Neues Tibiakopfopfer

Geschichten und Meinungen rund um Beinbrüche und Knieprobleme

Moderator: Andi Jacomet

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baeumchen
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Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von baeumchen »

Hallo zusammen,

ich stöbere nun schon seit Wochen in Eurem Forum rum und wollt mich nun endlich auch mal aktiv beteiligen, da mir Eure Beiträge gezeigt haben, dass mein Heilungsverlauf wohl doch relativ normal ist u mir somit Mut gemacht haben, dass ich vielleicht doch irgendwann mal wieder laufen kann.

Nun aber zu mir:
ich bin 32 Jahre alt, wohne im Pott, und meinte am 28.09.2011 zur Abwechslung mal eine Begegnung mit meinem Fahrrad und der Straßenbahnschiene haben zu müssen.Und nun lieg ich hier mit meiner schönen Tibiakopfimpressionsfraktur. Bin am 04.10.11 operiert worden und hab nun auch die besagte Platte und diverse Schrauben im Knie. Bei der OP wurde dann auch noch der Außenmeniskus wieder angeflickt, der sich bei dem Sturz wohl verabschiedet hatte. Ansonsten konnte man mir nicht sagen ob noch weitere Bänder im Knie betroffen sind, denn dann hätte man wohl das Knie noch weiter öffnen müssen was der Chirurg nicht wollte (naja - 25 cm Narbe reicht mir ehrlich gesagt auch). Alles weitere würde sich dann zeigen wenn ich wieder belasten kann.
Leider hat sich auch noch ein Nerv verabshiedet so dass ich seit dem Sturz einen tauben kleinen Zeh und ne taube Fußsohle habe. Dazu äußert sich leider kein Arzt so wirklich - aber aufklärende Gespräche scheinen ja eh nicht die Stärke der Ärzte zu sein. Nun muss ich Ende Dezember nochmal zum Neurologen.
Die Woche bis zur OP hatte ich ne Gipsschiene, danach sollte eigentlich nix mehr geschient werden. Als ich dann nach zweieinhalb Stunden OP aufgewacht bin musste ich entsetzt feststellen dass ich wieder eine Gipsschiene hatte. Der Grund war wohl der zerfetzte Meniskus sowie die starke Zertrümmerung des Tibiakopfes, der mit Knochenesatzmaterial wieder aufgefüllt wurde.
Zum Glück wurde die Gipsschiene dann einen Tag nach OP mit ner Schiene aus dem Sanitätshaus(keine Ahnung wie sie heißt) ausgetauscht, die ich dann noch 4 Wochen tragen musste.
Angesagt waren dann 7 Wochen ohne Belastung, und nun 20 kg Teilbelastung bis Silvester (12 Wochen nach OP)
Heute, genau 9 Wochen nach der OP, bin ich trotz Physiotherapie (3xpro Woche) und Lymphdrainage (2xpro Woche)erst bei ner Beugung von knapp 90 Grad, allerdings nur nach 20 Minuten Quälerei mit meinem super Therapeuten.Bei der Streckumg fehlen noch etwa 15 Grad - und da komm ich grad überhaupt nicht weiter.

Inzwischen hab ich mich einigermaßen mit dem Zustand abgefunden, allerdings fehlt mir auch immer wieder die hier schon oft beschriebene Geduld :evil: :twisted:

Außerdem bin ich grad ein wenig deprimiert, dass sich bei Beugung und Streckung trotz totaler Quälerei kaum etwas verbessert.
Hab schon ne Reha beantragt, und warte nun auf die Antwort. Da ich so dusselig war und in meinem Urlaub gestürzt bin (war übrigens mein täglicher Arbeitsweg) bin ich nun auf die Rentenversicherung angewiesen.

Naja, ansonsten versuch ich das ganze nun auch positiv zu sehen: versuche die Adventszeit mal in Ruhe zu genießen - hab schon fleißig gebastelt - backen sitzt wohl leider nicht drin in diesem Jahr.

Sooo, nun hab ich gleich Physiotherapie und mach deshalb erst mal Schluss. Würd mich freuen wenn sich der ein oder andere "Alte" oder "Junge" Hase mal meldet und wir uns hier austauschen können.

Allen einen erfolgreichen Tag

Baeumchen

Nina
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von Nina »

Hallo Bäumchen,
tut mir leid, dass es Dich auch erwischt hat. Da Du ja schon einiges gelesen hast, weißt Du ja schon, dass Du Dir eine ziemlich langwierige Verletzung zugezogen hast. Mein Unfall (mich habe zwei Hunde umgerannt) ist nun fast ein Jahr her und ich bereite mich schon innerlich auf die Metallentfernung im Januar vor. In der Phase, in der Du jetzt bist, war ich auch unglücklich über die fehlenden Erfolge bei Beugung und Streckung, aber das kommt mit der Zeit. Das Zauberwort kennst Du ja schon ... Die Teilbelastung habe ich damals schon als Riesenfortschritt empfunden, danach ging es dann schneller aufwärts als zuvor. Aber es ist einfach langwierig, deshalb wieder das schöne Zauberwort!
Die Adventszeit zu genießen, ist doch schonmal ein guter Vorsatz. Ich wünsche Dir viel Erfolg auch für die Reha! Liebe Grüße Nina

Elke
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von Elke »

Hallo baeumchen,

erst einmal willkommen im Club! :-)

Bei mir wurde während der OP auch nicht untersucht, ob die Bänder in Ordnung waren.
Dies hätte wohl einen zusätzlichen Eingriff bedeutet.

Warum sich bei dir keine weiteren Erfolge bzgl. Streckung oder Beugung einstellen kann verschiedene Ursachen haben.
Wenn du unsicher bist, würde ich auf jeden Fall noch einmal deinen Arzt fragen.
Vielleicht hast du auch noch eine hartnäckige Schwellung im Knie.
Meine Schwellung ist erst so richtig mit der Vollbelastung verschwunden, mit der normalen Belastung regeneriert sich das Knie viel schneller.
Aber wie gesagt. Bevor du dich verrückt machst, würde ich den Arzt darauf ansprechen.
Der kann sicherlich beurteilen, welche Gründe das haben kann.
Was sagt denn der Physiotherapeut?

Ich habe leider nie eine Reha genehmigt bekommen, trotzdem geht es mir inzwischen ganz gut, auch wenn ich am Anfang nie daran geglaubt hätte, z.B. je wieder eine Treppe schmerzfrei runter zu kommen.
Wie du selber schon gesagt hast, Geduld bekommt für uns eine ganz andere Bedeutung.

Ich drücke dir die Daumen, dass die Reha genehmigt wird, dann machst du sicherlich nochmal riesige Fortschritte!

Halt die Ohren steif!
Elke

baeumchen
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von baeumchen »

Hallöchen,

erst einmal ganz lieben Dank für die Rückmeldungen. Mein Arzt hat bezgl der fehlenden Streckung die letzten zwei Male ein wenig mit mir geschimpft und meinte die Streckung müsste ich nun endlich schaffen - über alles andere könnten wir uns noch unterhalten. Nachdem ich ihn dann ziemlich aufgebracht fragte wie ich denn bitte mein Bein strecken solle wurde er dann doch ganz nett und meinte dass ich da einfach Pech gehabt hätte. Einige Patienten würden direkt nach der OP das Bein normal strecken können und andere müssten sich jeden Milimeter hart erkämpfen. Ich gehöre dann wohl leider zur zweiten Sorte :( Er sagte aber auch dass es einfach ne echt schwere Verletzung ist und ich Geduld, Geduld und nochmal Geduld haben muss (da ist es wieder - das Zauberwort).
Hab ich eigentlich schon gesagt dass ich eher ein ungeduldiger Mensch bin :lol: ?Aber ich find dass ich in den letzten 9 Wochen schon ganz schön ruhig geworden bin....und um es positiv zu sehen - vielleicht kann ich das Zauberwort ja nun auch besser bei der Arbeit einsetzen :wink:
Der Physiotherapeut macht sich um die Streckung weniger Sorgen als um die Beugung und meinte mit viel Zeit wüden wir die Streckung wohl einigermaßen hinbekommen. Zur Beugung äußert er sich nicht mehr, außer dass das doch ganz schon hartnäckig ist.Er meinte er könne da garkeine Prognose angeben, wieweit ich mit der Beugung noch komme. Er sagte aber auch dass die ganzen Strukturen im Knie einfach total gestört sind und deshalb das Knie auch immernoch geschwollen ist. Er sagte auch dass es mit der Vollbelastung wohl schneller voran geht. Ansonsten bin ich mit dem Therapeuten echt super zufrieden - ich trau ihm zumindest, dass er ganz genau weiß was er macht. Das war bei der ersten Physiopraxis leider nicht der Fall - hab direkt nach dem zweiten Termin gewechselt.

Hab dann aber doch nochmal ne Frage: Wie lange ward Ihr denn eigentlich krank geschrieben? Hatte eigentlich das Ziel im Januar wieder zu arbeiten - kann es mir aber grad garnicht vorstellen dass ich mich da einigermaßen sicher und ohne Krücken (Tschuldigung - mein natürlich Unterarmgehstützen) fortbewegen kann.

Sooo - machen heut nen Frauentag :lol: Endlich mal wieder Abwechslung - juchhuuu!

Allen einen schönen und hoffentlich schmerzfreien Tag

Liebe Grüße

baeumchen

Ophelia1987
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von Ophelia1987 »

Huhu baeumchen,

da siehste mal, es bewahrheitet sich, dass man bei 10 Ärzten 20 Meinungen bekommt. Mein Arzt und Physio meinten zu mir, dass die Streckung das eigentlich schlimme ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man ohne volle Streckung nicht richtig laufen kann und überall Schmerzen bekommen (falsche Belastung eben). Aber mach dich nicht verrückt, du hast noch nicht viel Zeit nach dem Unfall vergehen sehen :mrgreen:.

Ich war 3 Monate krank geschrieben, dann 2 Wochen war ich vom Arzt krank geschrieben, aber meine KK behauptet, ich war gesund, dann war ich 4 Wochen in ambulanter Reha und dann ging es zur Widereingliederung noch einmal 1,5 Monate. Also du siehst deine 9 Wochen sind noch nicht dramatisch :D. Du hattest ja auch noch etwas im Knie, mir war das Kreuzband knöchern ausgerissen und musste wieder angenäht werden, dadurch durfte ich mit den Beuge-/Streckübungen erst recht spät anfangen.

Wichtig ist, dass du dich nicht stresst, es dauert solange es dauert und vielleicht wirst du auch nach den ganzen Maßnahmen noch nicht fit sein. Ich habe mir ja nun das Metall frühzeitig entfernen lassen, weil ich eigentlich sehr sehr schlecht gelaufen bin und immer Scmerzen hatte und nun fühle ich mich schon besser und auch Beugung und vor allem Streckung scheinen besser zu gehen. Also lass es ruhig angehen!

Ich schicke dir einen riesen Sack Geduld!

Liebe Grüße das Franzi

PS: Mein Bein wurde erst wieder einigermaßen normal dick, als ich voll belasten durfte. Mein Physio sagte, dass erst mit voller Belastunge die Muskelpumpe im Bein wieder richtig arbeitet und das Blut richtig abpumpt. Also auch hier keine Sorge!

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iceeye
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von iceeye »

Huhu baeumchen,

auch von mir ein herzliches Willkommen in unserer Runde. :)

Die schlimmste Zeit hast du ja nun fast überstanden, denn mit der Teilbelstung und Vollbelastung gehst du dann ganz schnelle Fortschritte ein. :wink:
Krankgeschrieben war ich mit Wiedereingliederung 5 Monate, hatte auch eine Impressionsspaltfraktur.
Was arbeitest du denn?

25 cm Narbe finde ich schon echt heftig. Wo wollte denn der Arzt hin? Ich hab grad mal ne 14 cm Narbe und die finde ich schon ausgesprochen groß aber da nochmal 10 cm drauf... Wahnsinn... :shock:

Dir einen schönen Mädelstag und auch von mir noch nen Sack Geduld :mrgreen:
LG Iceeye

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Jette
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von Jette »

Hallo Bäumchen,

Willkommen im Klub! :wink:
Keine Panik und laß Dich nicht unter Druck setzen! DU entscheidest, wann Du wie weit beugen und strecken kannst, nicht der Chirurg. Gib dem ruhig Pfeffer zurück... :mrgreen: Es dauert solange, wie es dauert.
Ich kenne es auch so, dass die Streckung erheblich wichtiger ist, als die Beugung. Mit nem steifen Knie könnte man laufen, aber nicht, wenn es gebeugt ist. Leg das Beinchen auf den Stuhl und versuch es einfach durchhängen zu lassen, aber nicht nachdrücken. Oder Gewichte an die Fußgelenke, auf nen Tisch setzen und das Beinchen schlenkern lassen. Das sind so einfache Sachen, die mich Zuhause stückchenweise weitergebracht haben und auch vom Therapeuten abgenickt wurden. Nur starke Schmerzen darfst Du dabei nicht bekommen, dann sofort aufhören. Für die Streckung hab ich jeden einzelnen Tag mit dem Fuß 2-3x das Alphabet in die Luft geschrieben, hat geholfen, dass sich die Sehnen nicht verkürzen.
Um Dich wegen der Krankschreibung zu beruhigen: Ich war ganze 6 Monate krankgeschrieben und anschließend 3 Monate in der Wiedereingliederung. Auch das hat mein Arbeitgeber überstanden :wink:
Ich bin mit 100° Beugung zur ersten Durchsicht, ein Jahr später waren es dann 120°...mehr ist es bis heute nicht geworden. Wobei das ja immer im Liegen (Theorie) gemessen wurde, im Stehen (Praxis) sieht das ganz anders aus...da hab ich noch 80°. Damit kann ich leben.
Hock-Streck-Sprünge wirste wohl nicht mehr machen :wink:

Bis dahin, bleib senkrecht, tapfer und ausdauernd 8)

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Eterna
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von Eterna »

Salü Baeumchen,
auch wenn meine Geschichte etwas anders verlaufen ist, hatte ja keinen Unfall sondern gehöre zu den "freiwillig" zersägten, so ist der der Heilungsverlauf ähnlich. Jedenfalls wenn man einen einfachen Bruch nimmt.
Ich verstehe nicht, dass der Chirurg bei deiner Op nicht direkt eine Athroskopie gemacht hatt wenn er weitere Schäden im Knie nicht ausschließen kann. außerdem, wenn er den Meniskus flickt ist er doch schon direkt am Geschehen da wäre es doch auf einen cm. nicht mehr angekommen. verstehe einer die Ärzte.
Was die Streckung betrifft, ich finde auch das sie wichtiger ist als die Beugung, hast Du ja schon gute Tipps bekommen. Ich konnte mein Knie nach einer Außenmeniskus Op, eine lapalie eigentlich, nicht mehr strecken .mir fehlten ganze 20 Grad. Damit war ein normlaes Belasten unmöglich,das Knie schmerzte und wurde sofort dick. Mir wurde dann auch gesagt das kann nicht sein ich müsse mehr üben. Bis dann ein ein Knie Spezialist der an diesem Tag zufällig im haus war, neue Röntgenbilder anordnete. Und siehe da , da wo vorher der Außenmeniskus war standen nun, dank einer Fehlstellung des Tibiakopfes die der Operateur übersehen hat, die Knochen aufeinander und blockierten. Nix mit mehr üben.

Vertraue deinem Physiotherapeuten und überstürze nichts. Kommt zeit kommt Streckung / Beugung. Braucht halt alles seine Zeit. Habe noch wagenladungen voller geduld über....wenn du etwas brauchst ...melde dich :mrgreen:

LG Marion
Alle sagten: " Das geht nicht !"
Dann kam einer, der wusste das nicht
und hat es gemacht.

baeumchen
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von baeumchen »

Huhu,

ohhhh - das tut ja sooo gut hier Rückmeldungen von den Erfahrenen Tibiakopflern zu bekommen 8) Danke Danke Danke!!! Irgendwie hab ich das Gefühl so richtig verstehen kann mich nur jemand der sich denselben Mist zugezogen hat. Mein Freund gibt zwar echt alles und ist der beste und geduldigste Krankenpfleger, aber er ist eben auch kein Tibiakopffachmann. Dadurch das die Ärzte einfach nicht reden weiß man garnicht was "normal" ist, ab wann man sich mal Sorgen machen sollte und wie man den Heilungsprozess beschleunigen kann.
Naja -hab nun beschlossen mich nicht mehr selbst zu stressen.Und prompt gehts mir besser. Und wenn ich nun noch länger krank geschrieben bin dann ist das so.

@ Jette: Danke für die Tips. Schreib nun auch fleißig das Alphabet in die Luft :lol:

@iceeye:Bin im sozialpädagogischen Bereich tätig - hab eigentlich nen einigermaßen guten Job für die Verletzung, da ich viel am Schreibtisch sitze , allerdings zwischendurch auch öfter mal im Betrieb und den Außenstellen unterwegs bin, udn ständigin irgendwelche Besprechungen muss. Ist sehr abwechslungsreich, allerdings muss ich zig mal am Tag aufstehen und das kann ich mir grad noch garnicht vorstellen - ebnesowenig wie mit Klienten/Kunden durch den Betrieb zu laufen. Aber - Geduld Geduld Geduld.

Heut nachmittag darf ich das erste mal auf so ein Liegerad in der Physiotherapiepraxis. Wir wollen mal versuchen ob ich da schon ne Umdrehung schaffe. Bin schon ganz gespannt.

Hattet Ihr eigentlich alle noch irgendeine Art von Schiene/Strumpf etc. als ihr schon wieder anfangen durftet zu belasten? Ich hab nix mehr und lauf schon seit eingen Wochen komplett ohne rum. Hätte bestimmt mit ner Schiene mehr Sicherheit, allerdings können sich doch die Muskeln dann auch nicht so wirklich gut aufbauen, oder? Das war bei meinem Arzt nie wieder Thema. Die Schiene hatt ich wohl vorranig auch wegen des Meniskus und dann sollte ich sie irgendwann ablassen und das wars dann auch...
Aber es ist echt sooo- 10 Ärzte - 20 Meinungen. Wahrscheinlich sollte ich mich da auch nicht bekloppt machen. geht ja alles einigermaßen bei mir :wink:


Sooo, das wars erst mal

Bis später mal und nen lieben Gruß

Baeumchen

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iceeye
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von iceeye »

Hallo Baeumchen,

naja vielleicht lässt sich auf Arbeit ja was machen das du erstmal nur Schreibtischarbeit machst, dann musst auch nicht ganz so lang krankgeschrieben werden. Aber nur keinen Stress, erst wenn du denkst es geht. Und anfangen wirst du dann bestimmt auch mit Wiedereingliederung.

Eine Schiene musste ich nur 1 Woche nach OP den ganzen Tag tragen und dann noch eine Woche nur in der Nacht. Diente lediglich der Ruhigstellung. Und wie du schon sagst ist so eine Schiene sehr hinderlich was den Muskelaufbau angeht. Also umso besser das du jetzt keine mehr brauchst.

Dann viel Spaß heut beim Proberadeln! :wink:
LG Iceeye

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Ophelia1987
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von Ophelia1987 »

Hallo baeumchen,

also ich habe 1 Woche eine steife Ortese getragen, danach habe ich sie dann immer Nachts getragen noch 4 oder 5 Wochen, so am Tag habe ich dann ca. 7 Wochen oder so eine bewegliche Orthese getragen, die die Beugung limitierte, aber wenn ich saß, musste ich sie abnehmen, da die Gurte so sehr auf die Narbe gedrückt haben. Ohne Belastung musste ich mich 6 Wochen fortbewegen, danach dann 10 kg, dann 20 kg, dann halbes Körpergewicht und dann voll (immer je eine Woche).

Liebe Grüße das Franzi

baeumchen
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von baeumchen »

Guten Morgen zusammen,

heut hab ich das Gefühl ich hätte gestern ne Marathon bestritten :lol: Nach Krankengymnastik und einbeinigem Badputz (wußte auch nicht dass das geht, kann den Staub aber langsam echt nicht mehr sehen) war ich dann 10 Minuten Proberadeln. Da wir nicht vor der Praxis parken konnten war der Weg schon gutes Lauftraining. Im Anschluss waren wir dann auch noch ne Stunde Einkaufen - wobei mich das Rollband (keine Rolltreppe) echt vor ne große Herausforderung gestellt hat und ich mich auch fast lang gemacht hätte. Da sieht man erst mal wo so die Gemeinheiten des Alltags versteckt sind :twisted:
Radeln war echt gut - allerdings war es kein klassischer Hometrainer sondern wohl ein Spezialgerät für Hüft- und Knieleidende. Also genau das Richtige, da man den Winkel so einstellen konnte dass auch Ich treten konnte 8)
Abends hatte ich dann allerdings so ein heißes Knie, dass ich ein Ei hätte drauf braten können. Aber wofür gibt es Kühlkissen :P ?!

Mit meiner Reha wird es wohl noch dauern -- ,mein Arzt hatte da irgendwas verbaselt und nun ist er jeden zweiten Tag krank (immer wenn ICH anrufe :evil: :evil: ) und heut ist einfach mal garkeiner in der Praxis. mmpfh - werd da etwas stinkig, da die Sachen schon längst weg sein sollten. Aber naja - wer weiss wofür es gut ist. Montag mach ich da erst mal Theater, denn dann sollen se mir doch einfach sagen dass der Doc dass derzeit nicht machen kann, dann zwing ich halt meinen Chirurgen dazu.

Wenn man eins lernt mit so ner Verletzung, dann ist das echt Geduld und Hartnäckigkeit. Manchmal hab ich echt Lust nen Krimi über das deutsche Gesundheitswesen zu schreiben. Hätte schon einiges zu berichten - angefangen bei der Notaufnahme, Klinik, Visiten, ...
Ich frag mich immer was eigentlich schwerstkranke Menschen,Menschen mit ner geistigen oder psychischen Beeinträchtigung, schüchterne Menschen und ältere Menschen machen, wenn sie dem System aufgesetzt sind :?:

Naja, zum Glück hab ich glaub ich das schlimmste hinter mir und inzwischen bin ich auch wieder in der Lage Rabatz zu machen.

Wünsche allen einen schönen Freitag und ein schönes Wochenende

Baeumchen

Seidenpfötchen
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von Seidenpfötchen »

Hallo Baeumchen,

wie du bestimmt gelesen hast, hatte ich auch einen Fahrradunfall, aber völlig unspektakulär, einfach nur umgefallen. Wobei ich mir den ganzen Tibiakopf zertrümmert habe, in viele kleine Einzelteile.

Und bei den vielen Prognosen die man mir gegeben hatte, war nicht eine gute dabei, an der ich mich hätte hoch Ranken können. Ich musste mir also selber eine suchen. Der Vorteil war, dass mich keiner mehr davon abbringen konnte.

Die einzige die richtig Stress gemacht hatte, war die KK. Die dann auch eine viel zu frühe Reha durchgesetzt hatte. ( nach 5 Monaten, ich bin also mit Krücken zur Reha und auch mit Krücken wieder aus der Reha gekommen )

Da ja jede Tibiakopfverletzung anders ist und auch jede anders verläuft, gibt es demnach auch keinen Masterplan. Fakt ist nur, bevor du deine Krücken noch nicht verbannt hast ( also deinen 1. Roboterlauf fabrizierst ), brauchst du auch keinen Antrag stellen, denn richtig effektiv ist die Reha nur, wenn man auch alle Übungen machen kann.

Wobei man aber auch nie vergessen darf, dass der Körper für seinen internen Reparaturarbeiten nun mal ein Jahr braucht und wenn zu viele Köche da sind, verdirbt es ja bekannter weise den Brei.

Und mit der Aufklärung der Ärzte ist es auch so eine Sache, eigentlich soll er ja positiv auf dich Einwirken, damit du nicht in ein tiefes Loch fällst, aber was soll er bei dieser Erkrankung positives sagen, es gibt nichts, also schweigen sie und vertrösten auf irgendwann.

Stell dir mal vor du wachst aus der Narkose auf und der Arzt sagt zu dir: sie werden nie wieder richtig laufen können und bis zu diesem Stadium müssen sie sich Jahr für Jahr quälen, sie brauchen für ein einigermaßen gutes Gangbild noch mindestens 5 Operationen und wenn sie Pech haben funktioniert dies auch nur nicht und ihr Bein bleibt steif, vielleicht müssen wir es auch abnehmen, wer will denn so etwas hören - kein Mensch. ( zumal es ja selten soweit kommt )

Macht er nur gute Aussagen: da machen wir ein bisschen Physiotherapie und dann springen sie wieder, wie ein junges Reh. Das will man zwar hören und wenn es dann nicht eintritt ist man auch bloß enttäuscht und zweifelt an sich und der interne Heilungsprozess setzt nie ein.
Einen Weg dazwischen hat noch keiner gefunden ( außer das Forum hier, aber das haben wir selber gefunden )

Also verdammt die Ärzte nicht, sie wissen es halt auch nicht.

Deshalb muss man ganz einfach viel Geduld haben und schön wäre es, wenn die KK es auch hätten.

Also Baemchen habe Geduld, übertreibe es nicht mit den körperlichen Aktivitäten und alles wird gut. Gut Ding will halt Weile haben.

Bis bald
Seidenpfötchen

baeumchen
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von baeumchen »

Seidenpfötchen hat geschrieben:
Und mit der Aufklärung der Ärzte ist es auch so eine Sache, eigentlich soll er ja positiv auf dich Einwirken, damit du nicht in ein tiefes Loch fällst, aber was soll er bei dieser Erkrankung positives sagen, es gibt nichts, also schweigen sie und vertrösten auf irgendwann.
Hallo Seidenpfötchen,

da hast du Recht. Ich hatte letzte Woche einfach mal kurzzeitig einen Tiefpunkt und mir ging alles nicht schnell genug.Dabei hab ich in den letzten Tagen oft gesagt, dass ich froh bin dass ich im Krankenhaus noch nicht wusste was da in Zukunft noch auf mich zukommt.
Blöd find ich allerdings, dass mein Chirurg mich immer ein wenig stresst und meinte ich müsste eigentlich schon weiter sein, und ich solle mir nochmal eine zweite Meinung aus der Klinik einholen, der Therapeut müsse sich noch was einfallen lassen (das ist super wenn man gleichzeitig keine neue Verordnug bekommt weil das Budget für dies Jahr erschöpft ist :evil: )....
Zum Glück hab ich ein ziemliches Vertrauen in meinen Therapeuten, der sagte dass sei alles Quatsch, und ich brauche einfach GEDULD und ZEIT. Außerdem haben die Ärzte seiner Meinung nach keine Ahnung welche Probleme so ein blöder Muskel machen kann, der Grad mein ganzes Knie blockiert, und wie mühselig es ist sich die Beweglichkeit wieder zu erarbeiten, wenn es überhaupt wieder einigermaßen werden soll.

Ich bin echt froh, dass er mich noch motivieren kann und mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

Bezüglich der Reha hast du wohl auch Recht. Naja - ich denke es wird eh noch ein wenig dauern bis die entschieden haben. Ich hoffe nur dass die Krankenkasse das noch weiter mit macht, denn arbeiten kann ich mir grad noch überhaupt nicht vorstellen (Bin jetzt in Woche 12 nach Unfall, Woche 11 Nach OP). Laufe wie ne 80 Jährige mit zwei Krücken. Seit dieser Woche versuche ich das Gewicht auf beide Beine gleichmäßig zu verteilen. Klappt noch nicht ganz, aber ich belaste immerhin schon mehr. Seitdem tut mir irgendwie alles weh :? Hüfte, Fußgelenk, Wade.... aber dass ist ja wohl normal. Hab meine Aktivität wieder etwas zurück geschraubt und damit geht es mir besser. Zuviel Laufen ist einfach auch nicht gut - dann hab ich wieder ein Elefantenbein und nix geht mehr.

Weiß nicht ob du das hier irgendwo schon geschrieben hast? Fähst du wieder Fahrrad (also auf der Straße)? Kann mir das grad überhaupt noch nicht vorstellen jemals wieder Fahrrad zu fahren, da der Unfall einfach zu heftig war. Konntet Ihr Euer Unfall-Trauma überwinden?

Sooo - bis später mal und nen lieben Gruß

vom Baeumchen aus dem Ruhrgebiet

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iceeye
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Re: Neues Tibiakopfopfer

Beitrag von iceeye »

Hallo Baeumchen,

was die Frage mit dem wieder Fahrrad fahren betrifft. Ich hatte ja auch meinen Unfall mit dem Fahrrad. Ich wurde beim überqueren der Straße vom Auto angefahren.

Also ich bin noch in der Zeit der Krankschreibung wieder aufs Fahrrad gestiegen. Bin zwar nur bei mir ums Haus gefahren, fern ab von Autos aber das tat total gut. :oops: Ich hab mich so frei gefühlt nach der langen Krückenzeit. Dann wollte ich als ich wieder arbeiten gegangen bin mit dem Rad zur Arbeit fahren. Hab es mir zumindest den ganzen Vormittag vorgenommen, hab mich dann aber doch noch nicht getraut. :oops: Werde dieses Jahr auch nicht mehr mit dem Rad fahren. Aber das steht auf der Agenda nächstes Jahr ganz weit oben drauf.

Auch du wirst wieder mit dem Rad fahren. :wink: Früher oder später. Jeder sollte sich die Zeit lassen die er braucht.
LG Iceeye

laterale Tibiakopfimpressionsspaltfraktur April 2011; ME März 2012
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