Beidseitiger Trümmerbruch vom Tibiakopf

Geschichten und Meinungen rund um Beinbrüche und Knieprobleme

Moderator: Andi Jacomet

Antworten
ManuEla78
Beiträge: 4
Registriert: Fr Sep 13, 2019 7:28 am
Kontaktdaten:

Beidseitiger Trümmerbruch vom Tibiakopf

Beitrag von ManuEla78 »

Hallo zusammen

Toll, dass ich auf diese Plattform gestossen bin und somit schon jede Menge Zeilen von Gleichgesinnten lesen durfte. Mein Name ist Manuela, ich bin 40 Jahre jung und komme aus Lörrach.
Im März 2019 hab ich mir bei einem Skisturz, einen beidseitigen (beide Seiten im linken Knie) Schienbeinkopf Trümmerbruch zugezogen. Nach dem Röntgenbild war klar, dass ich noch am selben Tag operiert werden musste und ich bekam einen externen Fixateur, zu meinem Pech kam am nächsten Tag eine relativ starke Schwellung im Unterschenkel dazu, so dass ich mit einer weiteren OP und zwei Entlastungsschnitten den zweiten Tag hinter mich brachte. Nach vier Tagen war das grosse zusammenschrauben, nach 5 ½ Stunden Op und der dritten Vollnarkose wachte ich zusammengeflickt wieder auf. Mit den Worten „Wir hätten nicht gedacht, dass wir das so gut rekonstruieren können“ verliess mich das Ärzteteam nach der ersten Visite und mir war klar, dass ich da mal eben ganz viel Glück mit diesen Ärzten und ihrem Können hatte.
Fünf Tage nach der Op wurde ich entlassen und war quasi ohne fremde Hilfe völlig hilflos. Für die nächsten sechs Wochen hatte ich eine Beinschiene, dann fing es langsam an mit Kraftaufbau und Beweglichkeit. Bis heute hab ich zweimal die Woche Physio mit anschliessendem Gerätetraining.
Der vordere und hintere Oberschenkelmuskel sind bisher nur minimal (sichtbar) zurückgekommen.
Blöderweise hatte ich einen relativ grossen Knorpelschaden, der mich auch heute noch nicht schmerzfrei den Alltag verbringen lässt. Ein 3 km Schneckentempo-Spaziergang bedeutet für mich, dass ich am nächsten Tag kaum aus dem Bett steigen kann. Mein Knie fühlt sich an als wäre es in einer Eisenmanschette und ich freu mich tatsächlich auf den Tag an dem die drei Platten und die 23 Schrauben wieder entfernt werden.
Mein Heilungsprozess wurde ganz klar auf mindestens ein Jahr angesetzt. Momentan hab ich allerdings keine „sichtbaren“ Erfolge, dazu kommen noch Rücken und Hüftschmerzen, ab wann hattet Ihr das Gefühl, euch wieder halbwegs normalisiert zu haben.
Ganz lieber Gruss aus Süddeutschland
Manuela

suesse1961
Beiträge: 17
Registriert: So Aug 25, 2019 6:18 pm
Kontaktdaten:

Re: Beidseitiger Trümmerbruch vom Tibiakopf

Beitrag von suesse1961 »

Hallo Manuela,

zu deiner Fraktur kann ich momentan nichts sagen. Dich hat es ja richtig schlimm erwischt.

Das Forum ist sehr informativ und ich habe die Suchfunktion benutzt und einige Informationen gefunden.

Eins habe ich gleich im Forum gelernt und zwar man muss Geduld haben. Ich übe :) .

Viele liebe Grüße

Beate

ManuEla78
Beiträge: 4
Registriert: Fr Sep 13, 2019 7:28 am
Kontaktdaten:

Re: Beidseitiger Trümmerbruch vom Tibiakopf

Beitrag von ManuEla78 »

Guten Morgen Beate

Das Wort Geduld löst bei mir immer schon einen ungewollten *Augenverdreher* aus :lol: und ich frag mich, ob man das tatsächlich erlernen kann grgrgrgrgrg. Schlussendlich bleibt es einem ja auch nur übrig, alles so hinzunehmen wie es kommt.

Dein Unfall ist noch gar nicht so lange her, ich hoffe Du kannst es Dir mir Krücken & Co bei diesem spätsommerlichen Wetter noch etwas gemütlich machen.

Alles Gute für Dich
Lieber Gruss
Manuela

suesse1961
Beiträge: 17
Registriert: So Aug 25, 2019 6:18 pm
Kontaktdaten:

Re: Beidseitiger Trümmerbruch vom Tibiakopf

Beitrag von suesse1961 »

Guten Morgen Manuela,

mir geht es mit der Geduld ähnlich, aber es ändert nichts. Im Moment habe ich noch die Lizenz zum faulenzen. Es sind noch 2 Wochen bis zur Teilbelastung.

Ich freue mich schon auf die Phase der Teilbelastung und ich hoffe es klappt alles. Nächste Woche am Mittwoch habe ich wieder
einen Termin beim Unfallarzt.

Ich wünsche dir gute Besserung und wenig Schmerzen.

Viele liebe Grüße Beate

Nani
Beiträge: 3
Registriert: Sa Aug 03, 2019 11:25 am
Kontaktdaten:

Re: Beidseitiger Trümmerbruch vom Tibiakopf

Beitrag von Nani »

Hallo Manuela, ich bin seit 2 Wochen in der Vollbelastung und konnte mit Fahrradfahren ziemlich schnell gut Muskulatur aufbauen. Mich hat es allerdings auch nicht so schlimm getroffen wie Dich. Bei mir war es nur lateral gebrochen und Knorpel und Co sind heil geblieben.
Seit 3 Tagen mach ich wieder Spaziergänge mit dem Hund ohne mein Fahrrad dabeizuhaben. Das merke ich deutlich im Knie aber es wird täglich besser. Heute ist der erste Abend, wo das Knie nicht weh tut! Anschwellen tut es aber noch.
Hüfte und Rücken sind auch bei mir heftig. Nach jeder Belastung kann ich mich vor Schmerz kaum aufrichten. Ich glaube, der Körper braucht jetzt einfach wieder komplett andere Muskeln so ohne Krücken und mit weniger Humpeln. Ich hoffe auch, dass das bald weggeht. Ist nämlich wirklich unangenehm.
Ich wünsche Dir weiter gute Besserung und immer noch Geduld.... Nina

ManuEla78
Beiträge: 4
Registriert: Fr Sep 13, 2019 7:28 am
Kontaktdaten:

Re: Beidseitiger Trümmerbruch vom Tibiakopf

Beitrag von ManuEla78 »

Hallo Nani
Wie ich bei Dir gelesen habe, bist Du ohne starke Schmerzen zu Deinem Arzt gekommen. Mein Arzt im Krankenhaus konnte gar nicht glauben wie ich ( Bergwacht Schneemobil, 3/4 std Zahnradbahn und zu guter letzt mit dem Auto) bei ihm angekommen bin. Mein Schmerz war ganz oben, so dass ich in den ersten zwei Tagen mit 10mg Morphium vollgepumpt wurde. Bis Mitte August (bei 40 Grad) war ich dankbar um den fleischfarbenen Stützstrumpf, ohne den gings gar nicht.
Meine Physio hat mir immer geprädigt, dass ich lieber länger an den Krücken gehen soll, ohne Krücken entsteht schneller mal ein „Gehfehler“ den man mühsamer wieder weg bekommt.
Ansonsten hab ich überall Therabänder liegen die hin und wieder zum Einsatz kommen. Super find ich auch ein BalancePad, auf dem ich ab und zu ein paar Minuten einbeinig stehe.
Wahrscheinlich halten Dich Deine Tiere auf trapp und Du hast insgeheim dadurch schon ein wenig training.

Halt die Ohren Steif
Lg Manuela

HPS1946
Beiträge: 1
Registriert: Di Aug 25, 2020 3:35 pm
Kontaktdaten:

Re: Beidseitiger Trümmerbruch vom Tibiakopf

Beitrag von HPS1946 »

Hallo Manuela, mich hat es am 01.03.2020 scheinbar wie Dich erwischt. Skiunfall und bis heute etwa identischer Verlauf (OP's, 3 Schienen,23 Schrauben wie bei Dir. Habe seit einem Monat vermehrt Schmerzen im Knie, muss wieder Stöcke brauchen. Vor 3 Wochen wurde mir nun auch noch ein neues Kniegelenk in Aussicht gestellt, da Gelenk in Tibia eingebrochen ist .... ja das wird wohl dauern. Muss ich all meine Sportutensilien (4 paar Skis, 2 Velos, 4 Fallschirme, Berg- und Wanderausrüstungen) nach 50 Jahren Aktivitäten einmotten ?
Wie geht es Dir heute Manuela ? Hat Jemand Erfahrung mit Metallentfernung Tibia und gleichzeitig neue Knieprothese ?
Herzliche Grüsse und Danke für Feedbacks
H.P.

ManuEla78
Beiträge: 4
Registriert: Fr Sep 13, 2019 7:28 am
Kontaktdaten:

Re: Beidseitiger Trümmerbruch vom Tibiakopf

Beitrag von ManuEla78 »

Hallo H.P. :D

Ich leide mit Dir!
Vor vier Wochen hatte ich meine Metallentfernung, grundsätzlich kann ich im Alltag wieder alles bewältigen, ich fühle mich mit meinen 41 Jahren oft schon viel älter, aufgrund meiner fehlenden Schnelligkeit, auch das bergab laufen ist schon nach kürzester Zeit schmerzhaft. Eine Sportart die mir dumpfe Schläge ins Knie versetzen könnte ist für mich aktuell unvorstellbar. Mir blieb das künstliche Kniegelenk noch erspart, scheinbar wird aber auch mir dies, laut meines Arztes, nicht erspart bleiben. Das dürfte innerhalb der nächsten zehn Jahre der Fall sein.
Deine Velo‘s kannst Du behalten :P das ist für mich der einzigste Bewegungsablauf, der problemlos geht. Auch schwimmen bekomm ich schmerzfrei hin.... wenn mir das nur mehr Spaß machen würde 🥴. Demnächst möchte ich mal spinning versuchen. Das Wandern im kleineren Rahmen geht, es gibt gute Tage und schlechte Tage.
Ich hab einfach das Problem, dass mein vorderer und hinterer Oberschenkelmuskel nicht mehr wirklich zurückkommen will, obwohl ich vor meiner Metallentfernung wieder beidseitig 135 kg an der Beinpresse gedrückt habe. Langes sitzen fällt mir heute noch schwer.
Es dauert einfach und Geduld ist so gar nicht mein Ding. Meine Mutter hat vor sechs Wochen ein neues Kniegelenk bekommen und maschiert jetzt schon seit zwei Wochen wieder ohne Krücken zum einkaufen, aber auch dieser Heilungsverlauf hat eine breite Palette.Mir scheint, dass der „einfachere“ Weg zu sein, aber vermutlich haben bei mir die Entlastungsschnitte zusätzlich für Furore gesorgt. Eine schlimmere Knieverletzung wie der unsrige Fall scheint es laut Arzt nicht zu geben. Kopf hoch, man lernt damit umzugehen und grundsätzlich doch auch toll, dass es Ärtze gibt, die eine solche Rekonstruktion wieder hinbekommen. Ich wünsch Dir alles alles Gute und immer schön trainieren 🏋️‍♀️

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 3 Gäste