vor allem wünsche ich Dir, dass Du Dein Knie wieder voll funktionsfähig bekommst und dass Du die notwendige Geduld aufbringen kannst, um die Zeit bis dahin auch mit positiven Gefühlen und Gedanken zu überstehen, denn die sind für die Heilung auch sehr wichtig.

Dir alles Gute und gute Besserung,
Bruchpilot
Wenn Du fliegen willst, mußt Du das loslassen, was Dich runter zieht!

Nikki
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Re: HILFE!

Beitrag von Nikki »

OH je,
erst mal danke Euch dreien für die guten Wünsche.

@Lilli: Ich arbeite in der Jugendhilfe in einer Wohngruppe, also das was man früher "Heim" nannte. Ich kann schon teilweise Sache aus dem Homeoffice machen, aber die Arbeit mit den Kindern fällt komplett flach.

@Ikki und Bruchpilot: Ihr habt schon so eine gewissen Resignation und Abgeklärtheit, auf die ich grade noch warte, ich spüre aber dass sie im Anmarsch ist.
Denn wie Ihr sagt, ich kanns eh nicht ändern.

Dabei habt Ihr ja noch wesentlich langwierigere Verletzungen hinter Euch...Oh Mann!!

Zur Schiene: Auch ich hatte nach 3 Wochen nochmal einen Anpassungsversuch der Orthese im Sanitätshaus. Bein ist aber sofort angeschwollen, nachdem die Schiene dann mal gepasst hat.
Im Stehen zu locker, im Sitzen zu eng und beim Schlafen super störend.
Werde diesmal nicht locker lassen.

Was auch schlimm ist, dass keinen interessiert, wie man das alles zuhause bewältigt, wie man überhaupt von A nach B kommt etc...
Würde mein Partner nicht wegen Corona sowieso nicht arbeiten können, wäre ich völlig allein und aufgeschmissen.
Ich habe deshalb versucht, schnell wieder auf die Beine zu kommen, vielleicht war das ein Fehler, ich weiß es nicht...

Ich hoffe einfach, es bleibt bei dieser zweiten OP und alles wird gut :cry:

Danke Euch und ebenfalls alles Gute!!

Bruchpilot
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Re: HILFE!

Beitrag von Bruchpilot »

Hallo,
Warum musst Du denn zuhause so schnell wieder auf die Beine kommen?
Hast Du Kinder oder musst Du noch weitere Personen oder Tiere versorgen?
Falls Du Kinder hast, steht Dir eventuell eine Haushaltshilfe zu.
Auch wenn Du alleine lebst, hättest Du eventuell die Möglichkeit, eine Unterstützung zu bekommen.
Lebt Dein Partner mit im Haushalt, wird das allerdings alles etwas schwieriger.....
Viele Grüsse
Bruchpilot
Wenn Du fliegen willst, mußt Du das loslassen, was Dich runter zieht!

ikki
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Re: HILFE!

Beitrag von ikki »

Hallo Nikki,

das mit dem auf die Beine kommen... dachte ich nach dem Unfall auch. Im Spital habe ich dann entsetzt geantwortet als der Arzt meinte 6-8 Wochen volle Entlastung auf Krücken: "das geht nicht, ich muss mich um meine Kinder kümmern!" da meinte er nur "Sie können sich die nächsten 8 Wochen nicht um ihre Kinder kümmern! Sie kümmern sich nur um sich!" Und zu meinem Mann "Kümmern sie sich darum das die Kinder die nächsten 8 Wochen versorgt sind! Ihre Frau soll sich weder um das organisieren kümmern noch mit den Kindern alleine sein!" Ich war ziemlich am Boden zerstört nach diesen klaren Worten aber klar - es ging! 2 Wochen kam meine Mutter und hat sich um die Kinder gekümmert, Mein Mann war 2 statt 1 Tag unter der Woche zu Hause, 2 Tage waren sie in der Schulergänzenden Betreuung wie immer und 1 Tag bei unseren Nachbarn. Am Wochenende, wenn mein Mann da war und Abends haben wir Brettspiele gespielt - ich lag auf dem Sofa sie hockten auf dem Teppich. Mein Mann hat den Haushalt geschmissen, gekocht, gearbeitet, Kinder gebracht, abgeholt... Es war eine schwierige Zeit - aber es ging! (Anspruch auf Haushaltshilfe hatten wir nicht, haben aber für 5 Wochen eine selbst gezahlt. Das war schon gut. Sie hat einfach 1x die Woche eine Grundreinigung gemacht. Das hat uns ein wenig entlastet). Die zweite OP war als die Schulen noch geschlossen waren... Und mein Mann Corona-Bedingt viel mehr gearbeitet hat als normal... Da hatten wir zum Glück gute Freunde und Nachbarn die uns viel unterstützt haben (meine Eltern konnten auch nicht kommen - die Grenzen waren zu). Zusätzlich habe ich dann Notfallbetreuung bei der Schule beantragt - wir brauchten Entlastung - und haben sie bekommen!

Ich glaube es ist nicht Resignation - es ist Akzeptanz. ;) Resigniert fühle ich mich nicht gerade, in guten Phasen kämpfe ich um Muskelaufbau, gute Gelenksfunktion und Stabilisation, gehe 2x die Woche in der Physio trainieren, mache täglich Ausgleichsübungen gegen Fehlbelastungen... Aber ich habe akzeptiert, das ich den Verlauf nicht ändern kann, dass die Schmerzen einfach noch immer nicht ganz weg sind und ich das Training dem Knie-Zustand anpassen muss und vielleicht um eine 3. OP nicht herumkomme. Dann ist das so... Und ich habe akzeptiert, dass Vollgas gerade nicht geht. Vielleicht nächstes Jahr wieder, dieses Jahr noch nicht.

Orthese --- meine war auch immer störend (obwohl 3 mal angepasst und laut Orthopädie-Laden super gut passend) aber ich habe sie Nachts und sobald ich aufgestanden bin immer getragen. Wach auf dem Sofa liegend habe ich sie - in Absprache mit Arzt und Physio - abgezogen damit der Lymphfluss besser ist und das Knie ungehindert regenerieren kann.

Wann ist denn dein OP-Termin?

Viele Grüsse und alles gute für die OP!
Ikki

Nikki
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Re: HILFE!

Beitrag von Nikki »

Hallo zusammen,
danke nochmal für Eure Antworten!!
Schnell wieder auf die Beine kommen, weil mein Freund sonst ALLES machen muss, ja ich hab Tiere, meine KInder sind zum Glück schon groß. Aber auch arbeiten würde ich gerne.
Akzeptanz ist das bessere Wort, ganz soweit bin ich noch nicht.
Meine OP ist dann am 4.9.
Es soll diesmal Beckenknochen entnommen werden, das heißt ich bin noch lädierter als beim letzten Mal, da es ja mit dem Fremdknochen beim ersten Mal nicht geklappt hat. Es ist wohl tatsächlich alles zusammen gesunken mit zig Stufen :-(

Ich kann das schon alles akzeptieren, wenn ich weiß, dass es diesmal funktioniert Tu ich aber nicht, tut keiner.
Dagegen ankämpfen bringt auch nichts.
War heute bei den Vorgesprächen, die Ärtze sind auch dieses mal alle sehr nett und erscheinen kompetent, das Pflegepersonal aber einfach total genervt und von oben herab.
SO wars halt auch bei meinem Klinikaufenthalt der 1. OP:
Frisch operiert auf die Bettpfanne gesetzt worden, und dort erst mal gesessen, bis die Damen endlich mal wieder zurück kamen.
Alles selber gemacht, kaum noch gewagt zu klingeln, die kamen eh erst nach 20 Minuten. Eigentlich tagelang nur rumgelegen und Ibuprofen bekommen, das wars. Ich würde sagen, dass von den 8 Tagen nur 3 wirklich nötig waren, den Rest hätte ich locker zuhause verbringen können.
Absoluter Pflegenotstand, nicht schön.
Klinik wechseln will ich aufgrund der Zeit auch nicht mehr, da man mir heute geraten hat, es doch recht zügig anzugehen.

Ich hoffe einfach, dass ich die Zeit schnell rum kriege und die Schmerzen nicht so schlimm werden.

ikki
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Re: HILFE!

Beitrag von ikki »

oh weh! Ich drücke die Daumen das alles klappt und du einen ganz guten Klinikaufenthalt hast!!

(Ich mochte das in der Klinik auch gar nicht. Beim ersten mal habe ich so lang gequengelt bis sie mich früh entlassen haben beim zweiten mal kam der Chirurg direkt und meinte "wie ich sie kenne wollen sie früh nach Hause! Dürfen sie wenn sie meinen sie kommen mit den Schmerzen klar, sobald sie sich noch für diese Woche einen Physio-Termin gemacht haben!" :) Hehe der kannte mich schon gut. ;))

Akzeptanz ist für mich auch eher... akzeptieren was ist (bei dir das es eben abgesunken ist und nochmal operiert werden muss) und irgendwo das beste daraus machen. Sich nicht aufgeben aber auch nicht verrückt machen. Und--- durch schonen und später auch durch Training --- seinen Beitrag leisten das es gut kommt. Aber ich habe bis heute in schlechteren Phasen immer wieder Probleme mit der Akzeptanz! Ich finde das überhaupt nicht einfach...

BlueCat
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Re: HILFE!

Beitrag von BlueCat »

Hallo Nikki,
habe deinen Hilferuf hier gelesen, was für eine blöde Geschichte ...
Morgen, nein eigentlich schon heute ist deine OP - ich wünsche dir alles Gute und dass dieses Mal alles passt und am richtigen Platz sitzen bleibt !!

Lieben Gruß,
BlueCat

Nikki
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Re: HILFE!

Beitrag von Nikki »

Vielen Dank blue cat!
Um halb zwölf soll ich dran kommen.
Der Oberarzt war grad da und erklärte mir, dass es bei dieser OP auch nicht bleiben wird und das ganze so fragil ist, dass mit einem Mal drauf treten alles kaputt gehen kann.
Wahrscheinlich ist auch genau das auch beim letzten Mal passiert.
Desweiteren ist das alles nur ein Versuch, die Prothese raus zu zögern.
Alles nicht so tolle Aussichten 😔
Wie ist deine Geschichte, kann ich die bereits nach lesen?

Smiley
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Re: HILFE!

Beitrag von Smiley »

Hallo Nikki!
Ich wünsche Dir alles Gute! Einen guten OP-Verlauf, viel Kraft das ganze in jederlei Hinsicht gut durchzustehen und eine gute Heilung!

Liebe Grüße
Smiley

Nikki
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Re: HILFE!

Beitrag von Nikki »

Vielen Dank!!!!
Es ist jetzt so, dass es wohl nicht ganz so desaströs ausgesehen hat, wie befürchtet 😍 zwar trotzdem eine äußerst komplexe Angelegenheit, aber die Fehlstellung konnte gleich behoben werden und einiges an Metall kam raus.
Die Entfernung des Beckenknochens schmerzt jetzt ordentlich, fast mehr als das Knie.
Trotzdem bin ich vorerst wieder etwas positiver gestimmt.
Aussage des Oberarztes vor der OP: wenn Sie sich nicht bis dahin umgebracht haben, hält eine Prothese auch nur bis zu ihrem 60. Lebensjahr, und vielleicht sitzen Sie dann im Rollstuhl.
Nett, oder?
Naja, keine Schönmalerei.

Liebe Grüße an Euch alle!

Smiley
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Re: HILFE!

Beitrag von Smiley »

Hallo Nikki!
Schön, dass die OP nun doch besser gelaufen ist, als befürchtet. Wichtig wäre nun die Anweisung der Ärzte zu befolgen und z.B. Orthesen so anzuwenden, wie die Ärzte es verordnen. Bei uns (Österreich) ist unter anderem auch deswegen, damit die Patienten eine Schiene, Orthese usw. nicht selbständig entfernen können noch immer der "altbewährte" Gipsverband die Therapieform Nr. 1 bei Frakturen, Knieverletzungen, Brandverletzungen usw., aber auch nach OPs. (Der Hauptgrund ist jedoch vermutlich der Kostengrund). Nach meiner (vergleichsweise unkomplizierteren) Knieverletzung musste ich 4 Wochen Gipsverband über das gesamte Bein tragen. Es ist ständig unter dem Gips enorm angeschwollen. Wenn ich es sagte, sagten sie, das müsse so fest sein, sonst wirkt es nicht und ich soll einfach extrem hochlagern (über Kopf-Niveau) und mit viel Eis kühlen und verlässlich die Thrombose-Prophylaxe spritzen und nicht belasten sondern ausschließlich mit Krücken und dem unverletzten Bein fortbewegen.

Jedenfalls gute Besserung und alles Gute
Smiley

BlueCat
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Re: HILFE!

Beitrag von BlueCat »

Hallo Nikki,

es freut mich, dass die OP besser verlaufen ist, als erwartet!
Dein Oberarzt ist ja ein echter Charmebolzen. Lass dich davon nicht entmutigen - ich habe schon die wildesten Zukunftsprognosen von Ärzten gehört und die wenigsten davon sind so eingetroffen. Außerdem entwickeln sich die medizinischen Möglichkeiten so rasant, wer weiß, was in 10, 20 oder 30 Jahren so alles geht, wovon wir jetzt noch nicht mal zu träumen wagen ...

Dass du gleich nach der OP, wie so viele hier, schon teilbelasten durftest, wundert mich allerdings auch. Wenn ich meine Äzte darauf anspreche, ernte ich blankes Entsetzen. Es heißt, ein Bruch braucht mindestens 4-6 Wochen, um stabil zu heilen, egal ob mit Platte, Schrauben, Nägeln oder ohne.
Ich darf 6 Wochen nicht belasten und auch wenn das anstrengend ist, fühle ich damit irgendwie sicherer.

Wünsch dir erstmal weiterhin gute Besserung! Wie lange musst du im KH bleiben?

Lieben Gruß, BlueCat

Achja, wenn dich meine Geschichte interessiert - ich bin die “vom Hund geknutschte”

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