Tibiakopf B3.1 6mm Stufe

Geschichten und Meinungen rund um Beinbrüche und Knieprobleme

Moderator: Andi Jacomet

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Eumel
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Tibiakopf B3.1 6mm Stufe

Beitrag von Eumel »

Hallo ihr Lieben,

Ich bin 29 Jahre, Studentin und hatte am 9.7 einen Fahrradunfall auf dem Weg zur Arbeit, der mit einer Tibiakopffraktur AO B3.1 einher ging. Dieser wurde nach dem Abschwellen am 15.9 operiert und mit einer winkelstabilen Platte fixiert. Ich sollte 6 Wochen nicht belasten, woran ich mich auch gehalten habe.

Am Tag nach der Operation wurde mein Knie aus zwei Perspektiven geröngt, dort wurden keine Auffälligkeiten festgestellt.(Selbst wenn die Stufe dort schon vorhanden war, wäre sie vom Vorderen Teil verdeckt und nicht sichtbar gewesen) Nach drei Wochen hatte ich einen Termin beim Chirurgen, der beim röntgen eine Stufenbildung vermutete und drei Tage später wurde dann beim CT eine Stufe von 6 mm festgestellt, 2/5 meiner Gelenkfläche ist abgesunken.

Daraufhin bin ich zur nächsten BG Klinik (Tübingen).
Dort waren sich die Ärzte uneinig, ob es notwendig ist, dies noch einmal zu operieren. Zumal es eine komplizierte Operation sei und man zu 30% den Nerv verletzen würde und die OP auch schon länger zurück liegt. Dort wurde im CT eine Kniefehlstellung diagnostiziert, jedoch habe ich das betroffene Bein nicht belastet.
Ich wurde dann Heim geschickt mit der Aufforderung mit 20 kg zu belasten und habe für nächste Woche Mittwoch noch einen Termin bekommen um zu besprechen, wie weiter vorgegangen wird. Er habe auch Patienten behandelt, die damit keine Probleme hätten etc.

Mein Physiotherapeut hat die Haare gerauft und hätte mir am liebsten sofort das Bein operiert und mir Horrorgeschichten von Arthrosen, künstlichen Gelenken, Meniskusschäden, Hüft- und Rückenproblemen erzählt.
Im Internet finde ich Studien und Berichte, die empfehlen spätestens ab einer Stufenbildung von 2-3mm die Gelenkfläche anzuheben.

Beim Belasten habe ich zur Zeit keine großen Beschwerden, lediglich ab und an ein kleines Ziehen. Ich habe das Gefühl meine Kniescheibe knirscht. während des Sitzens kann ich mein Bein ohne Probleme strecken und mit der Motorschiene bis zu 107 Grad anwinkeln. Bei einer größeren Beugung, sowie beim Laufen verspüre ich ein Druckgefühl.
Zudem habe ich das Gefühl (ich hoffe nur eingebildet) dass sich mein Fleisch während des Laufens in die Stufe drückt.

Zudem habe ich zur Zeit auch psychische Probleme die alle mit meiner Arbeitsunfähigkeit zusammen hängen. Während meines Klinikaufenthaltes gab es einen Wasserschaden in meiner Wohnung, was sie unbewohnbar machte. Außerdem habe ich vor meinem Unfall als Honorarkraft gearbeitet, was bedeutet, dass ich keinen Lohnausgleich o.ä. bekomme. Ab nächstem Monat wollte ich einen Sozialversicherungspflichtigen Beruf anfangen und habe ab Oktober eine neue Wohnung gefunden. Dies würde mit erneuter OP auf jeden Fall nicht funktionieren. Zur Zeit bin ich wieder bei meiner Mutter eingezogen, die jedoch selbst durch Rheuma körperlich eingeschränkt ist.

Eventuell hatte von euch eine/r eine ähnliche Situation und kann mir empfehlen, was ich tun soll.
Der Knochen ist wohl nun schon zu 80%+ zusammengewachsen und müsste sowieso wieder gebrochen werden.
Operieren lassen oder abwarten wie es sich entwickelt?

Über Eure Einschätzung und eventuelle Tipps würde ich mich freuen=)
Liebe Grüße,
Eumel

Bruchpilot
Beiträge: 122
Registriert: Di Jun 12, 2018 10:35 pm
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Re: Tibiakopf B3.1 6mm Stufe

Beitrag von Bruchpilot »

Hallo,
Erstmal nur kurz, weil ganz wenig Zeit.
Ich würde mir dazu auf jeden Fall noch weitere Meinungen von knieerfahrenen Ärzten einholen. Das kostet zwar erstmal Zeit bis Du die entsprechenden Termine bekommst, ausser Du bist privat versichert.
Da der Bruch nicht mehr frisch und schon teilweise verwachsen ist, muss er beim Anheben der Absenkung sowieso wieder getrennt werden, von daher drängt für Dich die Zeit nicht.
Ich selber bin nach meinem Unfall mit massiver Fehlstellung mehr als 7 Monate rum gehumpelt, bis ich einen Arzt gefunden hatte, der die Erfahrung und das Konzept hatte, mich weitere drei Male zu operieren und meine Absackung und Fehlstellungen vollständig zu korrigieren.
Wieviel Bewegungs- und Funktionalitätseinschränkungen Du letztendlich hast, wirst Du auch erst mit der Zeit und unter Vollbelastung einschätzen können.
Meine Absenkung sah man übrigens auch nicht, weder auf dem Röntgenbild noch auf dem CT und auf dem MRT sah man nix, weil das schon für die Bruchfixierung vorhandene Metall das Bild störte.
Die Absackung war dann die Überraschung während der vorbereitenden OP, die eigentlich nur auf eine Stunde Arthroskopie und Metallentfernung angelegt war und dann etwa vier Stunden dauerte mit neuem Metall, Fremdknochenunterfütterung und Hochsetzen des Plateaus.

Soviel kurz zu meiner Meinung. Jetzt muss ich los, gegebenenfalls später mehr dazu!
Dir alles Gute,
Bruchpilot
Wenn Du fliegen willst, mußt Du das loslassen, was Dich runter zieht!

Tine62
Beiträge: 8
Registriert: So Jul 15, 2018 1:57 pm
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Re: Tibiakopf B3.1 6mm Stufe

Beitrag von Tine62 »

Hallo Eumel,

hast du schon eine Entscheidung getroffen? Mir ging es ähnlich. Ich hatte 2018 meinen Unfall mit dem Resultat der Absenkung des Tibiaplateaus.
Bei mir ca 1 cm, das Außenband instabil. Laufen lange Strecken nicht möglich da das Bein dann schmerzte, Knie instabil, Treppen steigen nur im Nachstellschritt, Hocke gehen oder Knien unmöglich. Nach langem Suchen hab ich eine gute Unfallchirurgin gefunden die mir erklärte was die Vor und Nachteile einer erneuten OP sind. Ich hab mich dazu entschieden mich operieren zu lassen und wurde in der BG Tübingen operiert. Natürlich besteht das Risiko der Verletzung des Peronäus, das war für mich auch der größte Angstpunkt und letztendlich besteht immer das Risiko dass es sich wieder absenkt.
Die Probleme der Stufe sind aber auch nicht ohne, so dass jeder letztendlich selbst entscheiden muss. Ich würde mich wenn du unsicher bist nochmal beraten lassen, schau aber dass du Ärzte findest die sich mit sowas wirklich auskennen. Ich hab da negative Erfahrungen gemacht wenn man zum einfachen Unfallchirurgen vor Ort oder ins kleine Krankenhaus geht. Hör dich um, auch hier im Forum wo es kompetente Ärzte gibt. Ich war jetzt in Tübingen zufrieden und bin auf Empfehlung meiner Ärztin dahin.

Gruß
Tine

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